Hier bestellen: Suunto Run 2
Vor einem Jahr hat Suunto mit der Run ein überzeugendes und günstiges Einstiegsmodell auf den Markt gebracht. Nun gibt es bereits das Nachfolgemodell mit hellerem Display, längerer Akkulaufzeit, verbessertem Herzfrequenzsensor, genauerer Satellitenortung und herunterladbarem Kartenmaterial. Ganz schön viele und vor allem vielversprechende Änderungen. Auch den Preis hat Suunto um mindestens 50 Euro angehoben – die Suunto Run 2 kostet ab 299 Euro. Wer mehr als 4 GB Speicher haben möchte, etwa um mehr Musik oder Kartenmaterial auf die Uhr zu laden, muss 349 Euro für die 64-Gigabyte-Variante ausgeben. Ob sich der Kauf der Suunto Run 2 lohnt? Ich habe sie getestet und verrate es dir.

An der rechten Gehäuseseite befinden sich die drei Knöpfe, von denen der mittlere eine drehbare Krone ist.
Zunächst einmal kann ich auf meinen Testbericht der Suunto Run verweisen, denn in den wesentlichen Punkten sind die beiden Uhren quasi identisch. Trotz des Namens unterstützt die Suunto Run auch weitere Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Triathlon, aber auch Seilspringen, Tennis und Snowboarden.
In der App kann man die Datenfelder der Sportmodi anpassen. Von den maximal sechs Feldern je Seite sind stets das obere (Uhrzeit) und das untere (Aktivitätszeit) fest – vier Datenfelder können aber beliebig angepasst werden. Auch Trainingseinheiten können in der App geplant und auf die Uhr überspielt werden.
Gehäuse und Bedienung
Die Uhr ist mit 46 Millimetern Durchmesser, 11,7 Millimetern Höhe und 54 Gramm Gewicht kompakt und leicht. Suunto selbst gibt ein Gewicht von 35 Gramm an, lässt dabei aber das beiliegende Silikonarmband weg. Das Armband ist außergewöhnlich weich, wodurch man die Uhr fest und gleichzeitig komfortabel an den Arm anlegen kann. Die Edelstahl-Lünette und das Gorilla-Glas sorgen für Robustheit. Dass das Gehäuse aus Kunststoff besteht, ändert nichts am hochwertigen Gesamteindruck.
Die beiden Knöpfe und die Krone verfügen über einen guten Druckpunkt. Generell reagiert die Uhr schnell auf Eingaben, egal, ob man die Knöpfe drückt oder das Touchdisplay nutzt. Dennoch muss ich an dieser Stelle meckern: Das 1,32 Zoll große und 2000 Nits helle AMOLED-Display schaltet sich standardmäßig ab, um Energie zu sparen und die Akkulaufzeit zu erhöhen – das ist im Grunde bei allen Uhren mit dieser Bildschirm-Technologie der Fall. Doch wenn das Display ausgeschaltet ist, verlieren auch die Knöpfe ihre Funktion. Man muss erst den Arm heben oder einen Knopf drücken, um die Uhr zu wecken, und muss dann erneut den gewünschten Knopf drücken, etwa um die Uhr zu pausieren. Man kann das Display zwar dauerhaft eingeschaltet lassen, aber es geht dann dennoch in einen Energiesparmodus, bei dem weniger Details angezeigt werden. Am nervigen Verhalten der Knöpfe ändert das nichts – ich will, dass ein Knopf immer funktioniert und nicht erst, wenn die Uhr wach ist.
Etwas, das im Vergleich zur ersten Suunto Run verbessert wurde, betrifft eine Kleinigkeit: Wenn man eine Runde nimmt, wird inzwischen auch die Dauer der Runde angezeigt und nicht nur die Pace sowie die Herzfrequenz.
Aufzeichnungsqualität und Akkulaufzeit
Die Suunto Run 2 findet das Signal zu den Satelliten quasi sofort. Man geht vor die Tür, wählt den entsprechenden Sportmodus und, zack, schon kann man starten. Die Aufzeichnungsgenauigkeit ist dank der Unterstützung von fünf Satellitensystemen und Multiband-Empfang (Dualband) sehr genau, sodass man auch im Wald unter einem dichten Blätterdach und in der Stadt zwischen engen Häuserschluchten stets verlässliche Daten erhält.

