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Garmin Venu 4 im Test

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.03.2026
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Garmin Venu 4
Foto: RUNNER’S WORLD

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Bei Garmin gibt es verschiedene Modellreihen: die Fenix-Reihe mit robustem Gehäuse und langer Akkulaufzeit, die Forerunner-Reihe mit niedrigem Gewicht und umfassenden Analysefunktionen – und die Venu-Serie mit Lifestyle- und Gesundheits-Fokus.

In den vergangenen Jahren haben sich die Modellreihen in puncto Funktionen immer weiter angenähert, sodass die Abgrenzung vorwiegend über Optik, Tragegefühl und Bedienkonzept erfolgt. Also: Für wen ist die Venu 4?

Erster Eindruck

Die Garmin Venu 4 gibt es in zwei Größen (41 und 45 Millimeter) und jeweils vier Farben. Beide Größen kosten 549,99 Euro (UVP) bzw. 599 Euro mit Lederarmband – inzwischen gibt es sie für unter 400 Euro. Das runde Gehäuse besteht aus Edelstahl und wirkt sehr wertig. Statt der üblichen fünf Knöpfe setzt Garmin bei der Venu auf zwei Knöpfe – die Uhr muss also auch über das Touchdisplay bedient werden, was aber zum Glück sehr zuverlässig funktioniert. Die wichtigsten Befehle beim Sport (Start/Pause und Runde) können auch während einer Aktivität über die Tasten erteilt werden.

Garmin Venu 4
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Die Highlight-Funktionen der Garmin Venu 4

  • AMOLED-Display
  • LED-Taschenlampe
  • EKG-Funktion
  • Mikrofon und Lautsprecher (für Telefonate (nur bei verbundenem Smartphone) und Sprachbefehle)
  • Multiband-/Dualband-Satellitenunterstützung
  • Abendbericht: Neben dem bekannten Morgenbericht gibt’s nun auch am Abend vor dem Zubettgehen eine Übersicht über die Belastung, die empfohlene Schlafdauer und das geplante Training sowie das Wetter am Folgetag.
  • Garmin Pay (bargeldloses Bezahlen)
  • Musikdienste (Spotify, YouTube Music, ...)
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Betrachtet man die Datenblätter, ist die Venu 4 am ehesten mit der Forerunner 570 und der Forerunner 970 vergleichbar. Anders als die Forerunner 970 bietet die Venu 4 kein Offline-Kartenmaterial (Wegfindung erfolgt mittels Wurmnavigation) und weniger Laufeffizienzdaten (Running Economy und Running Tolerance fehlen). Im Vergleich zur 570 hat Garmin aber eine echte LED-Taschenlampe und die EKG-Funktion spendiert. Da alle Modelle, was die Software betrifft, auf demselben Betriebssystem basieren, sind sie sich wirklich sehr ähnlich. Daher verweise ich an dieser Stelle auf meinen ausführlichen Testbericht zur Garmin Foreunner 970 und fasse mich für die Venu 4 kurz.

Detaillierte Analyse

„Lerne deinen Körper noch besser kennen“ – unter diesem Motto vermarktet Garmin die Venu 4. Entsprechend liegt der Fokus auf der Analyse von Alltag, Schlaf, Gesundheit und Sport. Wer die Uhr ein paar Tage lang sowohl tagsüber als auch nachts trägt, erhält detaillierte Rückmeldungen zu relevanten Parametern wie Fitnesszustand und Belastungsstatus – und das in meinem Fall erstaunlich akkurat. VO₂max, Wettkampfprognose und Trainingsfokus sind ziemlich nah an der Realität. Die Uhr kann also wirklich dabei helfen, den eigenen Körper besser zu verstehen und etwa das Training besser zu steuern.

Garmin Venu 4
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Neben dem bekannten Morgenbericht gibt es nun auch einen Abendbericht, der einem, basierend auf Trainingshistorie, Stress und Erholung, Tipps für die optimale Schlafdauer der anstehenden Nacht und den kommenden Tag liefert. Vor allem der Hinweis auf das anstehende Training am kommenden Tag ist sinnvoll, da man bislang erst durch den Morgenbericht darauf aufmerksam gemacht wurde, welche Einheit am Tag ansteht. Natürlich ist der Hinweis auf das Training nur relevant, wenn man die Trainingsempfehlungen von Garmin nutzt oder einem Trainingsplan folgt, den man auf die Uhr geladen hat.

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Die neue EKG-Funktion, die dabei helfen soll, Unregelmäßigkeiten im Herzschlag zu erkennen, ist ein simpler Test, der 30 Sekunden dauert. Das Ergebnis kann man in der Garmin-Connect-App als PDF anzeigen und verschicken, um im Zweifel medizinischen Rat einzuholen. Diese Funktionalität findet inzwischen Einzug in immer mehr Sportuhren und Smartwatches. Sportlerinnen und Sportlern mit bekannten Herzproblemen kann der Test eventuell dabei helfen, ihr Risiko zu verringern und ein Gefühl von Sicherheit zu erlangen.

Ausreichende Akkulaufzeit

Je nach Energie- und Aufzeichnungseinstellung bietet die Garmin Venu 4 zwischen 6 und 20 Stunden Akkulaufzeit. Zur besseren Vergleichbarkeit gebe ich stets die Akkulaufzeit im genauesten Aufzeichnungsmodus an. Hier soll die kleine Venu 4 rund 13 und die größere Variante rund 19 Stunden durchhalten – klar, in ein größeres Gehäuse passt ein größerer Akku. Ich habe die große Variante getestet und kam dabei im Schnitt auf einen Verbrauch von rund 7 bis 8 Prozent pro Stunde. Rechnerisch sind somit rund 13 bis 14 Stunden Aktivität am Stück drin – mehr als genug für einen Marathon. Im Alltag, mit rund 60 bis 90 Minuten Sport pro Tag, musste ich die Uhr meist nach 6 Tagen aufladen.

Die Akkulaufzeit der Garmin Venu 4 dürfte für den Großteil aller Läuferinnen und Läufer sowohl im Training als auch im Rennen mehr als ausreichen. Und wer längere Ultrarennen und Abenteuer bestreitet, greift vermutlich ohnehin zu einem der Fenix 8-Modelle oder gleich zur Enduro 3.

Hohe Messgenauigkeit

Mit Multiband- aka Dualband-Empfang und der Unterstützung von fünf globalen Navigationssatellitensystemen (GNSS) ist die Qualität von Distanz-, Tempo- und Streckenmessung im genauesten Aufzeichnungsmodus tadellos. Die Uhr findet das Signal innerhalb von Sekunden und ist sofort einsatzbereit. Enge Bebauung in der Stadt und dichtes Blätterdach im Wald stören die Uhr dabei auch nicht, sodass Messfehler im Test nicht auftraten.

Auch der optische Herzfrequenzsensor ermittelte den Herzschlag zuverlässig. Wie schon bei der Garmin Forerunner 970 fällt mein Urteil zur Messgenauigkeit positiv aus. Im Testzeitraum gab es bei Dauerläufen keine nennenswerten Aussetzer, vielmehr spiegelte der optische Sensor die Messwerte eines Brustgurtes wider. Wichtig hierbei: Wie genau optische Sensoren messen, hängt von vielen Faktoren ab. Es kann also durchaus sein, dass die Uhr bei dir anders sitzt und daher wenig verlässliche Daten liefert. Wer wirklich sichergehen möchte, dass die Herzfrequenz korrekt ermittelt wird – und damit auch die Trainingsanalyse möglichst treffsicher ist –, sollte einen Pulsgurt tragen.

Fazit