Lauftreff gründen: So startest du deine Laufgruppe

Lauftreff gründen
So startest du deine Laufgruppe

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.10.2026
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Lauftreff
Foto: Getty Images

Du willst nicht mehr allein trainieren, sondern andere Läuferinnen und Läufer kennenlernen und gemeinsam joggen. Nur, leider findest du keinen Lauftreff, der zu dir und deinen Zielen passt. Laufgruppen sind eine super Möglichkeit, um mit anderen Läuferinnen und Läufern gemeinsam zu trainieren und in Kontakt zu kommen, und werden deshalb immer beliebter. Nur kann das Angebot an manchen Orten mager sein – vor allem außerhalb der Großstädte. Das ist aber kein Problem. Du kannst einfach selbst eine Laufgruppe gründen! Wie, das erfährst du hier. Und mit einer praxisgerechten Ausbildung zum Lauf-Coach kannst du dich auf die Aufgabe vorbereiten. Die LAUF-AKADEMIE von RUNNER'S WORLD hat dafür nämlich ein spezielles Coach-Programm entwickelt, das dich als Coach für die Motivation, Kommunikation und Trainingsvorbereitung mit Laufgruppen vorbereitet.

Schritt 1–3: Konzept festlegen (damit die richtigen Leute kommen)

Bevor du aber beginnst, einen coolen Gruppennamen zu suchen, gibt es ein paar grundsätzliche Fragen, die du dir stellen solltest. Dabei geht es um das Konzept deiner Laufgruppe – also das Ziel und die Trainingsstruktur. Das macht es später leichter, andere Leute mit deiner Gruppenidee zu erreichen.

1. Die richtige Zielgruppe

Zunächst ist es wichtig, dir zu überlegen, welchen Zweck deine Laufgruppe erfüllen und welcher Läufertyp angesprochen werden soll. Frage dich hierfür, was du selbst mit den Gruppenläufen erreichen willst: Willst du einfach nur nach der Arbeit mit anderen joggen gehen? Geht es dir darum, andere Läufer*innen kennenzulernen? Vielleicht willst du auch eine Gruppe nur für Frauen? Oder willst du dich verbessern oder sogar auf ein Rennenvorbereiten? Mit dieser Überlegung weißt du, wen du ansprichst und für wen du das Training gestaltest.

Wenn du mit anderen Joggerinnen und Joggern in Kontakt kommen willst, ist ein Social-Run-Club die perfekte Wahl. Hier liegt der Fokus auf dem gemeinsamen Trainieren. Die Läufe finden meistens einmal pro Woche statt. Die Runde ist kurz und das Tempo entspannt – so kann man sich noch gut unterhalten. Diese Art der Laufgruppe bietet eine Chance für jede und jeden, teilzunehmen.

Ist dein Ziel aber, dich sportlich zu verbessern, kannst du einen Run Club für ambitionierte Läufer*innen starten. So kannst du mit anderen auch mal schnellere und intensivere Einheiten absolvieren. Die Einheiten finden hier auch mal mehrmals pro Woche statt und variieren in Tempo und Distanz.

Natürlich gibt es auch bei Laufgruppen mehr als nur Schwarz und Weiß. Du kannst natürlich auch eine Mischung aus einem ambitionierten Lauftreff und einem Social-Run-Club machen. Trotzdem solltest du dir vorher überlegen, welches Ziel du mit deiner Gruppe verfolgen willst. Denn so fallen dir die nächsten Entscheidungen leichter.

2. Das Training

Wenn du dich also entschieden hast, für wen du deinen Lauftreff organisierst, kannst du dir die Einheiten überlegen. Willst du einfach eine entspannte Runde laufen oder auch mal etwas weiter und intensiver trainieren? Je nachdem, welches Ziel dein Run Club verfolgt, können die Treffen zwischen Easy Runs und Tempotraining variieren. Du kannst zunächst auch erst mit einer Trainingsart beginnen und über die Zeit mit deinen Teilnehmer*innen gemeinsam entscheiden, ob und wie die Treffen erweitert werden sollen.

3. Terminrhythmus

Wie oft willst du dich mit deiner Gruppe pro Monat treffen? Die meisten kommen wöchentlich zusammen. Hier geht es aber nicht nur darum, welcher Rhythmus schön wäre, sondern auch darum, was tatsächlich machbar ist. Schließlich soll eine eigene Laufgruppe Spaß machen. Behalte dabei aber auch den Umfang der geplanten Einheiten im Kopf – ein 5‑Kilometer-Lauf ist weniger zeitintensiv als ein 15‑Kilometer-Long-Run. Am wichtigsten ist dabei eigentlich, dass das Training in regelmäßigen Abständen stattfindet. So können die Teilnehmer*innen planen und sich auf die Treffen vorbereiten.

