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Unser Leserreporter beim Hindernislauf Survival-Run meets RALLE K.!

Ausrutschen und bis zur Brust in der Pampe sitzen ... was ein Schlammassel! Ehrlich herrlich! RALLE K. berichtet vom Survival-Run im Serengeti-Park Hodenhagen.

Gute Laune! +
Foto: RALLE

Gute Laune!

Nach meinem sensationellen Sieg beim Tough Mudder Norddeutschland (OK, OK – vielleicht war es auch ein Unentschieden ...) haben offensichtlich die Endorphine in meinen müden Knochen die Macht übernommen: Ich habe Trailschuhe bestellt, den Bierkonsum drastisch eingeschränkt, angefangen zu joggen und rund 5 Kilo abgenommen. UND ich habe mich für den Survival-Run im Serengeti-Park angemeldet, schließlich bin ich Tough Mudder! Siehe meinen aufschlussreichen Bericht.

Ganz offensichtlich habe ich mit meinem (Leidens-)bericht sogar Frauchen und Schwesterchen angesteckt, denn die haben sich gleich mit angemeldet! Ob sie jetzt allerdings Spaß am Lauf selber haben oder mich nur leiden sehen wollen, war nicht rauszubekommen ...

Aber die beiden werden sich wundern, denn Nomen est Omen findet der „Überlebenslauf“ in HODENhagen statt. Ich sag‘ nur: „Eier. Wir brauchen Eier.“ Und da bin ich einfach im Vorteil, vielleicht sogar zweifach ...

Während ich den ganzen Lauf Gloria Gaynor‘s "I will survive" vor mich hin trällere, werden die beiden an Hindernissen wie Tigers Lunch, Blueberryhill und Co. „Help“ von den Beatles jammern! Die Beschreibung vom Alligatorbecken klingt jedenfalls vielversprechend: „Was soll man sagen, bis heute gelten 5 Starter der letzten Survival-Runs als vermisst. Am besten vorher noch einmal Crocodile Dundee anschauen!“

Gesagt, getan. „DAS soll ein Messer sein?“ Aaach, herrlich – selbst beim 35. Mal ...

Jetzt noch schnell die Nägel geschnitten und schon stehen wir in Eierhagen am Start. Allerdings doch ohne Messer, dafür aber mit den Tough Mudder-Kumpels Daniel und Sven. Zu dritt wollen wir den Mädels bei der ersten Runde mit ihren 8 km und rund 25 Hindernissen helfen. Danach haben die OCR-Jungfrauen bestimmt die Nase voll und die echten Tough Mudder Legionäre können sich auf der 2. Runde richtig austoben! Das wird lustig!! Das Wetter ist zwar im Eimer und wie aus selbigem hat es zuvor auch noch geschüttet – aber wir werden ja eh alle nass… von daher: Lasset die Spiele beginnen!
Laute Musik, Massengegröle, Startschuss!


Der Streckenplan +
Foto: RALLE

Der Streckenplan vom Survival-Run im Serengeti-Park Hodenhagen.

Und wieder setzt sich eine fröhliche Menschentraube in Bewegung, um zu laufen, zu krabbeln, zu klettern, zu schwimmen und sich wie kleine Ferkel im Schlamm zu suhlen. Oink!

Frauchen und Schwesterchen machen übrigens seit den Bundesjugendspielen annodazumal ihren ersten Wettbewerb ever ever ever mit und sind ganz schön nervös! Aber der Anfang ist noch human: Laufen, laufen, laufen. Ab und zu über ein paar Strohballen und Holzgerüste rüber. Während Schwesterchen sich aber doch ordentlich durchbeißen muss, läuft Frauchen im Wettkampfmodus mit Tunnelblick auf und davon und muss alle Nase lang zurückgerufen werden.

Schwesterchens Brüderchen (Frauchens Männchen; also ich) hingegen hat zwar etwas abgenommen und trainiert, aber elegant sieht auch irgendwie anders aus ...

Egal. Das Ziel ist der Weg!

Wir kommen zum Blueberry Hill. In 4 Schleifen geht es einen ordentlichen Sandhügel rauf und runter. Damit man besonders viel Sand in den Schuhen sammelt, wird man kurz vorher von der freiwilligen Feuerwehr mit dem C-Rohr abgestrahlt. Soll sich ja lohnen. Die Jungs haben ihren Spaß ... Wir quälen uns durch den tiefen Sand berghoch und bergab… Aber die Mädels machen sich echt gut! Singen tut übrigens dann aber doch keiner von uns ...

Da kommt die Schlammpassage! Endlich artgerechte Haltung! Mehrere geflutete, zermatschte und verpampte Gräben hintereinander, man sieht zwar nicht, wie tief es ist, fühlt dafür aber deutlich, wie kalt es ist. Aber hilft ja nix. Da musste durch! Ausrutschen und bis zur Brust in der Pampe sitzen gehören wohl einfach auch dazu ... was ein Schlammassel! Ehrlich herrlich!

Wir haben trotz echter Anstrengung einen Mörderspaß und laufen, kriechen, klettern und ... häää?... riesige, echte Elefanten links und ein fetter, weißer, dösender Tiger auf einem Felsen!?!? Das war‘s – ich bin unterzuckert und bekomme Hallus. Nee, doch nicht – es geht ja rund um und teilweise auch mitten durch den Serengeti-Park, da bleiben tierische Begegnungen nicht aus: Tiger, Elefanten, Schweinehund und Muskelkater – alle sind’se dabei! Auch der Schlamm riecht ab und zu nicht nach Schlamm, sondern eher nach ... Tier-AA??

