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Brooks Hyperion Elite 2 im Test

Wettkampf-Waffe von Brooks Brooks Hyperion Elite 2 im Test

Die zweite Iteration des mit einer Carbonplatte bestückten Hyperion Elite ist die Wahl für Straßenrennen aus dem Hause Brooks.

Hier bestellen: Unisex-Modell (249,95 Euro)

Etwas unter dem Radar der großen Flaggschiffe unter den Carbonschuhen läuft der Brooks Hyperion Elite 2. Wir haben den Schuh im Training und bei mehreren Rennen getestet und ziehen nach rund 100 Kilometern Bilanz. Ob der 250 Euro teure Schuh auch in Sachen Performance vorn mitspielen kann, lesen Sie in unserem Testbericht.

Wuchtiger Unterbau, minimalistischer Aufbau

Das Erscheinungsbild des Brooks Hyperion Elite 2 ist durchaus markant. Auffällig ist der Rocker-Aufbau der Mittelsohle und das leichte, recht dünne und atmungsaktive Obermaterial. Im Zehenbereich bietet der Schuh viel Platz und verjüngt seine Passform auch im Mittelfuß-Bereich im Vergleich zu vielen anderen Wettkampf-Modellen kaum. Insgesamt bietet der Hyperion Elite 2 eine sehr flächige Außensohle, die für Stabilität und Kontrolle sorgt – auch abseits glatten Straßenbelags.

Nicht ganz an die vom Weltverband erlaubten 40 Millimeter heran kommt die Bauhöhe im Fersenbereich. Acht Millimeter tiefer steht der Vorfuß. Doch wie die meisten anderen Top-Modelle kommt der Hyperion Elite 2 mit der klassischen Mischung aus wuchtiger Mittelsohle aus leichtem, reaktivem Schaum und verbauter Carbonplatte daher. Diese führt durchgängig vom Fersen- bis zum Vorfußbereich.

Anschmiegsames, enganliegendes und atmungsaktives Obermaterial

Das Obermaterial des Brooks Hyperion Elite 2 wird dem Charakter des Schuhs gerecht. Im Vorfußbereich ist das Material besonders dünn und weist Lüftungslöcher auf. Etwas fester und stabiler ist das Obermaterial im Mittelfußbereich. Entsprechend seines Preises wirkt der Fersenbereich hochwertig verarbeitet. Die Fersenkappe bietet keine Stabilität. Eine angenehme und recht minimalistische Fütterung umschließt den Fuß perfekt. Ähnlich minimalistisch und leicht ist die Zunge, die im Test jedoch keinen Komfort vermissen ließ. Verklebte Aufsätze und flache Nähte runden das Bild ab.

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Der Hyperion Elite 2 verfügt über einen recht breiten Aufbau und bietet besonders im Zehenbereich viel Platz.

Mehr Energie-Rückgewinnung bei besserer Dämpfung

Der im Herbst 2020 herausgekommene Hyperion Elite 2 verspricht laut Brooks 14 Prozent mehr Energie-Rückgewinnung und soll gleichzeitig 14 Prozent mehr gedämpft sein. Grund für die Verbesserung liegt im neuen Mittelsohlen-Schaum DNA Flash. Dieser komprimiert stärker als sein Vorgänger-Schaum DNA Zero, der im ersten Hyperion Elite verwendet wurde.

Im Praxistest machte die Mischung aus neuem Schaum und durchgängiger Carbonplatte durchaus Spaß. Der Hyperion Elite 2 bietet spürbaren Vortrieb und enttäuscht nicht. Im Vergleich zum Vaporfly Next% von Nike oder dem Adizero Adios Pro 2 von Adidas ist das Brooks-Modell nicht ganz so auffällig weich gedämpft, bietet dennoch für einen Wettkampf-Schuh ein hohes Maß an Komfort. Durch sein weniger schwammiges Laufgefühl und die eingangs angesprochene breite Aufstandsfläche entsteht eine gute Stabilität. Büßen einige High-End-Racer abseits der Straße an Performance ein, überzeugte der Hyperion Elite 2 auch bei einem 10-Kilometer-Rennen, das zum größten Teil über gut befestigte Waldwege ging. Umknick-Gefahr besteht hierbei nicht. Lediglich der Mittelsohlen-Schaum wurde etwas in Mitleidenschaft gezogen.

