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Leser-Reporterin Monika Folkerts Tolle Landschaftskulisse beim Marathon im Nordosten Englands

Leserreporterin Monika Folkerts hat trotz schwieriger Momente den Marathon entlang der nordenglischen Küste erfolgreich beendet.

Schon nach den ersten Kilometern bin ich nicht mehr wirklich glücklich. Es geht hoch und runter, durch Matsch und Wasser. Aber das hatte ich eigentlich erwartet! Nur hatte ich auch erwartet, dass ich das besser „wegstecke“. Doch dem ist nicht so. Es fällt mir schwer und mein Kopfkino fängt an zu laufen. „Das schaffst Du nicht, gib nach dem Halbmarathon auf, das reicht doch auch schon!“ Ich schleppe mich also schon zum ersten Checkpoint bei Kilometer 11. Der ist direkt vor einer Düne, die wir später hochlaufen müssen. Ich nehme erst einmal ein Gel zu mir und trinke etwas. Weitergeht es die Düne hoch – gehend! Oh Mensch, ist das hart! Dabei haben wir so ein Glück mit dem Wetter!

Es sind so um die 8 Grad, die Sonne scheint sogar ab und zu mal und wir haben nahezu keinen Wind! Und das an der Küste! Ich laufe und gehe abwechselnd und komme am nächsten Checkpoint, dem Halbmarthonstart an. Hier treffe ich das erste Mal Henrik und Mats! Ich bin fertig und weiß nicht, ob ich aufgeben soll! Doch dann sagt Henrik: „Heiko hat auch gerade gesagt, dass es so verdammt hart ist und er nur noch beißt, um anzukommen!“ Das verleiht mir Auftrieb. Scheinbar empfinde nicht nur ich es als anstrengend! Ich laufe weiter!
Monika Folkerts mit Sohn nach Zieleinlauf +
Foto: privat

Leserreporterin Monika Folkerts ist glückliche Marathon-Finisherin.

„Never, never give up“ geht mir durch den Kopf, der Slogan von Endruance Life! Wie viele Freunde drücken mir in Deutschland die Daumen und glauben an mich, die kann ich nicht enttäuschen. All der Aufwand, den wir betrieben haben, um an dem Marathon teilzunehmen, etwa das Training und sogar drei Sitzungen mentales Coaching mit Hypnose habe ich gemacht, um meine Gedanken zu überlisten, meinen Kopf ausschalten zu können. Soll das alles umsonst gewesen sein? Ich schaue auf meinen Talisman – ein Halstuch mit kleinen Schafen ums Handgelenk gewickelt – den mir meine liebe Freundin Vera mitgegeben hat, weil sie nicht dabei sein kann. „Du schaffst das“, blöken die Schafe!

Der nächste Checkpoint, der nach weiteren 10 KIlometern kommt, ist mein Ziel. Auch hier kommt mir Mats wieder etwas entgegengelaufen und muntert mich auf! Jetzt kommt die Stelle, an der es quasi keinen Strand mehr gibt, weil die Flut zu weit hereingekommen ist. Mit zwei anderen Nachzüglern finden wir einen Weg drumherum, der uns bestimmt 1 Kilometer mehr beschert. Aber jetzt ist das alles egal. Ich will nur noch ankommen. Egal in welcher Zeit. Hauptsache schaffen. Und wenn sie schon alles abgebaut haben, auch egal! Außerdem habe ich gerade noch 3 Männer überholt! Der letzte Checkpoint ist ca. 5-6km vom Ziel entfernt. Jetzt geht es fast nur noch am Strand entlang. Aber im Gegensatz zu vorherigen Passagen, in denen der Sand schlammig und aufgeweicht von der letzten Welle war, geht hier das Wasser schon wieder zurück, der Sand ist relativ hart und es geht gut zu laufen. Ich komme in einen Trott rein, den ich vorher vermisst habe!

Ich nähere mich dem Ziel. Kurz kann ich Bamburgh Castle sehen, doch dann bis zum Schluss leider nicht mehr. Ich genieße das Meer, die Luft, den Strand, die Landschaft und dann kommt mir Mats entgegengelaufen! „Mama gleich hast Du es geschafft!“ Tränen steigen auf, ich bin überwältigt! Meine Uhr zeigt mir zu diesem Zeitpunkt 44,45km an! OK, den Marathon habe ich also geschafft schießt es mir durch den Kopf!

Zum Ziel geht es noch mal knackig hoch durch die Dünen und dann bei Kilometer 45,2km in 6:20h (Marathonzeit: 5:54:14h) bin ich im Ziel! Glücklich und leider ohne Medaille, weil diese schon ausgegangen waren. Sie wird mir aber zugeschickt! Heiko gibt mir seine „Die hast Du Dir verdient!“Und wie geht es mir? Gut! Jetzt hätte ich noch weiterlaufen können! Mir tut nichts weh, keine Blasen, nichts wundgelaufen. Auch am Tag danach merke ich so gut wie nichts… Es wäre also noch mehr drin gewesen, wenn ich mich getraut hätte! Das nächste Mal!
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Autor: Monika Folkerts 21.03.2014
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