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Polar Grit X Pro im Test

Polar Grit X Pro im Test Polar Grit X Pro im Test

Polar hat sein Topmodell Grit X Pro aufgewertet: Funktionell am obersten Limit – und qualitativ für alle Härten des Sporteinsatzes gerüstet.

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Die Beschreibung einer Uhr wie der Polar Grit X Pro ist ganz einfach. Denn sie fällt in die Kategorie hochwertiger Funktionsuhren, für deren Kauf zwei Aspekte entscheidend sind: Erstens die Auswahl der Funktionen samt der Einbettung in ihr Ökosystem, also die Auswertungs-Software. Das ist der rationale Aspekt. Er allein ist aber nicht kaufentscheidend. Denn hier kommt Punkt zwei: Design und Anmutung. Diese emotionalen Aspekte sind nicht nur das Sahnehäubchen, sondern wirklich mitentscheidend bei der Wahl der richtigen Uhr. Bei allem Respekt für die Fülle von Funktionen – die Uhr muss zum Träger oder zur Trägerin passen, man muss sie mögen. Und man braucht im Fall der Grit X Pro das entsprechende Handgelenk.

Wer sich nicht für die Funktionen interessiert, ob genauste Schlafanalyse und GPS-Wegfindung, Trainingsplanung und -analyse, Alltags-, Gesundheits- und Trainingschecks, der braucht diese Uhr (und andere der Kategorie) nicht. Und wer ein schmales Handgelenk hat und eine hochwertige Laufuhr sucht, der findet im (Polar-) Sortiment besser geeignete; dazu unten mehr. Denn so viel vorab: In dieser Preisklasse sollte man eine Uhr unbedingt mal am Handgelenk ausprobieren und ein paar Schritte damit laufen, den optischen Eindruck, die Haptik (von Touchscreen und Drückern) sowie die Ergonomie testen.

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Das Gehäuse kann was ab!

Das Gehäuse der Grit X Pro ist nach Militärnorm 810G geprüft. Wasser, Staub, Sand oder Temperaturextreme sind bei der Grit X Pro kein Problem – anders, als bei vielen Smartwatches. Das Saphirglas über dem Display ist das härteste in Uhren verwendete Glas. Kurz: Eine Uhr gewappnet für harte Outdoor-Einsätze – und harte Typen. Die funktionelle Beurteilung könnte einen halben Roman füllen. Aber die Grit X Pro baut auf allen Funktionen des Vorgängermodells Grit X auf, mit der sie die Abmessungen des Gehäuses teilt. Hier sind die wichtigsten Alltags- und Läuferfeatures, die das Vorgängermodell Grit X noch nicht hatte – und die bei der Grit X Pro tatsächlich einen Unterschied machen: Sie sind nicht nur für Uhren-Nerds interessant, sondern für Läufer praxisrelevant:

  • Da ist zunächst ein Feature bei den Navigationsfunktionen: Die „Track Back“-Funktion führt jetzt nicht nur zum Ausgangspunkt zurück, sondern man kann exakt auf dem Weg zurücklaufen, den man gekommen ist. Polar setzt hier auf die schon vom Vorgängermodell bekannte Kooperation mit Komoot. Routen werden auf der Uhr nicht auf einer Karte gezeigt, sondern es gibt eine Fadendarstellung. Klar, die Orientierung auf einer Landkarte fehlt, was aber für viele Läufer verzichtbar ist; zumal die Fadennavigation sich aufs Wesentliche beschränkt. Und nach etwas Eingewöhnung und Vertrauen wird der Weg auch zuverlässig gefunden. Alle Routen, die auf die Uhr geladen wurden, lassen sich in der Routenübersicht und mit Höhenprofil darstellen – inklusive Steigungen und Neigungswinkeln. Unterwegs lässt sich also prüfen, wie viel hinter und was vor einem liegt, was gerade in den Bergen natürlich interessant ist.
  • Die Routen lassen sich ein- und auszoomen, obendrein lässt sich auch die Laufrichtung ändern; das war bislang nicht möglich.
  • Die Uhr bietet auf einem der vorprogrammierten Displays die tagesaktuellen Sonnenauf- und Untergangszeiten. Das ist an sich schon nett, obendrein wird aber auch die jeweilige Dämmerungsphase angezeigt. Man sieht also, wie lange es noch bis zur Dunkelheit ist – oder bis zum Sonnenaufgang.
  • Für die Orientierung interessant: In der „Always-On“-Ansicht gibt es einen neuen Modus mit Angabe von Höhenmeter, Barometer und Kompass für den aktuellen Standort. Vor allem in den Bergen sind diese Daten interessant.
  • Nicht zuletzt: Es gibt eine Version der Uhr als Titan-Edition inklusive Lünette aus Titan, die Uhr ist damit 15% leichter und gleichzeitig stabiler. Es gibt auch eine „Nordic copper“- Design-Variante (589,90 Euro inklusive FKM-Armband oder Lederarmband).
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Die Polar Grit X Pro mit Titangehäuse

