Die größten Fehler beim Laufschuh-Kauf

Fehlkäufe vermeiden
Die größten Fehler beim Laufschuh-Kauf

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.08.2026
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Laufschuh-Kauf

Der Laufsport braucht weder eine aufwendige Infrastruktur, noch kostspieliges Equipment. Doch eine Sache ist sowohl für Anfänger, als auch für Profis gleich wichtig: der passende Schuh. Sie begleiten dich auf jedem Kilometer und entscheiden über deinen Erfolg oder im schlimmeren Fall mögliche Verletzungen. Umso wichtiger also, dass du den richtigen Schuh wählst und Fehlkäufe vermeidest. In diesem Artikel erfährst du, worauf du achten solltest.

Warum der richtige Laufschuh so entscheidend ist

Der Schuh bildet bei jedem Schritt die Schnittstelle zwischen unseren Füßen und dem Untergrund. Ein guter Laufschuh fängt die auftretenden Kräfte ab und entlastet unseren Bewegungsapparat auf jedem Kilometer. Dabei kommt es besonders auf drei Punkte an:

  • Dämpfung
  • Unterstützung/Stabilität
  • Belüftung und Sitz des Obermaterials

Die Dämpfung eines Laufschuhs ist äußerst relevant, da sie den Aufprall auf Sehnen, Bänder und Gelenke reduziert. Das ist besonders wichtig, da beim Laufen etwa das Drei- bis Fünffache unseres Körpergewichts auf den Gelenken lastet. Harter Asphalt erhöht den direkten Stoßdruck im Vergleich zu weichen Wald- und Parkböden. Umso wichtiger ist es, die Dämpfung des Schuhs auf den Trainingsuntergrund anzupassen. Eng damit zusammen hängt die sogenannte Sprengung – also der Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß im Schuh. Bei Laufschuhen reicht die Sprengung von 0 bis etwa 12 Millimetern. Eine hohe Sprengung von 10 bis 12 Millimetern entlastet die Achillessehne und eignet sich eher für Läuferinnen und Läufer, die zum Fersenaufsatz neigen. Eine niedrige Sprengung hingegen fördert einen vorfußbetonten Laufstil, wobei der Mittel- und Vorfuß mehr belastet werden. Auch das Gewicht des Schuhs spielt eine Rolle: Leichtere Modelle begünstigen schnelles, dynamisches Laufen, bieten dafür aber oft weniger Dämpfung und Stabilität als aufwändiger konstruierte, schwerere Trainingsschuhe.

Stabilität im Schuh soll dem Fuß im Knöchelbereich festeren Halt geben. Auf unebenen Untergründen können stabilere Schuhe helfen, das Verletzungsrisiko zu mindern. Dabei gilt: Nicht jeder Fuß ist gleich. Wer einen Hohlfuß hat, neigt häufig zur Supination, der Fuß rollt also nach außen ab. Wer hingegen einen Plattfuß oder abgesenktes Längsgewölbe hat, supiniert meist zur Überpronation, also einem zu starken Einknicken nach innen. Neutral abrollende Füße benötigen dagegen keine zusätzliche Stützfunktion. Welcher Fußtyp du bist, lässt sich am einfachsten im Rahmen einer professionellen Laufanalyse im Fachgeschäft herausfinden.

In puncto Blasenbildung ist neben dem guten Sitz eine optimale Belüftung entscheidend. Wenn sich im Schuh aufgrund fehlender Luftzirkulation zu viel Feuchtigkeit ansammelt, können Blasen und Reibung entstehen. Im Optimalfall besteht das Obermaterial aus feinem, luftdurchlässigem Mesh, damit Luft an den Fuß gelangt. Der Schuh sollte außerdem in der Lage sein, Schweiß und Feuchtigkeit nach außen zu transportieren. Das sorgt sowohl für trockene Füße als auch für einen kühlenden Effekt bei warmem Wetter. Bestenfalls trägst du funktionale Laufsocken dazu, welche die Feuchtigkeitsregulation unterstützen und durch eine optimale Passform Scheuerstellen verhindern.

