Amazfit Cheetah 2 Ultra im Test

Outdoor-Uhr für Ultra- und Trailrunning
Amazfit Cheetah 2 Ultra im Test

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.07.2026
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Amazfit Cheetah 2 Ultra
Foto: RUNNER’S WORLD

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Schaut man sich das Datenblatt der Amazfit Cheetah 2 Ultra an, kann sie vieles von dem, was man heute von einer Top-Outdooruhr anderer Hersteller wie Garmin und Suunto kennt – und was auch die Amazfit T-Rex 3 Pro bietet, die ich im vergangenen Jahr getestet habe.

Amazfit Cheetah 2 Ultra
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Überblick über die Highlight-Funktionen:

  • Navigation mit detaillierten Offlinekarten
  • Trailrunning-Modus mit Höhenprofil
  • Akkulaufzeit von 33 Stunden im genauesten Modus
  • LED-Taschenlampe im Gehäuse
  • Gehäuse aus robustem Metall (Titan)
  • Mikrofon und Lautsprecher für Telefonie, Sprachmemos und Musik
  • Speicher für Musik und Podcasts
  • KI-Assistent (Zepp Flow)

Anders als bei der T-Rex 3 Pro ist die Cheetah 2 Ultra nicht eckig, sondern rund. Dadurch sieht sie weniger nach klassischer Outdooruhr aus – obwohl sie genau das sein will. Mir gefällt die Uhr: Das Gehäuse aus Titan mit Saphirglas wirkt sehr wertig. Mit 47,4 Millimetern Durchmesser und 13,3 Millimetern Höhe ist die Amazfit Cheetah 2 Ultra in etwa so groß wie eine Garmin Fenix 8 in 47 Millimetern. Mit Silikonarmband wiegt die Uhr 70 Gramm, mit dem beiliegenden Nylonband 58 Gramm. Unabhängig vom Band sitzt sie überraschend bequem, auch an schmalen Handgelenken.

Das 1,5-Zoll-AMOLED-Display löst mit 480 x 480 Pixeln auf und ist mit bis zu 3000 Nits sehr hell. Hell ist auch die eingebaute LED-Taschenlampe: Sie leuchtet in drei Stufen weiß sowie in einer Stufe rot (auch blinkend). Zum Laufen im Dunkeln ist die Lampe nicht gedacht, eher dafür, dass man gesehen wird oder sich im dunklen Keller orientieren kann.

Die Bedienlogik mit vier Knöpfen (zwei links, zwei rechts) und Touchdisplay ist schnell verstanden. Die Uhr reagiert prompt auf Eingaben. Das Menü ist logisch aufgebaut, und auch in der Smartphone-App Zepp findet man sich schnell zurecht. Bis auf ein paar Übersetzungsfehler habe ich hier wenig zu kritisieren.

Mit 599 Euro ist die Cheetah 2 Ultra allerdings deutlich teurer als die T-Rex 3 Pro. Amazfit verlangt rund 200 Euro mehr. Warum, ist mir nicht ganz klar, denn abgesehen von der Optik sind sich beide Uhren in vielen Punkten ähnlich.

Sportfunktionen

Ich habe nicht nachgezählt, aber die Amazfit Cheetah 2 Ultra soll mehr als 180 Sportmodi unterstützen – von Laufen über HYROX bis hin zu sehr speziellen Aktivitäten. Anders als die T-Rex 3 Pro ist die Cheetah 2 Ultra nicht fürs Tauchen gedacht, da sie „nur“ bis 5 ATM wasserdicht ist. Schwimmen und Schnorcheln funktionieren aber natürlich.

Sehr gut gefällt mir, dass du die Datenseiten der einzelnen Sportmodi direkt auf der Uhr anpassen kannst, ohne dafür die Smartphone-App öffnen zu müssen. Trainingseinheiten wie etwa ein Intervalltraining lassen sich sowohl auf der Uhr als auch in der App anlegen und speichern.