Da, wieder ein Elefant, direkt am Weg! Kaum bin ich neben ihm, hebt er den Rüssel und spritzt mich voll! Hey! DER ist jedoch aus Plastik und scheint einen Bewegungsmelder zu haben ... Kurz danach sprechen Plaste-Strauße mit mir und behaupten, ich hätte ihre Eier geklaut (ich sach ja: Hodenhagen…) und ein fetter Gorilla brüllt mich an – lustig hier!

Jetzt wird‘s richtig nass! Der See (Alligatoren??) ist mit 17 Grad aber nahezu warm und wir müssen ca. 60 m schwimmen. Das ist nach der langen Lauferei und selbst mit dünnen Funktions-Anti-Schwitz-Kompressor-Sonstwas-Klotten schwieriger, als man so denkt. Speziell in Schuhen bekommt man irgendwie gar keinen Vortrieb. Komisch. Schwesterchen paddelt aber hurtig wie ein Biber durch. Also nicht wie dieser Justin, sondern wie das Tier ... Frauchen geht lieber außen rum. Ihr hat’s irgendwie den Kreislauf verdreht und sie meint später: „Ich wär‘ sonst abgesoffen.“ Hupps – dann lieber einmal drum rum als dauerhaft am Grund ... heißt ja schließlich auch „Survival-Run“ und nicht „Drown-Run“!

So – Schlamm aus den Schuhen und weiter! Laufen. Klettern. Kriechen. Aaaah – Verpflegung! Lecker Banane und Apfelsine. Laufen! Balancieren. Schlamm. Laufen. Puhh – anstrengend!
Survival-Run im Serengeti-Park Hodenhagen +
Foto: RALLE

Ruhm und Ehre

Tapfer kämpfen sich die beiden Erstwettkämpferinnen durch und haben ihren Spaß. Masochisten aller Länder, vereinigt Euch!

Und nach rund 1,5 Stunden laufen wir in den Zielbereich ein, wo noch mal ein paar Hindernisse warten, bevor man dann siegestrunken unter dem Zielbogen durchstolpert.

Tire Tracks: Reifen schleppen – eeeinfach!

The Giant: Eine 4 Meter hohe Wand am Seil hoch – schwiiiiierig! Da nutzen auch 5 abgenommene Kilos nix. Ich muss den Chickenway nehmen und die seitlich angenagelten Sprossen nutzen – trauuuurig!

Oben angekommen packen wir uns an die Hände rutschen zusammen ins Wasserbecken – jiiiippie! Noch mal durch Schlamm robben, über die Heuballenpyramide und ab ins Ziel!

Die Novizinnen laufen Hand in Hand freudestrahlend über die Ziellinie. Mädels – das habt ihr super gemacht!! Konkretrespekt! So – aber JETZT können die Männers ja Ernst machen und endlich Gas geben, oder?

Äh, ja… wo war jetzt noch mal mein Gaspedal? Aaach – da war doch dieser Plastik-Elefant, der hat mir doch glatt mit dem Wasserstrahl das Gaspedal abge ... also, puh ... ich glaube, ich schlonze lieber so im Schlabbertritt weiter die zweite Runde durch.

Beine wie ein Elefant. Nich‘ so dick, aber so schwer. „Sven? Daniel? Lauft ruhig ohne mich weiter. Ich bin doch eh nur eine Last für Euch.“ Aber die beiden sind auch Masochisten und schleppen mich freiwillig mit in Runde 2.

Noch mal 8 km!
Nochmal Blueberry Hill und die Freiwillige Feuerwehr.
Noch mal kriechen und im Schlammgraben nach Halt suchen und hinsetzen.
Nochmal sprechende Strauße („Eier – wir brauchen Eier“… – jahaaa, ich hab’s begriffen!).
Nochmal schwimmen, diesmal bestimmt 200 Meter ...
Nochmal nochmal nochmal ...

Mann – ich bin schlaaahapp!

Ich leg‘ mich jetzt zum weißen Tiger auf den Felsen, döse mit und summe leise „Help“. Der tut schon nix. Aber irgendwie kämpfe ich mich dann doch durch, während Daniel normal joggt und Ich-bin-jung-und-fit-und-trainiere-viel-Sven manche Hindernisse wegen Unausgelastetheit oder wie das heißt gleich zweimal nimmt. Tja – so `ne Hindernislauf-ADHS will behandelt werden ...

Aber die beiden warten schön auf mich und zusammen macht das alles richtig Bock! Plopp – stehe ich schon wieder auf der Heuballenpyramide und recke die Hände in die Höhe.

Ab ins Ziel. Yeahh – geschafft!

Die A-Note habe ich zwar klar versemmelt und bei der B-Note gibt es noch jede Menge Abzüge, aber die G-Note – die Gefühle-Note – ist mal wieder top: 16 km und ca. 50 Hindernisse sind bewältigt, sowie der innere Schweinehund, das – nennen wir es mal freundlich – Mehrgewicht, die lahmen Knochen und ein brutaler Trainingsrückstand.

Endorphine Marsch!

Ich freue mich auf das erste Bierchen seit Wochen!!

Wann ist der nächste Lauf?
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Autor: RALLE K. ! 19.09.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Survival-Run Hodenhagen 2018.

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