Pulsmessung als Herzenssache

Natürlich ist die Grit X Pro ein Pulscomputer: Sie hat 10 LEDs im Gehäuseboden – verschiedenfarbig ausgelegt für unterschiedliche Hauttypen. Damit misst die Uhr nicht nur Herzparameter, sondern analysiert diese und erstellt Belastungs- und Erholungsprofile, auch unter Berücksichtigung persönlicher Parameter (wie Geschlecht, Alter, Gewicht, Trainingszustand, gewünschtes Trainingsziel). Das Gehäuse ist mit einem sehr präzisen Sensor ausgerüstet, der am Handgelenk den Puls misst – das funktioniert sehr gut und exakt in Ruhe oder bei ruhigen Sportarten, wo sich der Arm nicht bewegt.

Beim Laufen funktioniert es nicht zuverlässig. Das liegt vor allem daran, dass die Uhr erstens relativ schwer (Testuhr: 78 Gramm) und zweitens mit dem relativ hoch bauenden Uhrengehäuse etwas „kopflastig“ ist. Folge: Die Uhr wackelt am Handgelenk bei jedem Schritt, vor allem an schmaleren Handgelenken und beim schnelleren Laufen. Ein zusätzlicher Brustgurt oder der funktionelle Verity-Sense-Pulsabnehmer, der zum Beispiel auch am Oberarm getragen werden kann, sind also unerlässlich (Anschaffungskosten: circa 90 Euro). Dann lassen sich auch die Lauf-Trainingstests exakt durchführen; und die Uhr lässt sich vernünftig zur pulsgesteuerten Trainingssteuerung einsetzen, also das, was dies Polar-Topmodell auch ausmacht – das klappt mit dem integrierten Uhren-Pulssensor nicht.

Allerdings erfolgte im Test die Koppelung zwischen Uhr und Pulssensor nicht immer zuverlässig: Es lohnt sich stets zu überprüfen, ob die Uhr den Sensor erkannt hat und dessen Pulswerte anzeigt (die Farbe der Pulsanzeige ändert sich), oder ob die Uhr die Pulswerte aus der Handgelenksmessung anzeigt. Verlässliche Pulsdaten sind aber auch für eine interessante neue Funktion wichtig: Denn die Grit X Pro erlaubt auch eine Übermittlung der Pulsdaten an die Uhr eines Partners oder Trainers, der zum Beispiel die Belastung überwachen oder steuern kann – das kann im Spitzensport, aber auch im Reha-Sport interessant sein.

Alle Daten (inklusive GPS- und Trainingsdaten) werden über die Polar Flow App auf dem Smartphone oder via Polar Flow-Webseite angezeigt, gespeichert und analysiert. So ist auch das für Läufer hilfreiche, Polar-eigene Programm Training Load Pro nutzbar. Übrigens ist die Synchronisierung von Uhr und App auf dem Smartphone nach wie vor etwas schleppend; sie funktioniert weder automatisch noch schnell, da ist noch Luft nach oben. Dafür zeigt die Uhr bereits interessante Analysedaten an, ob VO2max-Berechnung, muskuläre Belastung, Trainingsstatus oder wöchentliche Trainingszusammenfassung.