In der Metrik HybridCharge soll nicht nur die Trainingsbelastung des Lauftrainings, sondern auch anderer Sportarten ermittelt werden. Das ist ein guter Ansatz, schließlich trainieren viele Läufer zusätzlich – in meinem Fall Krafttraining und Radfahren. Du siehst detailliert, wie die Uhr dein Energielevel aktuell und in den letzten Stunden bewertet. Außerdem wird aufgeführt, welche Trainingseinheiten wie viele Punkte „gekostet“ haben.

Amazfit Cheetah 2 Ultra
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Weniger nachvollziehbar ist für mich der Punkt LifeLoad. Dort kannst du zwischen „Erholsamer Schlaf“ und „Schlechter Schlaf“ wählen und jeweils „hoch“, „mittel“ oder „niedrig“ auswählen. Die Logik dahinter ist nicht selbsterklärend – es wäre aus meiner Sicht einfacher, wenn man den Schlaf insgesamt auf einer Skala bewerten könnte. Zusätzlich hatte ich hier eine merkwürdige Übersetzung: Nachdem ich „Erholsamer Schlaf“ und „hoch“ ausgewählt hatte, erstellte die Uhr ein Ereignis mit dem Namen „Erholsamer Schlaf schwerer Aufprall“. Vermutlich ist das ein Übersetzungsfehler. Laut Amazfit arbeitet man daran, solche Fehler nach und nach zu beheben.

Wichtiger als diese kleinen Fehler ist für mich die Ermittlung der Trainingsintensität. Wenn du die Herzfrequenzzonen in der Zepp-App korrekt einstellst, schätzt die Amazfit Cheetah 2 Ultra sowohl Belastung als auch Leistungsfähigkeit insgesamt ziemlich gut ein. Ich muss aber dazusagen: Nach einer kurzen anfänglichen Testphase habe ich die Uhr fast nur noch mit Pulsgurt genutzt, weil die optische Messung am Handgelenk zu unzuverlässig war.

Messgenauigkeit

Der optische Herzfrequenzsensor der Amazfit Cheetah 2 Ultra stößt bauartbedingt an Grenzen. Im Alltag geht die Messung in Ordnung, und auch beim Laufen liegt sie oft nah an der Realität – allerdings gibt es immer wieder Aussetzer. Bei einem Intervalltraining erkannte der Sensor den Verlauf der Herzfrequenz manchmal, manchmal aber auch nicht. Teilweise zeigte die Uhr beim Auslaufen nach dem Training einen höheren Puls an als während der Belastungen.

Wenn du nach Herzfrequenz trainierst oder möchtest, dass die Algorithmen für die Trainingsanalyse möglichst zuverlässig arbeiten, solltest du daher einen Pulsgurt tragen.

Amazfit Cheetah 2 Ultra

Beim Intervalltraining auf einer 400-Meter-Bahn nutzte ich den Modus „Laufen auf Sportplatz“, der die Messgenauigkeit auf der Rundbahn erhöhen soll. Einen Bahn- oder Trackmodus gibt es auch bei anderen Herstellern wie Coros oder Garmin – dort arbeitete er in meinem Vergleich deutlich zuverlässiger. Die Cheetah 2 Ultra ermittelte Runden zwischen 379 und 402 Metern. Das führte dazu, dass bei identischer Rundendauer die Rundenpace um fast 30 Sekunden pro Minute variierte.

Abgesehen davon ist die Aufzeichnungsqualität von Distanz und Geschwindigkeit insgesamt gut. Die Amazfit Cheetah 2 Ultra unterstützt sechs Navigationssatellitensysteme (GNSS) und Dualband beziehungsweise Multiband. Das Signal findet die Uhr schnell, langes Warten auf die Satellitenverbindung entfällt. Aussetzer oder Sprünge in der Aufzeichnung gab es im gesamten Testzeitraum nicht. Im Vergleich zu anderen Top-Sportuhren konnte ich bei meinen Läufen keine relevante Abweichung der ermittelten Distanz erkennen.

