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Garmin Forerunner 745 im Test Hersteller

Lauf-Smartwatch für ambitionierte Athleten Garmin Forerunner 745 im Test

"Advanced GPS running and triathlon smartwatch" nennt Garmin sein neuestes Modell. Wir haben die Uhr getestet.

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Das jüngste Mitglied der Forerunner-Familie ist die im September 2020 vorgestellte Forerunner 745. Die Lauf- und Multisportuhr beerbt die beliebte Forerunner 735XT und ist die kleine Schwester der Forerunner 945. Hersteller Garmin vermarktet sie als "fortschrittliche GPS-Uhr für Läufer und Triathleten". Ein erster Blick auf ihre Features zeigt: Sie kann nicht nur den Trainingszustand analysieren, sondern auch viele Informationen zum ganzheitlichen körperlichen Zustand geben. Die Uhr also, um das "Wohlbefinden eines Athleten zu tracken", wie Garmin sagt? Wir haben die Forerunner 745 getestet.

Was sind die wichtigsten Funktionen der Forerunner 745?

Die Forerunner 745 ist eine sehr trainingsorienterte Uhr, die alle Standards einer modernen Lauf- bzw. Multisportuhr mitbringt. Das Feature, das Garmin besonders hervorhebt, sind die täglichen Workout-Empfehlungen. Sie werden auf Basis aller gesammelten Trainings- und Gesundheitsdaten erstellt. So bekommt der Träger jeden Tag einen Vorschlag, welches Training (oder Regeneration) zu seiner aktuellen körperlichen Verfassung passt.

Das sind die wichtigsten weiteren Funktionen im Überblick:

  • GPS-Funktion (außerdem Glonas und Galileo)
  • Herzfrequenzmessung am Handgelenk
  • Pulsoximeter (Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut)
  • Smart-Notifications
  • Integrierter Musikspeicher (Spotify, Deezer, Amazon Music und eigene Musik)
  • Akkulaufzeit: 7 Tage im Smartwatch-Modus, 16 Stunden im GPS-Modus, 6 Stunden im GPS-Modus mit Musik
  • Spezieller Laufbahn-Modus
  • Tägliche, individuelle Trainingsvorschläge

Für wen ist die Uhr geeignet?

Wie bei ihrer Vorgängerin, der 735XT, legt Garmin auch hier einen Fokus auf Multisportler und Triathleten. Eine breite Palette aus Rad-, Schwimmprofilen erweitern die ausführlichen Lauf-Funktionen. Die extrem umfangreichen Messwerte, Sensoriken und Statistiken machen sie attraktiv für fortgeschrittene, leistungsorientierte Sportler, die ihre Trainings detailliert auswerten.

Für Einsteiger und Hobbyläufer sind die deutlich günstigeren Garmin Forerunner 45 (ab 199,95 €) oder Forerunner 245 (ab 299,95 €) die bessere Wahl. Für 300 bzw. 200 Euro weniger bekommen Sie hier ebenfalls alle wichtigen Werte fürs Laufen und zusätzliche Coaching-Funktionen. (Ultra-)Trailläufer greifen besser zur Forerunner 945 (ab 599,95 €) oder Modellen aus der Fenix 5- oder Fenix 6-Reihe mit Offline-Kartenmaterial und mehr Akku-Power.

Was überzeugt in der Praxis am meisten?

Was beim Tragen der FR 745 als erstes sehr positiv auffällt, ist ihr leichtes, kompaktes Gehäuse. Das robust und eher sportlich designte Polymer-Gehäuse misst 43,1 Millimeter im Durchmesser und 14,1 Millimeter in der Tiefe – merklich flacher und kleiner als das Gehäuse der FR 945. Auf die Waage bringt die neue Uhr leichte 47 Gramm. In Kombination mit dem flexiblen und anschmiegsamen Silikon-Armband lässt sich die Uhr auch bequem im Alltag tragen: Top. Die Displayqualität ist mit 240 x 240 Pixeln gestochen scharf und kommt auch mit Spiegelungen und Sonneneinstrahlung gut zurecht.

Der Menü-Aufbau funktioniert über eine Widget-Liste, durch die man sich klicken und die einzelnen Widgets (z.B. Trainingszustand, Herzfrequenz, letzte Aktivität, Schritte oder Wetter) anwählen kann. Bedient wird die Uhr übrigens getreu der Forerunner-Tradition mittels Druckknöpfen und nicht über ein Touch-Display. Insgesamt eine simple, anwendungsorientierte Bedienung, die die Fülle der Funktionen und Daten gut und ohne unnötige Verschachtelungen beherrschbar macht.

Garmin Forerunner 745 im Test
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Leicht und kompakt: Die FR 745 sitzt auch an schmalen Handgelenken wunderbar.