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Die 10 Sensoren am Unterboden der Uhr messen den Puls am Handgelenk

Navigation mit der Polar Grit X Pro

Die Navigationsfunktion läuft, wie beim Vorgängermodell, entweder über die Polar Flow-App, über die Polar-Webseite oder über die Komoot-App und -Plattform: Hier können Routen geplant, downgeloadet oder hochgeladen werden; der kostenpflichtige Komoot-Zugang muss freilich zusätzlich erworben werden, um das volle Angebot an hinterlegten Strecken abrufen zu können. Aber das lohnt sich, dadurch erschließt sich eine mitunter riesige Auswahl an Wegen, die in einem bislang unbekannten Gebiet erlaufen werden können.

Die Uhr zeigt zwar keine Landkarte an, dafür aber Kursverlauf (Streckenabbild als Zeichnung) und Höhenprofil der gewählten Strecke – ein schönes Feature vor dem Start oder auch unterwegs, um den jeweiligen Streckenabschnitt im Blick zu haben. Dass die Polar Grit X Pro keine Karte anzeigt, mag mitunter etwas irritieren, wenn man die Funktion das erste Mal nutzt. Nach ein paar Läufen gewöhnt man sich aber an die Routendarstellung und dass das auch sehr gut funktioniert. Denn die „Faden-Navigation“ hat durchaus Vorteile: Eine farbige Linie symbolisiert den zu laufenden Weg und die Laufrichtung, dazu werden Abbiegungen angekündigt und dann zum Abbiegen aufgefordert.

Klar, wie von GPS-Uhren bekannt, muss man mitunter etwas lässig mit der Anzeige umgehen; ob man auf der rechten oder linken Straßenseite läuft, erkennt die Uhr manchmal nicht so genau. Und es gibt je nach Topographie immer mal leichte Abweichungen. Aber unterm Strich sind die Funktionen sehr zuverlässig, wenn man sie richtig zu bedienen weiß: Die Polar Grit X Pro ist eine sehr zuverlässige Navigationshilfe. Sehr wichtige Neuerung: Die Polar Grit X Pro lässt jetzt zu, dass man unterwegs die Route ändert – was das Vorgängermodell noch nicht anbot – und auf direktem Weg oder auf gleichem Weg, den man hergelaufen ist, wieder zurücklaufen kann. Neben Glonass sind übrigens auch Galileo- und Quasi-Zenit-Satelliten-Systeme (QZSS) nutzbar.

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Polar Grit X Pro im Alltag

Wer eine Läuferuhr sucht, denkt erst in zweiter Linie an den Alltagsnutzen. Aber tatsächlich offenbart die Polar Grit X Pro im Alltag Stärken, die man mehr und mehr schätzt, je länger man die Uhr nutzt. Im Alltag fällt übrigens die Größe der Uhr weniger auf als beim Laufen – und ist für den einen oder die andere ist die Wuchtigkeit sicher auch ein „cooles“ Argument. Zumal, wenn man die Design-Variation der Polar Grit X Pro in Titan mit einem Lederarmband kombiniert. Das Armband lässt sich ohne Werkzeug per Hand innerhalb weniger Sekunden wechseln, der Wechsel geht annähernd so schnell wie der Farbwechsel eines Chamäleons.

Eine Bezahlfunktion hat die Uhr nicht. Ein nicht zu unterschätzender Alltagsnutzen besteht in der Robustheit der Uhr, man kann mit ihr sorgenfrei alles machen, ohne Angst zu haben, dass die Uhr Schaden nimmt. Dazu liefert die Uhr jetzt in der aktuellen Version auch Musik-Steuerung (aber keine Musikspeicherung auf der Uhr!).

Zusätzlich auch eine sich stets aktualisierende Wetter- und eine Barometer- und Höhenmesseranzeige für den jeweiligen Aufenthaltsort. Obendrein, anfangs belächelt, später immer mehr beachtet, vor allem in der dunklen Jahreszeit, ist die Anzeige von Sonnenauf- und Untergangszeit samt Dämmerungsphase – man weiß immer zuverlässig, wann es hell oder dunkel wird.