Navigation

Die Bedienung des Kartenmaterials möchte ich ausdrücklich positiv hervorheben. Sie ist sehr einfach gelöst: In der Zepp-App wählst du den gewünschten Kartenausschnitt aus und lädst ihn direkt herunter. Dank WLAN geht das schnell. Alternativ kannst du per Bluetooth übertragen; das dauert länger, ist aber immer noch flott.

Routen landen als Dateien auf der Uhr. Du kannst auch Drittanbieter-Apps wie Komoot und Strava mit dem Zepp-Account koppeln. Geplante Strecken werden allerdings nicht automatisch synchronisiert, sondern müssen manuell importiert werden. Der Weg ist etwas verschachtelt: Profil » Verknüpfung von Drittanbieter-Konten » Komoot oder Strava » Import Straßen. Erst danach lässt sich eine Route auf die Uhr übertragen.

Sobald die Route auf der Uhr ist, kannst du sie im Sportmodus unkompliziert öffnen und nachlaufen. Du kannst einstellen, ob die Karte hell oder dunkel dargestellt wird, und auch festlegen, in welcher Richtung du die Route absolvieren willst. Praktisch: Zusätzlich zur Strecke zeigt die Uhr ein Höhenprofil sowie die Distanz bis zu den nächsten Anstiegen. Geht es bergauf, zeigt der Anstiegsassistent den Steigungsverlauf sowie Restdistanz und noch fehlende Höhenmeter bis zum Ende des Anstiegs an. Abbiegehinweise liefert die Uhr ebenfalls recht zuverlässig.

Im Vergleich zur T-Rex 3 Pro läuft die Navigation ruckelfrei, was an einem schnelleren Prozessor oder mehr Arbeitsspeicher liegen könnte. Unterm Strich ist die Navigationsfunktion der Amazfit Cheetah 2 Ultra sehr stark.

Amazfit Cheetah 2 Ultra
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Ein Feature, das ich bislang nur von Garmin kannte, ist die automatische Erstellung von Routen. In der Karten-App unter „Rundreiseroute erstellen“ kannst du Himmelsrichtung und Distanz (5 bis 50 Kilometer) eingeben, und die Uhr berechnet eine Route. Bei Garmin basieren die Vorschläge auf den Laufstrecken der Nutzer. Wie Amazfit die Streckenvorschläge kuratiert, ist nicht transparent. Trotzdem ist die Funktion praktisch, wenn du dich in einer Gegend nicht auskennst.

Zusätzlich helfen Points of Interest wie öffentliche Toiletten, Supermärkte, Hotels oder Arztpraxen. Diese sind im Kartenmaterial hinterlegt und lassen sich direkt auf der Uhr suchen.

Eine weitere Besonderheit: Wenn du bei der Navigation von der Route abkommst, gibt die Uhr zunächst einen Hinweis und zeigt an, wie weit du von der Strecke entfernt bist. Nach einer Weile berechnet sie die Route neu – ähnlich wie man es vom Auto-Navi oder von Garmins Fenix-8-Reihe kennt. Dieses Re-Routing kann praktisch sein, wenn ein Abschnitt nicht laufbar ist und du schnell wieder auf die ursprüngliche Route finden willst. Gleichzeitig kann es dazu führen, dass du einen Abschnitt der geplanten Strecke auslässt, weil die Uhr nicht klar unterscheidet, was Originalroute und was neu berechnete Route ist. In meinem Test war ich zwar immer schnell wieder auf der Originalroute, trotzdem fände ich es gut, wenn man diese Funktion optional abschalten könnte.

Akkulaufzeit

Bis zu 33 Stunden Laufzeit im genauesten Aufzeichnungsmodus reichen für die allermeisten Rennen. Wer bei sehr langen Events näher am Zeitlimit ist, muss allerdings einen anderen Aufzeichnungsmodus wählen. Leider ist das während einer laufenden Aktivität nicht möglich: Weder in den Trainingseinstellungen noch in den Systemeinstellungen kannst du die Satelliteneinstellungen anpassen oder einen Energiesparmodus aktivieren, wenn bereits aufgezeichnet wird. Zusätzlich zeigt die Uhr vor und während einer Aktivität nicht an, wie viele Stunden man mit der verbleibenden Akkuladung voraussichtlich auskommt. Das erschwert die Planung, ob du nachladen oder die Energieeinstellungen vorab ändern solltest.

