HUAWEI WATCH GT Runner 2 im Test

Laufuhr mit KI-Coach
HUAWEI WATCH GT Runner 2 im Test

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.04.2026
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HUAWEI WATCH GT Runner 2 im Test

Auch wenn die HUAWEI WATCH GT Runner 2 das Laufen im Namen trägt, unterstützt sie zahlreiche Sportarten: ob Schwimmen, Golfen, Reiten oder Snowboarden. Der Schwerpunkt der Multisportuhr liegt jedoch klar auf dem Lauftraining. So wurden einige Funktionen, wie der sogenannte Marathon-Modus, zusammen mit dem Team von Marathonlegende Eliud Kipchoge entwickelt. Die Funktion soll vor, während und nach einem Rennen hilfreiche Unterstützung geben. Dazu gehören unter anderem personalisierte, adaptive Trainingspläne und ein Pace-Assistent, der verrät, ob du vor oder hinter deinem Zieltempo liegst. Wir haben die Uhr (UVP: 399 Euro) einige Wochen testen können und verraten hier, ob sie mit Konkurrenzmodellen wie der Garmin Forerunner 970 mithalten kann.

Design und Bedienung

Die WATCH GT Runner 2 gibt es in drei Farben (blau, orange, schwarz) und ist eine eher kompakte Uhr. Das Gehäuse aus Titan hat einen Durchmesser von 43,5 Millimetern und ist 10,7 Millimeter hoch. Mit dem beiliegenden Nylon-Klettarmband wiegt sie 44 Gramm und sitzt kaum merklich am Arm. Das Armband lässt sich stufenlos anpassen und ist sehr bequem, hat aber den Nachteil, dass es sich beim Sport mit Schweiß und beim Duschen mit Wasser vollsaugt. Wer mag, kann aber andere 22-Millimeter-Armbänder verwenden.

Die Bedienung erfolgt über das schnell reagierende Touchdisplay sowie zwei Knöpfe, von denen der obere eine drehbare Krone ist – oben bewegt man sich durchs Menü, aber unten bestätigt man Eingaben. Dieses Bedienkonzept ist anfänglich wenig intuitiv, da man stets den oberen Knopf auch zur Auswahl nutzen möchte. Doch nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt und bewegt sich sicher durch das Menü der Uhr. Praktisch: Direkt in der Uhr können die Datenfelder der einzelnen Sportarten kinderleicht angepasst werden, sodass man genau die Daten angezeigt bekommt, die man sehen möchte. Die HUAWEI Health-App ist mit allerlei kleinen Widgets anfänglich ebenfalls wenig übersichtlich, aber auch hier findet man nach einiger Zeit alle relevanten Informationen und Funktionen.

Tracking und Gesundheit

Wie üblich bei aktuellen Multisportuhren liefern die Sensoren der Uhr eine enorme Datenmenge – beim Training, im Alltag und auch im Schlaf –, die von KI und Algorithmen ausgewertet und aufbereitet wird. So ermittelt die HUAWEI WATCH GT Runner 2, welchen Trainingseffekt jede einzelne Einheit hat. Dabei gelingt es der Uhr sehr gut, das zurückliegende Pensum zu berücksichtigen, sodass man stets im Blick hat, wie es um den Trainingszustand und Erholungsstatus steht. Dabei spiegeln die ermittelten Parameter das Körpergefühl im Test wider. Dank entsprechender Handlungsempfehlungen können speziell wenig erfahrene Läuferinnen und Läufer so das richtige Maß aus Belastung und Regeneration finden.

Auch Parameter wie die VO₂max oder die Wettkampfprognose waren im Test nah an der Realität und können vor allem bei langfristiger Betrachtung nachvollziehbare Einblicke in die tatsächliche Entwicklung der Fitness liefern. Das motiviert und hilft dabei, das eigene Training zu strukturieren.

