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Ausprobiert Wie fühlt es sich an, an der Spitze zu laufen?

Im 38. Teil unserer Serie "Ausprobiert" will unsere Bloggerin Anna wissen, wie es ist, bei einem Wettkampf in Führung zu liegen.

Ausprobiert An der Spitze laufen Heft 04/17 +
Foto: Norbert Wilhelmi

Anna genießt das Gefühl die erste Frau beim 50-Kilometer-Ultramarathon in Rodgau zu sein.

Die Bedingungen:

1. Gestartet wird bei einer offiziellen Volkslauf-Veranstaltung.

2. Es wird so lange wie möglich beim Führungsfahrrad für die erste Frau gelaufen.

3. Die anderen Läufer werden nicht eingeweiht, dürfen aber auch nicht behindert werden.

Ich nehme regelmäßig an Laufwettkämpfen teil und laufe meist im vorderen Feld mit. Nur ganz nach vorn, an die Spitze, habe ich es noch nie geschafft. Doch das soll sich an diesem eiskalten Samstag Ende Januar ändern: Ich stehe in meiner Heimatstadt Rodgau mit knapp 1000 anderen an der Startlinie des 50-Kilometer-Ultramarathons, der dank der familiären Atmosphäre und tollen Organisation einer der beliebtesten Ultras Deutschlands ist. Gelaufen wird ein Rundkurs von fünf Kilometern, das Ganze zehnmal.

"Weit und breit ist keine andere Frau zu sehen"

Um mich herum stehen hauptsächlich Männer, die mich leicht irritiert ansehen. Mit ihnen werde ich nicht mithalten können. Wer ist die schnellste Frau, an deren Fersen ich mich heften kann? Die Vorjahressiegerin ist nicht angetreten, doch auf ihr Tempo von etwa 4:15 Min./km habe ich mich mental eingestellt. Ansonsten bin ich schlecht vorbereitet. Ich habe seit Monaten zwar viel, aber völlig unspezifisch trainiert und weiß nicht, was mich erwartet. Dementsprechend nervös bin ich. Egal, eine Runde will ich mindestens schaffen, denke ich mir. 3, 2, 1 … Start! Ich renne los und erreiche bald das Führungsfahrrad, das auf die erste Frau wartet und sich nun in Bewegung setzt. Weit und breit ist keine andere Frau zu sehen. Ich führe tatsächlich! Bei einer kürzeren Distanz wäre das undenkbar, doch das ist mir in diesem Moment völlig egal. Die wenigen Zuschauer jubeln mir zu (allerdings auch allen anderen), und ich fühle mich fantastisch. Nach einem Wendepunkt kommt mir die Zweitplatzierte entgegen. Ich habe einen deutlichen Vorsprung, aber ich mache mir bewusst, dass diese Dame noch 47 Kilometer vor sich hat, während ich bald aussteigen werde. Mein Respekt gegenüber meinen Mitläufern wächst mit jedem Meter.

Ende nach 10 Kilometern

Nach der ersten Runde nehme ich etwas Tempo raus, liege aber weiter in Führung und habe den Spaß meines Lebens. Mittlerweile macht mir allerdings die Kälte bei dem für mich immer noch flotten Tempo zu schaffen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass das Spitzentempo deutlich langsamer ausfallen würde als im Vorjahr und daher meine Geschwindigkeit einer kurzen Distanz angepasst. So beende ich mein Rennen nach 10 Kilometern. Ich warte allerdings noch auf meine „Verfolgerin“ und begleite sie ein Stück. Sie plant ebenfalls, nicht die volle Distanz zu laufen, sondern „nur“ 35 Kilometer. (Sie scheint es sich unterwegs anders überlegt zu haben, denn sie gewann am Ende des Tages.) Mein Fazit: In Führung zu liegen ist ein tolles Gefühl, aber um eines Tages mal das Zielband zu zerreißen, müsste ich sehr viel mehr trainieren.
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