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Leser-Reporterin Ann-Kristin Wörner Mein erster Marathon in Frankfurt 2016

Sechs Jahre nach ihrem Laufeinstieg finishte unsere Leserin Ann-Kristin Wörner im Oktober 2016 den Frankfurt-Marathon. Hier berichtet sie von einer "wahnsinnig schönen Erfahrung".

Leser-Reporterin Ann-Kristin Wörner bei ihrem ersten Marathon in Frankfurt 2016 +
Foto: privat

Energiebündel auf der Strecke: Leser-Reporterin Ann-Kristin Wörner lief bei ihrem ersten Marathon in Frankfurt im Women's-Run-Shirt.

2010 fing ich an, dass erste Mal zu laufen. Wie bei jedem neuen Anfang, verlief es eher schlecht als recht. Ich startete mit meiner Hausrunde von zwei Kilometer Gesamtlänge und dachte im Traum nicht daran, auch nur irgendwann einmal einen Marathon zu laufen. Trotz alledem blieb ich dran und suchte mir ein Ziel auf das ich hinarbeite wollte. Im Internet stöberte ich und fand einen Frauenlauf der mich sofort interessierte, der Woman’s Run. Dieser findet in verschiedenen Orten in ganz Deutschland statt. Ich entschied mich spontan für Köln (5 km), da es einer meiner Lieblingsstädte ist. So war das Ziel gesteckt und ich konnte mit dem Training beginnen.

Angetan vom Women’s Run

Seit diesem Tag hat es mir der Women’s Run angetan, und es ist mein jährliches Highlight, in Rosa bzw. jetzt Brombeerfarben an den Start zu gehen. Meine Ausdauer im Bezug auf Laufumfänge und Zeiten wurden kontinuierlich besser und ich steigerte mich von meiner 2-km-Hausrunde zunächst auf fünf und schließlich bis auf zehn Kilometer. Jetzt hatte mich das Lauffieber gepackt. Es folgten Dorfläufe und Stadtläufe in und um meiner Umgebung über 5- sowie 10-km-Distanzen. Nach vielen weiteren 10-km-Läufen folgte das neue Ziel: 21 km. 2015 entschied sich mein Freund David in Köln den Marathon zu laufen. Ich schaute mir die Laufstrecke an, und die Halbmarathon-Distanz überzeugte mich sofort. Nach vielen Trainingseinheiten stand plötzlich schon unser Marathon/Halbmarathon vor der Tür.

Der erste Halbmarathon

Leider hatte sich mein Freund eine totale Erkältung eingefangen und konnte nicht teilnehmen. Dennoch ging ich beim Halbmarathon in Köln an den Start. Er war so enttäuscht, dass ich ihn heimlich für den Frankfurt-Marathon Ende Oktober 2015 anmeldete, sodass sich das bisherige Training auch auszahlte. So kam der große Marathon-Tag und ich feuerte in von der Laufstrecke aus an. Die Stimmung an der Strecke, die Atmosphäre sowie der Umgang zwischen den Läufern und dem Zuschauer war fantastisch. Jetzt hatte es mich auch gepackt. Das Marathon-Fieber. Auf dem Weg nach Hause, erzählte ich meinen Freund von meinem Vorhaben, sodass ich mich am gleichen Tag noch anmeldete für 2016.

Nach sechs Jahren Laufen: Der erste Marathon

Das größte Ziel meines bisherigen Läuferlebens war da: der Frankfurt-Marathon 2016. Wie bereits bei vergangenen Wettkämpfen vertraute ich auch diesmal einem Trainingsplan von runnersworld.de. Was war eine realistische Zeit? Die Zeit war egal, das Ziel war es anzukommen. Das Training bis dorthin verlief gut. Viele Einheiten von langen Distanzen bis Tempotraining und ähnliches lagen hinter mir. Plötzlich stellte ich fest, dass ich bereits in der letzten Woche meines Trainingsplans war und morgen sollte es soweit sein. Am Tag vorher war mir vor Aufregung richtig schlecht. Als ich dann die Startnummer inkl. aller Unterlagen ein Tag vorher in der Hand hielt, war alles vorbei. Die Nacht schlief ich wirklich schlecht, träumte die verrücktesten Sachen, Startnummer weg, Krämpfe, Stolpern, der Mann mit dem Hammer und das endgültige aus für den Marathon, all solche Gedanken setzten sich in der Nacht in meinem Kopf fest.
Leser-Reporterin Ann-Kristin Wörner bei ihrem ersten Marathon in Frankfurt 2016 +
Foto: privat

Der beeindruckende Zieleinlauf des Frankfurt-Marathons 2016 in der Festhalle auf dem Messegelände.

Sonnenschein am großen Tag

Der Wecker klingelte am 30.10.16 um sechs Uhr. Startschuss für meinen Startblock war für 10.10 Uhr angesetzt. Es war ein superschöner sonniger Tag. Optimales Laufwetter. Sonnenschein und 15 Grad. Die Aufregung steigerte sich von dem Startblock bis zur Startlinie ins Unermessliche. Sie legte sich erst nach rund zwei Kilometern, als ich mein optimales Renntempo gefunden hatte. Auf den ersten 13 Kilometern lief ich mit einem netten Herrn um die 60 Jahre aus Ludwigshafen, wir lenken uns durch Smalltalk ab und so verging die Zeit wie im Flug. Leider verlor ich ihn ungefähr bei Kilometer 14, bei einer Verpflegungsstation. Ruck-zuck kam die Halbmarathonmarke. Ok, die Zeit war gar nicht so schlecht, mal sehen wie die Zielzeit aussehen würde.

Die zweite Hälfte

Die Kilometer prasselten nur so an mir vorbei, durch eine tolle Unterstützung meiner angereisten Fans. Dann plötzlich Kilometer 38. Wie? Wo? Was mache ich hier? Ich stellte mir die Frage: Wer war der Mann mit dem Hammer? Alle meine schlimmsten Befürchtungen trafen zum Glück nicht ein. Anscheinend hatte ich in meiner Vorbereitung alles richtig gemacht. Neben mir ein junger Mann aus Kolumbien. Wir unterhielten uns und pushten uns die letzten Kilometer immer gegenseitig. Es war auch sein erster Marathon. Das Ziel kam immer näher. Nach ein paar Kurven und einem Super-Zielkanal mit vielen tosenden Zuschauern und Fans lag er vor mir: Der rote Teppich, der das Ziel in der Festhalle anzeigte. Die Stimmung war überragend. Es waren Sekunden der Freunde und der Emotionen.

Es zeigte mir, dass sich das Training die letzten Monate gelohnt hatte. Vielen lieben Dank an alle Zuschauer und Helfer. Es war eine sehr interessante und schöne Erfahrung, die ich als Läufer genießen durfte. Achja, das Ziel erreichte ich nach 5:31:34 Stunden. Zwar nicht die Bestleistung, aber für mich war sie das. Es war mein erster Marathon und das Ziel war ja anzukommen. Das habe ich geschafft.
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Autor: Ann-Kristin Wörner 02.12.2016

Hier finden Sie weitere Informationen zum Frankfurt-Marathon 2018.

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