Die 5 größten Fehler beim Laufschuh-Kauf

Fehler 1: Zu kleine Schuhe

Aufgepasst! Bei Laufschuhen gilt nicht deine normale Schuhgröße. Hier solltest du immer mindestens eine Nummer größer wählen, als in deinen Alltagsschuhen. Ein Punkt, den einige im Laden schnell vergessen – die eigene Schuhgröße ist schließlich so gewohnt. Während des Laufens rutscht dein Fuß jedoch bei jedem Schritt nach vorn und braucht für diese Bewegung Platz im Schuh. Zudem schwellen die Füße beim Laufen an, da sie mehr durchblutet werden. Achte demnach beim Anprobieren auf mindestens eine Daumenbreite Platz zwischen deinem großen Zeh und der Schuhspitze. Auch hier nimmt dein persönliches Laufziel wieder Einfluss. Der lockere Feierabendlauf braucht weniger Platzreserve als ein kilometerintensives Marathontraining.

Fehler 2: Nach Optik entscheiden

Das Laufschuhdesign ist oft nicht mehr nur rein funktional, sondern oft extrem stylish. Die Versuchung liegt daher nahe, sich beim Schuh-Kauf von einer ansprechenden Optik leiten zu lassen. Wichtiger als ein cooler Style ist jedoch die Gesundheit deines Bewegungsapparates. Was bringt dir langfristig der coolste Schuh, wenn du ihn wegen Knie- oder Schienbeinschmerzen nicht mehr laufen kannst? Orientiere dich an Kriterien wie deinen regelmäßigen Distanzen, Untergründen, dem Tempo und der Intensität deiner Einheiten. Der beste Schuh für dich ist nicht zwangsweise jener, der auch am besten aussieht.

Fehler 3: Unpassender Schuh-Typ

Dieser Fehler lehnt meist an die Optik an: Dir gefallen die Carbon-Modelle besonders gut? Dummerweise bist du eher Langstreckenläufer und verzichtest gern auf Bahntraining? Dann werden dich diese Schuhe langfristig wohl nicht glücklich machen. Nicht jeder Schuh ist für jeden Lauf und jeden Lauf-Typen geeignet. Bist du viel in den Bergen und auf unebenem Terrain unterwegs? Dann suche nach Trailmodellen mit festem Halt und profilierter Sohle. Wenn du viel in der Stadt, auf Asphalt und flachen Untergründen läufst, achte besonders auf gute Dämpfung und eine bequeme Passform. Für Fortgeschrittene, die hohes Tempo laufen und regelmäßig intensive Einheiten absolvieren, eignen sich Carbonmodelle. Diese sind bei geringerem Tempo jedoch eher hinderlich und können bei Ungeübten schnell zu Überlastungsbeschwerden führen.

Solltest du langfristig Beschwerden oder Fehlstellungen in Füßen bzw. Beinen haben, musst du einmal mehr besonderes Augenmerk auf die Wahl des richtigen Schuhs legen. Hier können passende Modelle deine Symptome oft lindern, andere jedoch für eine spürbare Verschlechterung sorgen. Lasse dich speziell in diesem Fall von Experten beraten.

Fehler 4: Falsche Tageszeit beim Kauf

Im Laufe des Tages schwellen unsere Füße unter der Alltagsbelastung an. Probierst du deine neuen Schuhe morgens an, riskierst du, dass sie beim abendlichen Training drücken können. Teste deine potenziell neuen Schuhe daher im Laden eher am Nachmittag und zuhause an unterschiedlichen Zeitpunkten des Tages. Nur so stellst du sicher, dass sie sich für jede Trainingszeit und auch für längere Distanzen eignen.

Fehler 5: Die falschen Socken bei der Anprobe

Im Training hast du bestenfalls Laufsocken an. Demnach ist es sinnvoll, diese auch bei der Anprobe zu tragen. Wesentlich dickere oder dünnere Socken können das Gefühl im Schuh deutlich verzerren. Im Zweifel merkst du erst beim ersten Trainingslauf, dass der Schuh gar nicht passt.

Checkliste: So findest du den perfekten Laufschuh

Nachdem du nun weißt, was du beim Kauf deiner neuen Lieblingsschuhe nicht machen solltest, wird es Zeit, einen Blick auf die Punkte zu werfen, die dich zur richtigen Kaufentscheidung führen. Die folgende Checkliste verrät dir, wie du im Geschäft den richtigen Laufschuh findest:

1

Wo läufst du?

2

Wie trainierst du?

3

Wie sind deine körperlichen Voraussetzungen?

4

Wie oft läufst du in der Woche?

5

Die richtige Passform und Größe

Fazit