Mizuno ist eine Marke mit deutlich längerer Firmentradition als Adidas oder Puma – und als Nike sowieso. Der japanische Sportartikelhersteller wurde bereits 1906 gegründet. Und da Mizuno auch ein typisch japanischer Hersteller ist, wird hier Tradition großgeschrieben. Insofern hatten die Produktentwickler beim Wave Rider 30 die Herausforderung, die traditionelle Linie nicht gänzlich zu verlassen, gleichzeitig aber auch so viel Innovation wie möglich in die neue Version des Laufschuhs zu stecken. Unser RUNNER’S WORLD-Testfazit vorab: Ersteres ist gelungen – optisch. Zweiteres ist ebenfalls gelungen – technisch. Der neue Wave Rider 30 kommt im bewährten Mizuno-Design: einfach außen, aber eine Menge Technologie innendrin.
Geboren in der Mizuno-Engine
Vor etwa vier Jahren wurde die neue Mizuno-Engine eröffnet. Ein hochmodernes Forschungslabor, in dem Produkttests mit Prototypen und Athleten durchgeführt werden. Zugleich ist es aber eine kleine, smarte Schuhfabrik, in der innerhalb eines Tages neue Prototypen hergestellt werden können. Damit beschleunigt die sich Innovationskraft rapide. Dieses Hintergrundwissen hilft beim Verständnis, was alles beim neuen Wave Rider 30 neu ist. Schließlich ist der Wave Rider schlichtweg das ikonische Aushängeschild von Mizuno. 1997 wurde mit ihm erstmalig die Wave-Technologie eingeführt.

Für die Entwicklung des neuen Modells machten sich die Mizuno-Entwickler mit mehreren Prototypen im Gepäck auf die Reise durch Europa: Sie wollten Testergebnisse und Laufeindrücke sammeln. Was den Entwicklern wichtig war: Der erste Wave Rider wurde entwickelt, als ein Großteil der Läufer in den Seniorenklassen startete, also über 30 Jahre alt waren. „Heute wollten wir aber auch einen Schuh bauen, der sich für die 18-Jährigen und die vielen jüngeren Läuferinnen und Läufer eignet“, betont Lisa, die für Mizuno von Amsterdam aus als Team Lead Performance Footwear arbeitet. Beim Termin mit RUNNER’S WORLD erzählt sie vom aufwendigen Entwicklungsvorgang, den sie mit ihrem Team für den Wave Rider 30 angestrengt habe. Dabei erwähnt sie auch, dass selbst der ursprüngliche Entwickler des Wave Rider, der den ersten Schuh 1997 entworfen hat, noch heute beratend für Mizuno tätig ist; ganz nach japanischem Traditionsverständnis.

Zweimal Mizuno Wave Rider: Vorne Wave Rider 30. Hinten: Wave Rider 29
Komplett neue Mittelsohle
Damals wurde mit dem Wave Rider die in die Mittelsohle integrierte „MIZUNO WAVE Plate“ vorgestellt, die auch im Wave Rider 30 als Element wiederzufinden ist. Diese Platte ist auch hier wieder mit an Bord – in ihrer am weitesten entwickelten Version und nun mit hochkarätiger Unterstützung.
Die wohl größte Neuerung beim Mizuno Wave Rider 30 ist seine zweischichtige Zwischensohle. Die obere, dem Fuß nahe Schicht, ist stickstoffinfundiertes „MIZUNO ENERZY NXT“, ein Kunststoff, der eine weiche und reaktive Dämpfung bietet und zu der Familie der „Superfoams“ gehört. Die untere ist eine EVA-Schicht, die für strukturelle Stabilität und Langlebigkeit auch nach vielen Laufkilometern sorgt.
Die zweite große Neuerung: Der Wave Rider 30 hat 8 mm Sprengung. „Das fühlt sich natürlicher an als die klassischen 10 mm des Wave Rider 29“, so Entwicklerin Lisa. Gleichzeitig ist die Bauhöhe der Mittelsohle angestiegen (42,5 mm an der Ferse). Heißt: Mehr Dämpfungs-Schaumstoff, ein moderneres Design, mehr Vielseitigkeit.
Die dritte wesentliche Veränderung: Die Basis des Mizuno Wave Rider 30 ist im Mittelfußbereich um 14 Millimeter breiter als beim Wave Rider 29, ohne an Gewicht zuzulegen. Die breitere Kontaktfläche vergrößert die Stabilität beim Laufen.

