Adidas Adizero Adios Pro 5 im Test

Neue Carbonkonstruktion für Marathonbestzeiten
Adidas Adizero Adios Pro 5 im Test

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.09.2026
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Adidas Adizero Adios Pro 5 im Test
Foto: Hersteller

Adidas reitet mit den Adizero-Modellen eine Welle. Die Krönung erfuhr Adidas durch Sabastian Sawes Marathon-Weltrekord (1:59:30 h). Dem von ihm gelaufenen 97-Gramm-Schuh Adizero Adios EVO 3 wird jetzt ein Pendant zur Seite gestellt: der auch für ambitionierte Hobbyläufer geeignete Adidas Adizero Adios Pro 5.

Das Besondere am neuen Adidas Adizero Adios Pro 5 ist, dass er auf der gleichen Technologie aufbaut wie der Weltrekordschuh Adizero Adios Pro Evo 3. Das wichtigste Merkmal ist die Kombination aus leichter Lightstrike-Pro-Mittelsohle mit der neuen, integrierten Carbon-Konstruktion „Energyrim“.

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Weniger auf der Waage

Auffällig ist die deutliche Gewichtseinsparung: Der Adidas Adizero Adios Pro 5 wiegt 23 Gramm (−12 Prozent) weniger als sein Vorgänger und kommt damit auf ein Gewicht von 177 Gramm (in Mustergröße). Verantwortlich dafür ist eine neue Schaummischung der Mittelsohle, die aber nach wie vor die gleiche Produktbezeichnung trägt. Im Profimodell Adizero Adios Pro Evo 3 (97 Gramm pro Schuh) wird ein nochmal deutlich leichterer Schaum eingesetzt.

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Ein zweiter wesentlicher Unterschied des Adizero Adios Pro 5 zum Vorgängermodell ist die ebenfalls vom EVO 3 stammende neue „Energyrim“-Konstruktion des Carboneinsatzes in der Mittelsohle: Adidas hatte zuvor statt einer durchgängigen Carbonplatte auf seine Energy Rods gesetzt, die wie fünf Finger vom Mittelfuß nach vorn in die Sohle reichten. Beim Adidas Adizero Adios Pro 5 wird eine Carbon-Rahmenkonstruktion in die Mittelsohle verbaut: Zwei Carbonelemente verlaufen seitlich an den Rändern der Mittelsohle (sichtbar) nach vorn bis zum Vorfuß. Im Zentrum der Sohle ist also kein Carbon unter dem Fuß. Adidas-Schuhentwicklerin Charlotte Heidmann, als Global Category Director Running Footwear für die Adizero zuständig, erklärt: „Man braucht das Carbon unter dem Fuß nicht“, schließlich diene es der Versteifung des Schuhs bei weichen Schäumen. Und durch das Weglassen des Carbons unter dem Fuß könne mehr reaktiver Schaum in der Mittelsohle verbaut werden: Dies bringe laut Adidas einen um neun Prozent höheren Energy Return.

Steifere Sohle – mehr Stabilität

Trotz der reduzierten Rim-Konstruktion ist die Carbonsohle des Adizero Adios Pro 5 steifer als die des Vorgängermodells Pro 4, der, so Charlotte Heidmann, „für schwerere Läufer mitunter zu instabil war“. Die Steifigkeit beim Adios Pro 5 kommt sozusagen von außen, also aus dem äußeren Randbereich der Mittelsohle.

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Obermaterial und Außensohle

Das Obermaterial „Lightlock 2.0“ bietet große Belüftungszonen, es kommt viel Luft an den Fuß. Die überarbeitete Fersenkonstruktion mit kleinen Polsterungen sorgt für sehr sicheren Sitz – gerade in Kombination mit der neuen Laschen-Konstruktion und den flachen, gezackten Schnürsenkeln. So passt sich der Fuß sehr sicher um den Mittelfuß an. Die Passform eignet sich für schmale und mittelbreite Füße, der Vorfußbereich bietet ausreichend Platz für die Zehen, auch beim Marathon. Allerdings sollte die Größe gewissenhaft gewählt werden („nicht zu klein wählen!“, rät ein Testläufer), und bei der Anprobe sollte der Sitz im recht schmalen Mittelfußbereich überprüft werden. Hier lief sich ein Testläufer beim langen Lauf eine Blase unter dem Fußgewölbe, weil die Randkonstruktion der Mittelsohle auf den Fuß drückte.

Außen mit Spiegel

Selbst die Außensohle wurde für den neuen Adizero Adios Pro 5 überarbeitet, „Lighttraxion“-Technologie wird hier mit Continental-Gummi kombiniert. Das Ergebnis ist „überragender Halt in der Abstoßphase“, schwärmt ein Testläufer, egal bei welcher Asphalt- oder Betonmischung und auch selbst bei feuchtem Untergrund. „Bei Nässe hat man einen Traktionsvorteil“, so der Tester, und er schiebt scherzhaft hinterher: „So kann man den Mitläufern den kleinen Spiegel an der Ferse zeigen.“ An der Fersenkonstruktion hat Adidas für den Adizero Adios Pro 5 eigens eine kleine Goldfläche eingebaut, in der sich die Modellbezeichnung spiegelt – ein nettes, verspieltes Designelement, das bei den Testläuferinnen und Testläufern aber gut ankam.

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Die Vor- und Nachteile im Überblick

Pro

  • Sehr gute Reaktivität der Mittelsohle
  • Unkomplizierte Laufeigenschaften
  • Breitere Zielgruppe durch stabilere Mittelsohle, auch für ambitionierte Hobbyläufer geeignet
  • Hervorragende Traktion

Contra

  • Schmale Passform, nicht für breitere Füße geeignet

Laufeigenschaften: Tadellos

Die technischen Neuerungen haben sich gelohnt: Bei den Laufeigenschaften überzeugte der Adizero Adios Pro 5 im Test auf Anhieb. Der außenliegende Carbonrahmen stabilisiert den Abrollvorgang spürbar. Und die Rocker-Konstruktion in Kombination mit dem reaktiven Mittelsohlenschaum sorgt für sehr schnelles Abrollen des Fußes (39 mm Bauhöhe unter der Ferse, 35 mm unter dem Ballen, 4 mm Sprengung). „Der Schuh läuft sich schnell und sehr energetisch, ohne dabei zu wackelig zu sein“, betont ein Testläufer. Anders als andere, mitunter sehr kapriziöse Carbonschuhe für den Renneinsatz, läuft sich der Adizero Adios Pro 5 fast unproblematisch. Insofern ist er eine interessante Wahl unter den Carbonschuhen, die auch für den Marathoneinsatz infrage kommen können. Während der Weltrekordschuh EVO 3 sehr weich in der Mittelsohle ist – und auf niedrigeres Körpergewicht ausgelegt – sorgt der Adizero Adios Pro 5 für einen deutlich stabileren Abrollvorgang.

Insofern erweitert der Adizero Adios Pro 5 sein Potenzial auf eine größere Zielgruppe und ist eine gute Wahl für ambitionierte Hobbyläufer. Einzig die Passform dürfte ein limitierendes Kriterium sein, beziehungsweise empfehlen die RUNNER’S WORLD-Testläufer, den Adizero Adios Pro 5 vor dem ersten Marathoneinsatz auch auf einem längeren Lauf auszutesten. Das für die meisten Tester sehr gut sitzende Obermaterial erweist sich für manche Läufer im Mittelfußbereich als eher schmal.

Technische Daten zum Adizero Adios Pro 5

  • Gewicht: 177 Gramm
  • Sprengung: 4 Millimeter
  • Preis: 260 Euro

Fazit