Selbstverständlich ermittelt die HUAWEI WATCH GT Runner 2 auch die Herzfrequenzvariabilität sowie die Ruheherzfrequenz. Beides sind enorm aussagekräftige körperliche Parameter, wenn es darum geht, körperlichen und mentalen Stress, Krankheiten und Fitness zu erkennen. Ein Blick auf die Uhr oder in die App zeigt schnell, ob das eigene Körpergefühl mit Zahlen untermauert werden kann. Wer morgens mit Kopfschmerzen und einem erhöhten Ruhepuls aufwacht, sollte ein etwaiig geplantes Intervalltraining eventuell verschieben.

Ein enormer Trend bei Sportuhren und Smartwatches ist die EKG-Messung. Hierbei wird zwar stets angegeben, dass es sich nicht um eine medizinische Angabe handelt, aber dennoch können die Uhren dabei helfen, Herzrhythmusstörungen frühzeitig zu erkennen. Bei der Runner 2 dauert eine solche Messung nur 30 Sekunden. Erkennt die Uhr eine Auffälligkeit, kann direkt aus der App eine Auswertung verschickt werden, sodass medizinisches Personal die Lage einschätzen kann.

Marathon-Modus und Coaching

HUAWEI legte bei der Präsentation und Kommunikation der neuen WATCH GT Runner 2 großen Wert auf den Marathon-Modus, der gemeinsam mit (dem Team von) Eliud Kipchoge entwickelt wurde. Hinter dem Modus verbirgt sich eine ganze Reihe an Funktionen, die nicht nur während eines Rennens Hilfestellung geben soll, sondern auch davor und danach.

So kann man in der Smartphone-App aus einer Liste von Rennen das passende wählen oder selbst ein Datum und eine Distanz eintragen. Der Marathon-Modus kann dich nämlich trotz des Namens auch bei Halbmarathons sowie 5- oder 10-Kilometer-Rennen und auch beim Laufeinstieg unterstützen. Gelungen ist die Abfrage der Historie von bisherigen Bestzeiten, über den gewöhnlichen Trainingsumfang bis zu gewünschten Trainingstagen. Hierbei winkt die App das angegebene Ziel nicht einfach durch, sondern berücksichtigt das zurückliegende Training und empfiehlt im Zweifel eine andere Zielzeit.

Übrigens ist der Plan kein statischer, sondern ein dynamischer, der sich an das tatsächlich abgeleistete Training anpasst. So können Krankheiten, Verletzungen, Formschwäche oder auch einfach die Irrungen und Wirrungen des Alltags dazu führen, dass Einheiten ausfallen – der Trainingsplan von HUAWEI reagiert darauf. Generell werden die Vorschläge und die Rückmeldungen der Uhr besser, je länger man sie trägt. Es braucht einfach Zeit (einige Wochen), bis KI und Algorithmen aus den gesammelten Daten ein vollständiges Bild kreiert haben. Top: Neben Laufeinheiten finden sich in jedem Plan auch konkrete, mit Videos versehene Vorschläge fürs Krafttraining.

KI-Coach HUAWEI WATCH GT Runner 2

Allerdings fällt unser Test des Marathon-Modus, der im Rennen auch die geplante Pace und Herzfrequenz sowie die Verpflegung im Blick behalten soll, nicht durchweg positiv aus. Der KI-Coach liefert zwar wichtige Hinweise und eine sinnvolle Struktur. Dennoch denken wir, dass vor allem jene profitieren, die sich bisher nicht so intensiv mit den neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen und der Gestaltung ihres Trainingsplans auseinandergesetzt haben. Ihnen kann die grundlegende Trainingsgestaltung mit einem Wechsel aus Be- und Entlastung helfen, das eigene Trainingpensum in einem sinnvollen Maß zu gestalten.