Abgesehen davon ist die Akkulaufzeit sehr gut. Im Test kostete eine Stunde Aktivitätsaufzeichnung im Schnitt 2 bis 3 Prozent Akkuladung – abhängig davon, ob Navigation läuft, Musik abgespielt wird oder wie häufig du das Display aktivierst. Rechnerisch ergeben sich damit etwa 33 bis 50 Stunden Aufzeichnung. Während meines Tests kam ich mit einer Akkuladung problemlos zwölf Tage weit, inklusive insgesamt 18 Stunden Aktivitätsaufzeichnung. Für eine Uhr mit AMOLED-Display sind das starke Werte.

Smarte Funktionen

Zum Abschluss noch die smarten Funktionen – die nicht in jedem Punkt wirklich smart wirken. Weil die Amazfit Cheetah 2 Ultra sowohl Mikrofon als auch Lautsprecher hat, sind Telefonate über die Uhr möglich, solange dein Smartphone per Bluetooth in Reichweite ist. Kurz vor Ende meines Tests bekam ich außerdem die Information, dass künftig auch iPhone-Nutzer auf Nachrichten antworten können sollen (E-Mails und SMS). Mit Android war das bereits möglich.

Amazfit Cheetah 2 Ultra
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Der KI-Sprachassistent Zepp Flow lässt sich per Knopfdruck starten und fordert sehr offensiv dazu auf, „alles zu fragen“. Gesprochenes versteht die Uhr überraschend gut, die Antworten waren in meinem Test aber oft wenig hilfreich. Auf die Frage, ob ich heute noch laufen gehen sollte, öffnete die Uhr zwar einen Statusbildschirm und sagte: „-71, zu hoch Status“. Der Satz ist holprig – und der Wert war für mich nicht nachvollziehbar. Einen Trainingsstatus mit „-71“ konnte ich weder auf der Uhr noch in der App eindeutig finden. Es gibt zwar den Menüpunkt „Trainingszustand“, dort sehe ich die Trainingsbelastung der vergangenen sieben Tage, meine VO₂max und die Zeit bis zur nächsten harten Einheit. Woher der Wert „-71“ kam, blieb offen.

Die Amazfit Cheetah 2 Ultra kann Musik und Podcasts abspielen – entweder über den integrierten Lautsprecher (klanglich eher zweckmäßig) oder über gekoppelte Bluetooth-Kopfhörer. Du kannst entweder den Player auf dem Smartphone steuern oder Inhalte direkt auf der Uhr abspielen. Podcasts lassen sich über einen RSS-Feed abonnieren und herunterladen. Musik musst du als Datei auf die Uhr übertragen. Insgesamt stehen 64 Gigabyte Speicher zur Verfügung, eine Einbindung von Streamingdiensten wie Spotify gibt es nicht.

Der verbaute NFC-Chip erlaubt kontaktloses Bezahlen. Zepp Pay funktioniert allerdings nur mit einer Mastercard oder über die zusätzliche App Curve, in der du ein Konto anlegen musst, um eine andere Kreditkarte zu hinterlegen. Das ist etwas umständlich, funktioniert anschließend aber zuverlässig. Gerade beim Sport kann es praktisch sein, die Kreditkarte in Form der Uhr dabeizuhaben.

Unter „Mitgliedskarten“ lassen sich außerdem Barcodes und QR-Codes auf die Uhr übertragen. Wer solche Codes im Alltag regelmäßig nutzt, etwa für den Check-in im Fitnessstudio, dürfte das Feature hilfreich finden. Auch Bordkarten lassen sich so speichern – wobei man beim Fliegen das Smartphone meist ohnehin dabeihat.

Fazit