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10.000 m Frauen Tirunesh Dibaba schreibt olympische Geschichte

Mit einem furiosen Endspurt sicherte sich Tirunesh Dibaba in 30:20,75 Minuten die zweite olympische Goldmedaille in Folge über 10.000 m.

Tirunesh Dibaba +
Foto: photorun.net

Tirunesh Dibaba (links) auf dem Weg zum Olympiagold im Kampf mit Sally Kipyego und Werknesh Kidane (hinten).

Tirunesh Dibaba (Äthiopien) ist die Olympiasiegerin über 10.000 m. Die 26-jährige Äthiopierin verteidigte damit als erste Frau in der Geschichte der Spiele einen Titel über die 25-Runden-Distanz. Mit einem mächtigen Endspurt entschied Tirunesh Dibaba, die in den vergangenen Jahren immer wieder verletzungsbedingt Probleme hatte, das Rennen in der Jahresweltbestzeit von 30:20,75 Minuten für sich. Silber und Bronze gingen an die Kenianerinnen Sally Kipyego (30:26,37) und Vivian Cheruiyot (30:30,44). Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) hatte in dem hochklassigen Rennen erwartungsgemäß keine Chance auf eine vordere Platzierung und belegte am Ende Rang 17 in 31:50,35 Minuten. Gleich neun Läuferinnen blieben unter 31 Minuten. Die schnellste nicht aus Afrika stammende Läuferin war die Britin Jo Pavey, die als Siebente mit 30:53,20 Minuten ein beachtliches Rennen lief.

Die erst 26-jährige Tirunesh Dibaba könnte währenddessen in London noch weiter für Furore sorgen, wenn die Äthiopier sie auch für das 5.000-m-Rennen nominieren. Bisher ist sie über diese Distanz nur als Ersatzläuferin vorgesehen. Doch nach ihrer starken Leistung ist damit zu rechnen, dass die Funktionäre sie auch über die kürzere Distanz laufen lassen.

„Ich war nie glücklicher als heute – das hier ist sogar besser als in Peking“, erklärte Tirunesh Dibaba, die rund 500 Meter vor dem Ziel mit einer enormen Tempoverschärfung die Spitze übernahm und sich von den verbliebenen Konkurrentinnen löste. Neben den beiden Kenianerinnen Kipyego und Cheruiyot war die auch ihre Landsfrau Werknesh Kidane, die immer wieder das Tempo forciert hatte und schließlich aber nur Vierte wurde mit 30:39,38. „Wir hatten eine Team-Taktik. Unsere Trainer haben uns vor dem Rennen gesagt, dass wir es in den letzten Runden schneller machen müssen“, erklärte Tirunesh Dibaba und fügte hinzu: „Ich hatte geplant, entweder 600 oder 500 Meter vor dem Ziel in Führung zu gehen. Da das Tempo sehr hoch war, habe ich bis 500 gewartet.“

„Ich bin bereit für die 5.000 Meter und werde mich auf den Vorlauf vorbereiten“, fügte die Olympiasiegerin hinzu. Noch zu Jahresbeginn hätte sie nicht für möglich gehalten, dass sie ihren Olympia-Titel verteidigen könnte. „Nach einer Reihe von Verletzungen hatte ich nicht gedacht, dass ich rechtzeitig für die Spiele wieder in Form kommen würde. Ich habe mich selbst überrascht“, sagte Tirunesh Dibaba, die zwischen Peking 2008 und London 2012 lediglich zwei 10.000-m-Rennen gelaufen war: 2010 wurde sie Afrika-Meisterin und im Frühjahr 2012 qualifizierte sie sich als Siegerin in Eugene (USA) für Olympia. Zwischen diesen beiden Rennen war sie aufgrund eines Ermüdungsbruches ausgefallen.

Bei dem hohen Tempo verlor Sabrina Mockenhaupt auf dem vierten Kilometer den Anschluss an die große Spitzengruppe. Zu diesem Zeitpunkt auf Rang 20 liegend, machte sie später noch drei Plätze gut, wurde aber von der Führungsgruppe überrundet. Ihre Saisonbestzeit von 31:36,76 Minuten verpasste sie in London klar. „Das war ein tolles Rennen, aber ich konnte diesem Tempo einfach nicht folgen“, sagte Sabrina Mockenhaupt.

Keinen guten Tag erwischte Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen). Der 27-jährige 3.000-m-Hindernisläufer hatte keine Chance im Rennen um die Finalplätze. Bei seinem ersten Olympia-Start wurde er in seinem Vorlauf Letzter und damit 13. Steffen Uliczka kam nach 8:41,08 Minuten ins Ziel, nachdem er sich im vergangenen Monat mit einer persönlichen Bestzeit von 8:22,93 Minuten für London qualifiziert hatte. Während des Vorlaufes im Olympiastadion hatte Steffen Uliczka Pech, weil er einem Sturz ausweichen musste und dabei etwas aus dem Rhythmus kam. Doch bei seiner Olympia-Premiere kam auch in der Folge nie richtig ins Rennen.

Besser machte es Carsten Schlangen (LG Nord Berlin) – allerdings war es denkbar knapp. Als Sechster seines 1.500-m-Vorlaufes kam er nach 3:41,51 Minuten ins Ziel, nachdem er sich auf den letzten paar Metern noch haarscharf am Spanier Diego Ruiz vorbei geschoben hatte. Erst die Auswertung des Zielfotos ergab einen Vorsprung von nur einer Hundertstelsekunde des Berliners. Als Siebenter wäre er ausgeschieden – so aber qualifizierte sich Carsten Schlangen für das Halbfinale.
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Autor: race-news-service.com 04.08.2012
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