Die GPS-Messung funktionierte im Test einwandfrei. Bei der FR 945 lobte unser Redakteur die GPS-Messung als die genaueste, die er je bei einer Uhr gesehen habe – und das neue Modell steht dem in nichts nach. Kein Wunder, steckt doch der gleiche Sony-Sensor in beiden Uhren. Toll: Im neuen "Laufbahn-Modus" kann man auswählen, auf welcher Bahn man läuft und die Uhr kalibriert die Distanz der Bahn.

Für Daten-Freaks sind die scheinbar endlosen Funktionen der FR 745 ein Traum. Sauerstoffgehalt, VO2-Max, Atemfrequenz, Schlaf, Schritt-, Tritt- und Schalgfrequenz – bei der FR 745 fehlt kaum eine wichtige Metrik. Eine Ausnahme bildet vielleicht die Wattmessung, die das vergleichbare neue Polarmodell, die Vantage 2 (hier geht's zum Test) mitbringt. In der App kann man sich alle Statistiken detailliert anzeigen lassen. Benutzt man die Uhr rein zu Laufen braucht man viele der Funktionen allerdings nicht.

Gut für Sportlerinnen: In der Garmin Connect App lässt sich der Menstruationszyklus tracken. Einerseits bekommt man dadurch interessante Fakten dazu, in welcher Phase man sich gerade befindet. Andererseits fließen diese Informationen auch in die Ermittlung des Leistungszustandes und die Trainingsempfehlungen ein.

Auch im Alltag überzeugt die FR 745: Die Displaybeleuchtung ist toll ausgewogen, ihr kompaktes Design lässt sie angenehm dezent, aber doch sportlich wirken. Alle Push-Notifications, die auch das Handy-Display anzeigt, werden auf der Uhr ausgespielt, angekündigt von einer leichten Vibration.

Welche Schwächen hat die Forerunner 745?

Garmin Forerunner 745 im Test
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Von Intervalltraining bis Ruhetag schlägt die Uhr jeden Tag eine Trainingseinheit vor.

Die täglichen Workout- und Regenerations-Empfehlungen sind zwar durchaus interessant – nicht zuletzt deshalb, weil sie nicht nur auf den vorangegangenen Trainingseinheiten basieren, sondern auch tagesformabhängige Werte (die Herzfrequenz oder bei Frauen den Zyklus) berücksichtigen. Trotzdem werden sie wohl nur von einem kleinen Teil der Zielgruppe wirklich benötigt werden, kann man doch bei den meisten ambitionierten Athleten davon ausgehen, dass sie bereits eine grobe Vorstellung von ihrer Trainingssteuerung haben oder bereits nach einem individuellen Trainingsplan trainieren.

Das Musik-Feature ist etwas umständlich in der Bedienung. Sowohl für die Lautstärke-Regelung, als auch für das Auswählen der Titel sind mehrere Klicks nötig. Wer dieses Feature nutzen möchte, muss also gut zu bedienende Bluetooth-Kopfhörer besitzen.

Forerunner 745 oder Forerunner 945 – welche Uhr ist besser?

Die beiden Premium-Modelle der Forerunner-Reihe unterscheiden sich im direkten Vergleich überraschend wenig. Hier haben wir die Garmin Forerunner 935 ausführlich getestet. Beide besitzen das neue Pulsoximeter, die VO2-Messung, die integrierte Musik-Funktion, die Messung des Trainingszustandes sowie die Smart Notifications. Die täglichen Trainingsvorschläge erstellt jedoch nur die FR 745 (Neu: Mit dem Update vom 04.11.2020 bietet auch die FR 945 die täglichen Trainingsvorschläge). Dafür bringt die FR 945 eine Offline-Kartenfunktion und eine fast doppelt so lange Akkulaufzeit mit.

Alles in allem dürfte die 100 Euro günstigere FR 745 für den Großteil der Straßenläufer die geeignetere Wahl sein. Die große Schwester lohnt sich für ambitionierte Trailläufer, die Kartenfunktion und lange Akkulaufzeit gebrauchen können.

Fazit: Eine bestens ausgestattete Multisportuhr

Die Forerunner 745 bedient gelungen alle wichtigen Funktionen, die eine Uhr für Läufer mitbringen muss: eine lange Akkulaufzeit, ein sehr genaues GPS, ein kompaktes, leichtes Gehäuse und eine intuitive Bedienung. Ihre Fülle an Metriken macht sie zur ständig verfügbaren Quelle für Trainingsdaten aller Art. Und nicht nur das: Sie schafft es, die erhobenen Daten in praktische Trainings- und Erholungsvorschläge umzusetzen – so individuell und genau wie vielleicht noch keine Uhr vor ihr. Für die meisten Straßenläufer ist sie die bessere Wahl, als die teurere FR 945.

Hier bestellen: Garmin Forerunner 745 (ab 499,00 €)

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