Garmin Forerunner 70 und 170

Die neuen Einstiegsmodelle von Garmin
Garmin Forerunner 70 & 170 im Test

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.06.2026
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Garmin Forerunner 70 und 170
Foto: RUNNER’S WORLD

Auf den ersten Blick wirken die beiden schwarzen Uhren, die ich von Garmin für diesen Test erhalten habe, identisch. Und in der Tat sind die Kunststoffgehäuse der Forerunner 70 und Forerunner 170 gleich groß (Durchmesser: 42,6 Millimeter, Höhe: 11,9 Millimeter) und mit 40 bzw. 41 Gramm im Grunde auch gleich schwer. Ebenso ist das farbenfrohe, helle AMOLED-Display, welches 1,2 Zoll groß ist und mit 390 x 390 Pixeln auflöst, identisch. Auseinanderhalten kann ich die Uhren nur anhand des gelben Knopfes oben rechts (Forerunner 70) und der gelben Akzente am Armband (Forerunner 170). Es gibt die Uhren noch in Weiß, Gelb, Lila, Grün und Rot. Das kleine, leichte Gehäuse sitzt auch an dünnen Armen bequem und wackelfrei.

Identisch, und der bekannten Garmin-Philosophie folgend, ist auch das Bedienkonzept mit insgesamt fünf Knöpfen und einem Touchscreen. Das funktioniert alles schnell, intuitiv und zuverlässig. Aber bei allen Gemeinsamkeiten gibt es natürlich auch Unterschiede.

Wie unterscheiden sich Garmin Forerunner 70 & 170 (Music)?

Garmin Forerunner 70 und 170
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Garmin positioniert beide neuen Forerunner-Modelle als Uhren für Laufeinsteigerinnen und -einsteiger. Die „größere“ 170 verfügt dabei über mehr Funktionen als die „kleine“ 70 – diese Nomenklatur setzt sich so bis zum High-End-Modell Garmin Forerunner 970 fort.

Beide neuen Forerunner-Modelle sind nicht nur Laufuhren, sondern unterstützen eine Vielzahl an Sportarten. Dabei ist wichtig, dass nur die 170 einen Modus für das Freiwasserschwimmen besitzt und das Koppeln von Powermetern und Indoortrainern fürs Radfahren unterstützt. Auch Barometer und Kompass stecken nur in der 170. Wer Triathlon macht, wird bei beiden Uhren aber einen dezidierten Multisport- bzw. Triathlonmodus vermissen – die drei Sportarten (Schwimmen, Radfahren und Laufen) sind aber natürlich einzeln verfügbar.

Wie gut sind die Tracking- und Coaching-Funktionen?

Obwohl die beiden Modelle 70 und 170 den Einstieg in die Forerunner-Welt darstellen, vermisst man auf den ersten Blick keine Funktionen, die für Alltag und Training wichtig sind. Schlaf, Herzfrequenzvariabilität (HRV bzw. HFV), Stress, Fitness, Trainingsintensität, Trainingsbereitschaft, Laufstildaten, ... – beide Uhren können wirklich verdammt viel. Es gibt sogar die hilfreichen Morgen- und Abendberichte, die Empfehlungen zum Schlaf, zum Training und zur Erholung liefern. Von den beliebten Funktionen fehlen im Grunde nur die EKG-Funktion und Offlinekarten, die Garmins Topmodellen vorbehalten bleiben.

Garmin Forerunner 70 und 170
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Eine Funktion, die bei den Topmodellen schon lange Standard ist, aber vermutlich wenig verwendet wird, ist das adaptive Laufcoaching. Wer einen Lauf startet, erhält eine Empfehlung für das anstehende Training, welche auf dem zurückliegenden Training, dem Erholungsstatus, dem Belastungsfokus, den Wettkampfzielen und vielen weiteren Parametern basiert. Von Dauerläufen, über Intervalltrainings bis hin zu Ruhetagen können die Empfehlungen reichen. Ich nehme mal an, dass ambitionierte Sportlerinnen und Sportler dies eher wenig nutzen, da sie einen echten Coach haben, einen Trainingsplan nutzen oder selbst entscheiden, wie sie trainieren. Doch für die Zielgruppe der Garmin Forerunner 70 und 170 sehe ich die Funktion als sehr hilfreich, um ein gesundes Maß an Be- und Entlastung zu finden. Der Garmin Coach kann dabei helfen, intensiv genug, aber nicht zu intensiv zu trainieren.