Natürlich lassen sich auch verschiedene, lifestylige Displayanzeigen wählen. Die Beleuchtung des Displays ist exzellent; lediglich den Sensor zur Aktivierung der beleuchteten Displayanzeige wünscht man sich oft sensibler und schneller, das geht woanders schneller. Smart Notifications sind auf Wunsch einstellbar; ebenso lassen sich „Ruhezeiten“ einstellen, nachts etwa, damit das Display der Uhr nicht anspringt. Das Display funktioniert auch als Touchscreen – der reagiert im Alltag zufriedenstellend, wird dort eher genutzt als beim Laufen.

Polar Grit X Pro im Vergleich

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Uhrenvergleich: Garmin Fenix und Polar Grit X Pro

Ein Vergleich und eine Abwägung mit anderen Smartwatches oder Sportuhren in dieser Leistungsklasse fällt, wie eingangs erwähnt, subjektiv aus. Faktisch findet man eine Reihe anderer Uhren, die manches besser können: Die Anzeige ist bei Coros, Honor oder Amazfit größer und klarer, die Touch-Funktion besser, die Gehäuse kleiner – aber sie sind nicht so robust.

Außerdem: Die Auswertungs- und Testmöglichkeiten für Läufer sind im Ökosystem von Polar sehr ausgereift, das betrifft auch beispielsweise die Erholungs- und Schlafdatenanalyse. Ein Kritikpunkt im Test der Polar ist die Touchscreen-Sensibilität, hier sind Konkurrenzprodukte besser. Allerdings bieten die sind die seitlich anwählbaren Drücker durch Haptik und Druckpunkt sehr bedienfreundlich und während der Trainingseinheiten sicher erreichbar. Der von einer leichten Vibration unterlegte Druckpunkt liefert eine schnelle Bestätigung.

Etwas nervig kann die ständige (vibrationsuntermalte) Erinnerung der Uhr sein, dass man die Trainingseinheit noch nicht gestartet hat, wenn man etwa die Uhr zur GPS-Suche bereits gestartet hat, aber mit Trainingspartnern noch auf den Start der Trainingseinheit wartet.

Die Akkulaufdauer ist ein häufig herangezogenes Vergleichskriterium: Die Polar Grit X Pro liefert bis zu 100 Stunden GPS-Betriebszeit (laut Hersteller). Auch bei Ultralauf-Etappen kann man sich auf genügend Akkukapazität verlassen. Im Trainingsbetrieb hält der Akku bei fünf Trainingsstunden und normaler Trackingdaten-Nutzung eine Woche; von Sonntag bis Freitag hielt er im Test jedenfalls locker durch. Und selbst bei intensivem Alltags- und Trainingsbestrieb reicht zweimaliges Laden pro Woche, dann ist man auf der sicheren Seite.

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Wegfinder Polar Grit X Pro: Die Navigationsfunktionen sind praxisgerecht

Fazit: Extrem robuste Activity-Uhr für Laufen und Multisport

Was zeichnet die die Polar Grit X Pro aus? Auf einen Satz gebracht: Sie ist eine der robustesten Activity-Uhren für Läufer und Multisportler. Die Konkurrenz in dieser (Preis-) Klasse (499,90 Euro) ist dünn, klar, auch wegen der ausgeklügelten Funktionen, aber beeindruckend ist hier vor allem die robuste Konstruktion der Grit X Pro. Das macht sie zu einer der besten Outdooruhren. Dazu hat sie eine hochwertige Verarbeitung und funktionelles oder auf Wunsch auch ein edles Design.

Zum (Trail-)Laufen und für den gesundheits- und bewegungsbewussten Alltagseinsatz bietet sie eine Fülle von Funktionen und sehr alltagstaugliche Displayeinstellungen. Wegen Größe, Gewicht und Ergonomie gibt es bessere Läuferuhren, auch bei Polar, die ergonomisch vor allem für schmalere (Frauen-) Handgelenke beim Laufen besser geeignet sind. Bei sehr guter Funktionalität im Alltag und beim Sport besticht die Grit X Pro aber durch ihre Robustheit und die markante Optik.

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