Die MIZUNO WAVE-Technologie entspricht auch beim Wave Rider 30 der ursprünglichen Aufgabe, nämlich Dämpfung und Stabilität auszubalancieren – hier durch die wellenförmige Platte, die beim Wave Rider 30 erstmals über die gesamte Länge des Schuhs verläuft. Die Konstruktion ist ähnlich einer Carbonplatte, ohne die komplette Versteifung. Das Ergebnis ist ein gutes Zusammenspiel: Die Landung ist sanft, ohne dass man im Schuh versinkt. Und die Platte verteilt die Impact-Kräfte, wirkt gleichzeitig aber auch stabilisierend.
Laufgefühl: Deutlich mehr Komfort
Das Ergebnis: Der Wave Rider 30 fühlt sich beim Bodenkontakt spürbar weicher als sein Vorgänger an. Die Wave-Platte, die über die gesamte Länge verläuft und eine leichte Wellenform beschreibt, wirkt nicht mehr (wie zuvor) wie ein versteifendes Stabilitätselement, sondern übernimmt eher die Aufgabe einer integrierten Carbonplatte, die das Dämpfungsmaterial stabilisiert und für mehr Dynamik sorgt. „Beim neuen Wave Rider 30 spüre ich deutlich mehr Reaktivität – ich kann auch den Kilometer in 4:30 min/km oder schneller laufen“, beschreibt ein Testläufer das neue Laufgefühl. Die Verbreiterung der Sohlenkonstruktion erweist sich im Laufalltag als sehr wertvoll und stabilisierend – „beim Abrollvorgang fühle ich mich nochmal sicherer“, so der Testläufer. Die stärkere Fersenrundung und ein leicht aufgebogener Zehenbereich (Rocker) gestalten den Abrollvorgang von der Ferse zum Vorfuß deutlich flüssiger im Vergleich zum Vorgängermodell.

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Obermaterial passt zum Komfortcharakter
Das Obermaterial des Wave Rider 30 ist ebenfalls neu gestaltet und besteht aus „Engineered Mesh“, das sich als sehr atmungsaktiv und anpassungsfähig erweist. Die Lasche bietet in ihrer gepolsterten Ausführung sehr guten Halt, zumal sie über elastische Bänder mit der Mittelsohle verbunden ist.
Laufgefühl auf neuem Niveau
Der Wave Rider 30 erweist sich erneut als hervorragender Trainingsschuh für ruhige Dauerläufe – insofern ist der Schuh ideal auch für Einsteiger. „Gerade für Fersenaufsetzer bringt der Schuh auf der Straße sehr viel Komfort mit – noch spürbar mehr als beim Vorgänger“, so urteilt ein Testläufer. Die Dämpfung schluckt Unebenheiten – übrigens auch auf festen Wald- oder Forstwegen.
Bei zügigem Dauerlauftempo überrascht der Wave Rider 30: Der dynamische Abrollkomfort und das vergleichsweise niedrige Gewicht bieten viel Potenzial nach oben auf der Temposkala. Dabei lässt der Komfort nicht nach – und der Schuh eignet sich sowohl für leichtere als auch für schwere Läufer. Der Wave Rider 30 wurde für Läufer mit neutralem Abrollverhalten entwickelt. Die MIZUNO WAVE-Platte sorgt aber für Stabilität: Wer einen leicht stabilisierenden Abrollvorgang sucht, findet ihn hier. Dabei spielt die Dämpfung mit, denn sie ist nicht zu weich.
Vergleichbar ist der Wave Rider 30 mit Modellen wie Hoka Clifton 10, Adidas Supernova Rise 3 oder auch Saucony Ride 19. Weicher gedämpft sind Modelle wie New Balance 1080 v15 oder Nike Vomero 18, stabiler sind der Mizuno Wave Inspire 22 oder der New Balance 880 oder Asics Gel-Kayano.
Der Wave Rider 30 in Zahlen
- Gewicht: 282 g (Männer), 219 g (Frauen)
- Sprengung: 8 mm
- Preis: 160 Euro