Ausbaufähige Traktion auf nassen Untergründen

Mit zu großzügig aufgebrachter Außensohle überzeugen die Top-Modelle selten. Auch beim Brooks Hyperion Elite 2 wird hier gespart. Besonders im Vorfußbereich wird die DNA-Flash-Mittelsohle durch die leicht profilierte, jedoch nur ein bis zwei Millimeter starke Außensohle geschützt. Im hinteren Viertel des Schuhs sind weitere Elemente aufgebracht.

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Nach rund 100 Kilometern weist die Außensohle kaum Abnutzung auf – dagegen allerdings der Mittelsohlenschaum sichtbare Abdrücke nach einigen Wettkampf-Kilometern abseits der Straße.

Positiv fällt hier nach rund 100 Kilometern der kaum sichtbare Abrieb auf. Sowohl die Mittelsohle als auch die Außensohle erlauben eine optimistische Prognose, was die Haltbarkeit des Hyperion Elite 2 angeht. Brooks selbst gibt eine recht breite Range an, die zwischen 320 und 640 Kilometer liegen soll. Sollte die Wahrheit in der Mitte liegen, dürfte der Hyperion Elite 2 zu den robusteren High-End-Carbon-Wettkampfschuhen gehören.

Abstriche macht die Außensohle vor allem bei nassen Bedingungen. Bietet sie auch auf unbefestigten Wegen verhältnismäßig guten Grip, so lässt die Traktion auf nasser Straße und besonders im nassem Stadion-Oval etwas zu wünschen übrig.

Auf Augenhöhe mit den Top-Modellen von Adidas, Nike und Co.?

Der Brooks Hyperion Elite 2 hinterlässt im Praxistest einen durchaus positiven Eindruck. Die wuchtige Mittelsohle und eingebaute Carbonplatte bieten guten Vortrieb. Ganz so aggressiv wie etwa beim Nike Vaporfly Next% oder ganz so komfortabel wie beim Adidas Adizero Adios Pro 2 läuft sich der Hyperion Elite 2 nicht. Dafür bietet er mehr Stabilität in Form eines sicheren Fußaufsatzes auch bei unebenem Untergrund. Damit eignet sich der Schuh auch für Rennen, die nicht ausschließlich auf Straße führen, und macht sich somit auch alltagstauglicher.

Fazit zum Brooks Hyperion Elite 2

Nach einigen schnellen Trainingseinheiten auf der Bahn, der Straße und mehreren Rennen über die 5- und 10-Kilometer-Distanz fällt das Fazit zum Brooks Hyperion Elite 2 positiv aus. Es mag schnellere, aggressive Alternativen geben, doch dafür bietet der Brooks-Schuh ein Plus an Stabilität und ein weniger schwammiges Laufgefühl als viele andere Mitbewerber. Durch das überzeugende, reaktive Mittelsohlen-Material, die Rocker-Konstruktion und die eingebaute Carbonplatte ist der Gesamteindruck dennoch sehr dynamisch und absolut renntauglich. Die Haltbarkeit scheint für Schuhe dieses Kalibers überdurchschnittlich hoch zu sein, weswegen auch ein Spagat zwischen reinen Wettkampf-Einsatzes und regelmäßigen Tragens bei Tempoeinheiten im Training legitimer erscheinen als bei anderen Modellen, die schneller abbauen.

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Der Brooks Hyperion Elite 2 bietet viel Vortrieb, gute Dämpfung und Stabilität.

Seine volle Stärke spielt der Brooks Hyperion Elite 2 trotz recht breiten Einsatzprofils sicher bei reinen Straßenrennen aus. Aufgrund seiner hohen Dynamik wie auch guten Stabilität kann er nach subjektivem Empfinden von fünf Kilometern bis hin zum Marathon gut eingesetzt werden – wie etwa der US-Amerikaner CJ Albertson beim Boston-Marathon 2021 und seinem 50-Kilometer-Weltrekord von 2:42:30 Stunden im Herbst 2020 bewies. Ob Läufern dies alles jedoch den fast schon gewohnt sehr hohen Preis von 250 Euro wert ist, steht auf einer anderen Karte.

Kategorie: Wettkampf
Gewicht: 213 Gramm (US-Größe 9)
Sprengung: 8 Millimeter
Preis: 250 Euro

Hier bestellen: Unisex-Modell (249,95 Euro)

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