Ulrich Wolff ist seit 1970 Mitglied im Postsportverein Brilon (PSV Brilon). „Als damals 16-Jähriger war ich allerdings auf der Mittelstrecke zu Hause, während die meisten anderen Läufer im Verein ambitionierte Marathonläufer waren“, berichtet er. Trainingsmäßig passte das noch nicht so gut zusammen. „Deshalb wandte ich mich dem Handball zu, war aber immer auch laufend unterwegs. Ab 1990 habe ich dann wieder etwas mehr ins Lauftraining investiert, da ich das Laufen mit meinem Beruf als Pilot bei der Lufthansa gut verbinden und mit wenig Aufwand überall auf der Welt betreiben konnte.“
Durch seinen Beruf hat Ulrich viel von der Welt gesehen, flog zu verschiedenen Kontinenten und Ländern, wo er dann meistens auch eine Runde lief. „Doch die schönsten Laufstrecken für mich liegen in deutschen Städten am Wasser: München, Hamburg, Berlin, Potsdam. Ich liebe diese flachen Strecken am Wasser entlang.“ Das ist ein guter Kontrast zu seinem Zuhause in Brilon im Mittelgebirge Hochsauerland, wo er oft in den Bergen läuft.
Zu seinen besonderen Stärken gehören die 5-km-Distanz, zehn Kilometer und der Halbmarathon. Im 5-km-Straßenlauf lief er im Sommer letzten Jahres mit 19:35 Minuten persönliche Bestzeit bei den Landesmeisterschaften Westfalen in Gladbeck, wo er seine Altersklasse dominierte. Bei der Deutschen Meisterschaft in Siegburg im vergangenen September siegte er beim 10-km-Straßenlauf mit 41:22 und bei der Halbmarathon-DM in Paderborn lief er mit 1:29:38 auf den ersten Platz. Über die vergangenen drei Jahrzehnte sammelte Ulrich rund 300 Wettkämpfe, bei denen er das Läuferfeld seiner Klasse anführte.

Seit 15 Jahren gibt Ulrich Wolff als Trainer sein Läuferwissen an den Nachwuchs weiter, mit dem er trotz teilweise großem Altersunterschied mithalten kann. Der ehemalige Pilot läuft bereits seit 56 Jahren und gehört mit seinen Bestzeiten über fünf und zehn Kilometer sowie Halbmarathon zur deutschen Elite in der Altersklasse M70.
Ulrich ist in allem, was er tut – ob Familie, Beruf, Sport oder Ehrenamt –, ausdauernd, konsequent und verlässlich. Seit 46 Jahren ist er glücklich verheiratet. Er hat zwei Töchter und zwei Enkelkinder. Nachdem Ulrich sich als Pilot bereits mit 55 in den Ruhestand verabschiedet hatte, engagierte er sich ehrenamtlich stärker in seinem Verein. Seither ist er lizenzierter Lauftrainer, Lauftreffleiter und Erster Vereinsvorsitzender. Außerdem schreibt er alle Berichte rund ums Laufen für die Vereinswebseite. Das Vereinsleben macht ihm richtig Spaß:
„Es ist toll, dass ich als alter Hase meine Erfahrungen und Kenntnisse an unsere jüngeren Läuferinnen und Läufer weitergeben und zugleich mit den meisten unseres Lauftreffs noch mithalten kann.“
Jeden Dienstag, um 18.30 Uhr, trifft er sich mit seiner großen Laufgruppe zum Training. Am Samstag macht er mit ein paar Laufkollegen den langen Lauf und donnerstags steht immer Intervalltraining auf der Bahn an. „Meine Trainingspläne schreibe ich mir selbst, halte mich aber nicht stur daran.“ Ulrich entwickelte über die Jahrzehnte hinweg ein cleveres Trainingskonzept, das perfekt zu ihm passt: „Ich habe relativ geringe Umfänge, 40 bis 50 Kilometer pro Woche, mache viel Ausgleichs- und Alternativsport wie Radfahren, Wandern und Krafttraining und bereite mich immer gezielt mit einem Zwölf-Wochen-Trainingsplan auf die Wettkämpfe vor.“ Durch dieses moderate Training kann er ausreichend regenerieren und ist seltenst verletzt.
Ulrich ist ruhig, fürsorglich und aufgeräumt – das merkt man auch im Interview. Wenn er mir nicht zu Anfang unseres Gesprächs erzählt hätte, dass er Pilot war, hätte ich auf Pädagoge oder Lehrer getippt. Er ist groß und hat eine athletische Figur. Ernährung ist in seiner Familie ein wichtiges Thema. Seine Ehefrau, die ebenfalls sehr sportlich ist, kocht bewusst fast immer vegetarisch. „Nur einmal pro Woche gibt es bei uns Fisch.“ Ulrich besitzt eine Unmenge an Medaillen und Urkunden, aber nur zwei davon hängen in seinem Schlafzimmer, weil sie ihm besonders viel bedeuten: „Die Urkunde der Deutschen Meisterschaft im Halbmarathon von 2025 und die vom Halbmarathon am Rennsteig 2011, als ich Erster in der AK 55 wurde.“ Es werden mit Sicherheit noch viele folgen, doch an die Wohnzimmerwand werden sie es kaum schaffen. Denn Eitelkeit gehört nicht zu Ulrichs Charakterzügen. Eher Zurückhaltung und Bescheidenheit.
CRIVIT und RUNNER’S WORLD feiern die Masters-Klasse*Wir haben leidenschaftliche Läuferinnen und Läufer der Mastersklasse gesucht – und über 300 haben an unserer Aktion „Top-Master“ teilgenommen. Eine Jury der Redaktion und Lidl hat 30 Gewinner ermittelt und ihnen einen CRIVIT-Carbon-Laufschuh für ihr Engagement und ihre Erfolge zugesandt.
Zwei der Bewerber stellen wir in dieser Rubrik in diesem und im nächsten Monat stellvertretend für die vielen tollen Masters-Läuferinnen und -Läufer vor.
*Masters-Läufer sind alle Läuferinnen und Läufer, die über 35 Jahre alt sind. Sie sind starke Meinungsmacher in ihren Lauf-Communities. Die neuen CRIVIT-Carbon-Schuhe passen ideal zu den Ansprüchen der Masters-Läufer: Sie bringen Dynamik in den Schritt, machen schnell, überfordern die Laufökonomie aber nicht und sind deshalb für ein breites Leistungsspektrum einsetzbar.
[Anzeige]