Um optimale Empfehlungen zu geben, benötigen Algorithmen und künstliche Intelligenz, die im Hintergrund für die Auswertung und Anleitung zuständig sind, möglichst genaue Daten. Nur wenn die Grundlage stimmt, können die Ableitungen stimmen. Daher stellt sich folgende Frage:

Wie genau sind GPS-Aufzeichnung und Pulsmessung?

Garmin Forerunner 70 und 170
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Dass Garmin den beiden Forerunner-Modellen 70 und 170 keinen Dualband- bzw. Multiband-Sensor verbaut, ist zwar nicht zeitgemäß, aber, wie mein Test zeigt, auch nicht schlimm. Der inzwischen eigentlich gängige Standard, der es möglich macht, dass die globalen Navigationssatellitensysteme (GNSS) wie GPS auf zwei Frequenzen kommunizieren, erhöht in der Theorie die Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit unter schwierigen Bedingungen. Doch es liegt nicht allein an den Sensoren, ob eine Uhr zuverlässig und exakt Geschwindigkeit und Distanz misst, sondern auch an der Antenne und nicht zuletzt der Software, die die Daten verarbeitet. Und genau das beweist Garmin mit den beiden Uhren, die nicht nur schnell das Signal finden, sondern auch zuverlässig die Distanz aufzeichnen und verzögerungsfrei die Pace anzeigen.

Einen überraschend überragenden Eindruck hinterlässt auch der optische Herzfrequenzsensor. Zwar verbaut Garmin auch hier nicht den neuesten Sensor (Gen 5), der in den Topmodellen Venu 4, Fenix 8 und Forerunner 570/970 steckt, aber dennoch bin ich von der Zuverlässigkeit der Messergebnisse begeistert. Das kleine, leichte Gehäuse, das wackelfrei und eng am Arm sitzt, hilft sicherlich, aber auch bei anderen Modellen zeigt Garmin, dass ihnen die Genauigkeit der optischen Herzfrequenzmessung verdammt gut gelingt. Klar, wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann immer noch einen Pulsgurt nutzen.

Wie steht es um Akkulaufzeit und Lifestyle-Funktionen?

In ein kleines Gehäuse passt kein großer Akku. Entsprechend sind die Akkulaufzeiten beider Uhren nicht überragend, für die allermeisten Läuferinnen und Läufer aber wohl vollkommen ausreichend. Im genauesten Aufzeichnungsmodus mit nicht dauerhaft aktivem Display sollen 16 beziehungsweise 14 Stunden möglich sein, was nach meinem Test durchaus realistisch ist. Top: Vor dem Start einer Einheit, sieht man eine Prognose über die verbleibende Laufzeit. So hat man stets im Blick, ob der Akkustand ausreicht oder die Uhr noch kurz aufgeladen werden muss. In der Praxis kommt man bei täglich einer Stunde Sport locker fünf bis sechs Tage aus, bevor man die Uhr wieder aufladen muss.

Garmin Pay, also die Möglichkeit, mit der Uhr bargeldlos zu bezahlen, hat nur die Forerunner 170. Und wie der Name vermuten lässt, verfügt nur die „Music“-Variante der Forerunner 170 über einen eingebauten Musikplayer, der synchronisierte Songs und Podcasts kabellos an Bluetooth-Kopfhörer überträgt. Mit verbundenem Smartphone können auch die Nicht-Music-Variante der Forerunner 170 sowie die Forerunner 70 die Musikwiedergabe auf dem verbundenen Smartphone steuern.

Und noch etwas geht mit den Uhren bei verbundenem Smartphone. Erkennt die Uhr während einer Aktivität einen Sturz, erscheint eine Meldung auf dem Display, die darüber informiert, dass ein Sturz erkannt wurde und die Notfallkontakte informiert werden. Mir ist das – zum Glück ohne Sturz – beim richtig schnellen Bergablaufen auf einem Trail passiert. Ich habe der Meldung widersprochen, sodass die Uhr meine Notfallkontakte nicht über meinen vermeintlichen Unfall informiert hat. Wichtig: Einen Notruf können die Uhren nicht absetzen. Ebenfalls ein wichtiges Sicherheitsfeature ist das Livetracking, bei dem der aktuelle Standort mit ausgewählten Kontakten geteilt wird.

Fazit