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Umstrittene Entscheidung Weltmeisterin fiel hin - aber nicht durch

800 m Weltmeisterin Janeth Jepkosgei stürzte im Vorlauf, wurde Letzte und kam trotzdem weiter.

LA-WM in Berlin +
Foto: Claus Dahms

Der Sturz der noch amtierenden Weltmeisterin Janeth Jepkosgei.

Olympiastadion, Sonntag 11.00 Uhr: So schnell kann es gehen: Über 800 m trat Titelverteidigerin Janeth Jepkosgei auf die innere Bahnumrandung und stürzte in Führung liegend. Die Kenianerin trabte die letzten 150 Meter nur noch locker ins Ziel und wurde Letzte in 2:12,81 Minuten. Eine Zehntelsekunde Unachtsamkeit und schon kann alles aus sein. Doch Janeth Jepkosgei hatte Glück. Ihr inzwischen einflussreicher nationaler Verband legte erfolgreichen Protest ein, die Jury der IAAF erkannte diesen an und setzte sie kurioserweise für das Halbfinale.

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Foto: Claus Dahms

Die Kenia-Fans sind in Feierstimmung.

Nicht mitlaufen wird dann Jana Hartmann aus Deutschland, die als 5. Im 5. Vorlauf in mäßigen 2:04,99 hängen blieb. „Ich hatte leider den langsamsten Vorlauf“, erklärte sie hinterher. Die Zwischenzeit für die ersten 400 Meter betrug lediglich 1:04 Minuten. Auf die Frage, warum sie dann nicht selbst nach vorne gegangen sei, machte Jana deutlich: „Vorne laufen mag ich nicht. Das fällt mir sehr schwer.“ Na ja, aber wenigstens zieht die junge Mittelstrecklerin eine sehr positive und nachvollziehbare Schlussfolgerung aus dem WM-Rennen: „Ich bin natürlich jetzt enttäuscht, aber ich habe alles gegeben. Mein Fazit ist klar: Ich muss in Zukunft mehr trainieren."

Ein ganz und gar ungewohntes Gefühl vermitteln diese Weltmeisterschaften den Gehern. Der Kurs, auf dem sie ihre Kilometer absolvieren müssen, liegt bei internationalen Meisterschaften normalerweise irgendwo im Niemandsland um die Stadien herum. Anders in Berlin. Da müssen sie auf das abschließende Eingehen ins Stadion verzichten. Dafür gibt es Beifall und Jubel während des ganzen Geherwettkampfes. Denn der Berliner Kurs führt auf der Prachtstraße Unter den Linden entlang und da stand ein Zuschauer neben dem anderen und sogar hinter dem anderen. Andre Höhne hatte sich gestern hier für die 20-km-Distanz viel vorgenommen. Bei tropischen Temperaturen gab er alles, benötigte im Ziel einige Zeit, um wieder buchstäblich auf die Beine zu kommen. Trotzdem reichte es nur zum 14. Platz in 1:21:59 Stunden. Hut ab vor seinem Kämpferherz.

Steffen Uliczka gehört dagegen eher der Spaßfraktion von Carsten Schlangen an. „Es war bombastisch“, sprach er schon Sekunden nach seinem Zieleinlauf in das Mikrofon des Stadionsprechers und ergänzte: „Du kommst ins Stadion und hörst Deinen Namen, das ist toll. Ich habe nicht ganz das erreicht, was ich wollte, aber es hat Spaß gemacht.“ Mit 8:37,83 Minuten scheiterte Steffen Uliczka als Vorlauf-Siebter.

Hier finden Sie die weiteren Einträge im WM-Tagebuch von Runner's-World-Redakteur Claus Dahms:

Mein Berlin-Tagebuch vom 15. August 2009
Spaß statt Erfolg vom 15. August 2009
Nur acht Sekunden hinter dem Weltrekord vom 17. August 2009


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Autor: Claus Dahms 16.08.2009
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