In unserem Test ließen wir uns mehrere Trainingspläne erstellen, hatten aber stets den Eindruck, dass es bei den ambitionierten Zeitzielen an spezifischen Intervalleinheiten und langen Läufen mangelte. So fanden sich in einem Trainingsplan für einen Sub-2:40-Marathon nur Intervalleinheiten mit 400 oder 800 Metern Belastung und kein Lauf, der länger als 27,5 Kilometer war. Das ist zu wenig – nicht nur für Eliud Kipchoge.

Lifestyle-Features und Navigation

Einige Smartwatch-Funktionen funktionieren (noch) nicht unter iOS. So können Nutzerinnen und Nutzer zwar bei verbundenem iPhone Anrufe annehmen und mit der Uhr telefonieren, aber bei Nachrichten (E-Mail, SMS) erhält man nur einen Hinweis, kann die Nachricht aber nicht lesen, geschweige denn beantworten.

Wer sich die Curve-App herunterlädt und dort einen Account für eine kostenlose Debitkarte (Mastercard) erstellt, kann mit der HUAWEI-Uhr bargeldlos bezahlen. Das kann praktisch sein, wenn man beim Laufen doch eine Cola braucht oder auf dem Weg nach Hause beim Bäcker vorbeischaut.

Unabhängig davon überzeugt die Navigation: Das Offline-Kartenmaterial mitsamt Straßennamen und Points of Interests in der HUAWEI Health-App ist zwar recht kleinteilig nach Regionen sortiert, kann aber sehr schnell (und natürlich kostenlos) heruntergeladen und auf die Uhr übertragen werden. Routen von Komoot oder GPX-Dateien können ebenfalls unkompliziert von der App mit der Uhr synchronisiert werden. Beim Navigieren wird die Route übersichtlich auf der Karte dargestellt, sodass man stets weiß, wo es langgeht. Um den Kartenausschnitt zu vergrößern oder zu verkleinern, reicht es, an der Krone zu drehen. Dabei ist der Zoom sehr flüssig.

Akku und Messgenauigkeit

Der Akku zeigt sich ausdauernd und hält im Test problemlos eine Woche durch. Versprochen sind bis zu 32 Stunden Laufzeit bei Outdoor-Aktivitäten, im Test kamen wir aber eher auf Werte von rund 20 Stunden, was für eine derart kompakte Uhr ein starker Wert ist. Wichtig zu erwähnen ist, dass man den Aufzeichnungsmodus nicht anpassen kann, um die Akkulaufzeit zu verlängern. Die HUAWEI WATCH GT Runner 2 legt selbstständig fest, wie viele der fünf unterstützenden globalen Satellitensysteme (GNSS) genutzt werden und ob dabei der Multiband-/Dualband-Modus aktiviert wird. Und das macht die Uhr auch verdammt gut, denn die Messgenauigkeit ist top. Das GPS-Signal findet die Uhr stets schnell und verliert es auch unter schwierigen Bedingungen nicht.

Und auch die optische Herzfrequenzmessung überrascht im Test mit sehr genauer Ermittlung des Pulses. Im Vergleich zu einer Uhr, die mit einem Pulsgurt gekoppelt war – was bei der HUAWEI-Uhr mittels Bluetooth natürlich auch möglich ist –, war im Grunde kein Unterschied feststellbar. Wichtig ist hier der Hinweis, dass die Messgenauigkeit der optischen Herzfrequenzsensoren von vielen Faktoren abhängt und von Läuferin zu Läufer unterschiedlich sein kann, da Haare, Hautfarbe, Passform, Tattoos, ... die Messung beeinflussen können. Wenn du sichergehen möchtest, dass deine ermittelten Herzfrequenzwerte korrekt sind, empfehlen wir dennoch, einen Pulsgurt zu nutzen. Das kann die Messgenauigkeit nochmals erhöhen und vermeidet Fehler, was wichtig ist, wenn KI und Algorithmen basierend auf Pulswerten dein Training und deine Fitness bewerten sollen.

Fazit