Schritt 4: Treffpunkt und Route planen

Jetzt geht es von der Theorie zur tatsächlichen Planung. Abhängig vom geplanten Training musst du jetzt eine Route festlegen. Diese sollte aber nicht nur zur Zielgruppe passen und in Schwierigkeit und Distanz der Einheit entsprechen. Sie sollte auch gut erreichbar sein. Achte also darauf, dass dein Treffpunkt gut angebunden und einfach zu finden ist. Wenn du es dir leichter machen willst, ist es auch vollkommen okay, jedes Mal die selbe Route zu laufen.

Schritt 5: Pace-System und „No-drop“-Regeln definieren

Die meisten Laufgruppen bieten unterschiedliche Tempogruppen an. Das heißt, dass die Teilnehmer sich vor dem Start der Einheit in unterschiedlich schnelle Gruppen einteilen. Wenn du Pacegruppen anbieten willst, musst du aber einiges beachten:

  • Anzahl: Wie viele Tempogruppen willst du pro Einheit anbieten? Wenn der Fokus deiner Gruppe auf entspanntem Joggen liegt, um miteinander ins Gespräch zu kommen, reicht eine Pacegruppe womöglich völlig aus. Die Anzahl der Tempogruppen hängt vor allem von der Zahl an Teilnehmenden ab, sowie von der Trainingsart.
  • Geschwindigkeit und Abstand: Wie schnell sollen die Gruppen laufen und wie viel Abstand liegt zwischen ihnen? Die meisten Laufgruppen bieten Geschwindigkeiten zwischen 5:00 Minuten und 8:00 Minuten pro Kilometer an. Wichtig hierbei ist, dass der Abstand zwischen den beiden Gruppen nicht zu groß, aber auch nicht zu klein ist. Eine gute Orientierung ist ein Pace-Unterschied von etwa einer halben bis einer Minute.
  • Gruppenguide: Ein Guide oder Gruppenführer achtet darauf, dass die Tempogruppe die richtige Geschwindigkeit beibehält, auf der Strecke bleibt und niemand verloren geht. Du kannst dich aber nicht zweiteilen. Du solltest dir also zuvor überlegen, wer die anderen Gruppen anführt und ihnen den Weg zeigt. Vielleicht ist ein*e Teilnehmer*in bereit, diese Aufgabe zu übernehmen und eine weitere Pacegruppe anzuleiten. Für den Anfang kannst du auch deine Freunde oder andere Bekannte fragen.
  • Drop oder No-Drop: Bevor es losgeht und sich die Tempogruppen aufteilen, solltest du ansagen, ob es eine No-Drop-Regel gibt. Das bedeutet, dass niemand zurückgelassen oder abgehängt wird. Vor allem wichtig ist diese Frage für die langsamste Pacegruppe. Denn ihre Mitglieder können sich nicht einfach zu einer langsameren Gruppe zurückfallen lassen. Stelle also die Frage, ob eine No-Drop-Regel gilt und für welche Tempogruppen.

Natürlich musst du nicht von Beginn an Pacegruppen anbieten. Schließlich lernst du erst mit der Zeit, wie schnell die Teilnehmenden sind, und wie die Einheiten tatsächlich ablaufen. Du kannst dich also auch einfach mit den anderen Läuferinnen und Läufern vor der jeweiligen Einheit absprechen. Dennoch ist es empfehlenswert, sich davor Gedanken zu machen.

Schritt 6: Ablauf am Lauftreff-Tag

Du kannst dir selbst aussuchen, wie das Training aussehen soll. Das heißt aber auch, dass du für einen flüssigen Ablauf zuständig bist. Frage dich also, wie ein Lauftreff-Tag aussehen soll. Die meisten Laufgruppen haben einen ähnlichen Ablauf, der bei jedem Training gleich bleibt. Das gibt Struktur und hilft den Teilnehmenden, zu planen und sich an das Training in der Gruppe zu gewöhnen.

  1. Der Zeitpunkt: Gib schon einige Tage vor dem Lauftreff bekannt, wann er stattfindet und wo der Treffpunkt ist. Überlege dir zudem, wie lang du vor jeder Einheit auf weitere Teilnehmende warten willst, bevor du startest.
  2. Begrüßung und Information: Jetzt sind alle Gruppenmitglieder da und bereit, mit dem Training zu starten. Bevor es aber richtig losgeht, solltest du alle noch einmal begrüßen und auf die wichtigsten Gruppen- und Sicherheitsregeln hinweisen. Dann kannst du auch schon erklären, was in der heutigen Einheit ansteht und wie die Strecke verläuft.
  3. Das Warm-up: Vor jedem guten Training sollte ein kurzes Aufwärm-Programm stehen. So gehst du sicher, dass sich keiner deiner Teilnehmenden verletzt.
  4. Pacegruppen: Falls du dich für Tempogruppen entschieden hast, ist jetzt der Zeitpunkt, um alle Teilnehmenden in diese einzuteilen. Dann kann es losgehen!
  5. Nach dem Lauf: Gehe nach der Einheit nicht sofort nach Hause, sondern gib den Gruppenmitgliedern noch etwas Zeit, sich auszutauschen. Schließlich geht es hier auch darum, andere Läuferinnen und Läufer kennenzulernen. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, um das nächste Training anzukündigen und nach Feedback zu fragen.

Schritt 7: Sicherheit und Verantwortung

Als Organisator*in bist du dafür verantwortlich, dass sich deine Gruppenmitglieder wohl und vor allem sicher fühlen. Deshalb solltest du darauf achten, dass die folgenden 4 Aspekte auf deinen Läufen eingehalten werden:

✅ Verkehrsregeln

Auch während des Trainings müssen die Verkehrsregeln beachtet werden. Sonst kann es schnell gefährlich werden. Erinnere deine Gruppenmitglieder also daran, bei roten Ampeln stehen zu bleiben und auf Autos, Fahrräder und andere Fußgänger zu achten.

✅ Rücksichtsvolles Verhalten

Beim Laufen in der Gruppe muss man nicht nur an Autos oder Fahrräder denken. Auch auf die anderen Gruppenmitglieder sollte geachtet werden. Das bedeutet, dass man sich genug Platz lässt, aufeinander achtgibt, wenn man die Straße quert oder ein*e Läufer*in zurückfällt oder sich verletzt hat. Das stärkt den Teamgeist und sorgt für Sicherheit während des Trainings.

✅ Realistische Selbsteinschätzung

Alle Teilnehmenden sollten sich vor und während der Einheit überlegen, ob sie fit genug sind, diese zu absolvieren. Das ist wichtig, um Überlastung und Verletzungen vorzubeugen. So kannst du aber auch sicherstellen, dass das Training wie geplant und ohne große Verzögerungen ablaufen kann.

✅ Respektvoller Umgang

Laufen soll allen Spaß machen. Das geht aber nur, wenn sich jeder wohlfühlen kann. Deshalb ist ein respektvoller Umgang besonders wichtig. Stelle deshalb klar, dass problematisches, rücksichtsloses oder beleidigendes Verhalten in deiner Gruppe keinen Platz hat.

Schritt 8: Kommunikation und Tools

Soweit hast du deinen Laufclub geplant, jetzt musst du nur noch andere über das Training informieren. Schließlich sollten deine Gruppenmitglieder wissen, wann das nächste Training stattfindet, wie weit die Strecke ist und welche Pacegruppen es gibt. Das ist zum Glück gar nicht so schwer. Auf Laufapps wie Strava kannst du ganz einfach einen Kanal für deine Laufgruppe erstellen und so über die bevorstehenden Einheiten informieren. Viele Run-Clubs nutzen zudem Instagram und Co., um über einen extra Account Informationen und Updates zu teilen. Welche Kanäle du für die Kommunikation nutzt, hängt zum einen von deiner Zielgruppe ab, aber auch von dir selbst. Schließlich solltest du dich mit der App oder Website auskennen, um regelmäßige Updates geben zu können.

Schritt 9: Die ersten Teilnehmer gewinnen

Das Wichtigste für eine Laufgruppe sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer! Aber wie kann man andere Läuferinnen und Läufer auf die eigene Gruppe aufmerksam machen?

Das kannst du zum einen ganz analog mit Flyern machen. Hänge sie bei Sportstätten, an beliebten Laufrouten oder bei Sportfachgeschäften auf. Darauf solltest du neben den grundlegenden Fakten auch angeben, über welche Kanäle man genauere Informationen zu den Einheiten finden kann. Frage außerdem deine Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen, ob sie ein Teil deiner Gruppe werden wollen oder Läufer*innen kennen, die womöglich Interesse haben.

Aber auch online solltest du Werbung für dich machen. Teile Informationen zu deiner Laufgruppe über alle möglichen Kanäle – ganz egal, ob Instagram-Story, WhatsApp-Status oder Facebook-Post. Wenn es darum geht, andere auf deinen Run Club aufmerksam zu machen, gilt nur ein Grundsatz: Sei hartnäckig. Probiere verschiedene Möglichkeiten aus und nutze so viele Kommunikationskanäle wie möglich.

Schritt 10: Dranbleiben – so wird aus einem Lauf ein regelmäßiger Lauftreff

Der erste Lauf mit deiner eigenen Laufgruppe ist geschafft. Jetzt heißt es: Dranbleiben! Nur mit regelmäßigem Training und konstanter Kommunikation auf deinen gewählten Kanälen wird aus einem einmaligen Treffen ein etablierter Run Club. Ebenfalls wichtig: Höre auf deine Mitglieder und frage regelmäßig nach Feedback. Nur so kannst du sicherstellen, dass deine Einheit weiterhin deine Mitglieder anspricht und Spaß macht.

FAQ: Lauftreff gründen

Fazit