Der neue optische Herzfrequenzsensor macht einen guten Job, zeigt aber die üblichen bauartbedingten Aussetzer.
Der optische Herzfrequenzsensor der Suunto Run 2 misst im Alltag sehr genau und ermittelt auch beim Laufen meist realistische Werte. Hilfreich hierbei ist sicherlich die enge Passform und das geringe Gewicht. Beides führt dazu, dass die Uhr kaum wackelt. Dennoch gab es im Test die bauartbedingten Aussetzer. Vor allem Feuchtigkeit, wenn man durch den Regen läuft oder stark schwitzt, mag der Sensor nicht – hier stieg die Herzfrequenz plötzlich um rund 20 Schläge.

Das Kartenmaterial ist sehr kleinteilig, doch mit dieser Übersicht in der Suunto App erkennt man, welche Regionen man bereits heruntergeladen hat.
Die Suunto Run 2 kommt nun mit Offline-Kartenmaterial daher, welches man in der Suunto-App kostenlos herunterladen kann. Nach wie vor ist das Kartenmaterial dabei sehr kleinteilig, sodass man nicht ganze Länder oder Kontinente herunterladen kann, sondern Regionen. Immerhin gibt es inzwischen nicht nur eine Liste, sondern auch eine Kartenübersicht, die die einzelnen Kartenausschnitte anzeigt. Darin erkennt man auch den eigenen Standort sowie jene Kartenausschnitte, die man bereits heruntergeladen hat. Was nach wie vor nervt, ist der langsame Download. Selbst mit einem wirklich guten Internetanschluss und einem starken WLAN dauerte es eine knappe Stunde, bis das Kartenmaterial für vier Bundesländer auf der Uhr war.

Das Kartenmaterial und die Abbiegehinweise erleichtern die Navigation im Vergleich zur Vorgängerversion deutlich.
Die Navigationsfunktion an sich macht einen guten Eindruck. Statt einer Brotkrümelnavigation, wie bei der ersten Version, läuft man bei der Suunto Run 2 nicht bloß einer Linie nach, sondern sieht auf einer Karte ganz genau, wo eine Route verläuft. Wer mag, erhält zusätzliche Abbiegehinweise. Anstiege entlang der geplanten Route werden jeweils mit einem Höhenprofil sowie den wichtigsten Informationen zu Distanz, Höhenmetern und Steigung angezeigt, sodass man stets weiß, wie lange es noch bergauf geht.
29 Prozent mehr Kapazität soll der Akku der Suunto Run 2 im Vergleich zur ersten Version haben. Das soll für 24 Stunden Aufzeichnung im genauesten Modus reichen. Wer noch längere Läufe tracken oder mit der vorhandenen Akkuladung auskommen möchte, kann den Batteriemodus wie gewohnt wechseln. Im „Ausdauer“-Modus zeichnet die Uhr dann nicht mehr mit Multiband auf und soll laut Prognose maximal 30 Stunden durchhalten. Im „Energiesparmodus“ wird statt sekündlich nur alle zwei Minuten ein Messpunkt aufgezeichnet, was bis zu 40 Stunden Aktivität ermöglichen soll.
Im Schnitt verbraucht eine Stunde Aktivität im genauesten Modus rund 4 bis 5 Prozent Akkuladung, womit über 20 Stunden realistisch sind. Wer Musik hört oder die Navigationsfunktion nutzt, muss mit einem höheren Verbrauch rechnen. Während meines Tests hielt die Uhr eine Woche mit insgesamt 8,5 Stunden Training durch, war dann aber auch komplett leer.
Hinweis: Teilweise kursieren im Internet Testberichte, in denen Probleme beim Aufladen der Uhr erwähnt werden. Diese Probleme traten aber nur bei den Uhren auf, die vor der Veröffentlichung mit Beta-Firmware an verschiedene Tester (wie mich) verschickt wurden. Die finale Software funktioniert einwandfrei.
Auswertung und Anleitung
Wer die Uhr eine Weile getragen hat, bekommt eine detaillierte Auswertung des Trainings und erhält über die Suunto-App wertvolle Hinweise, wie sich das Training optimieren lässt. Es stehen wirklich enorm viele Daten und Metriken zur Verfügung, die helfen, die Belastung besser einzuordnen und das Training gezielt zu steuern. Die Uhr berechnet sogar den Training Stress Score. Im Test lag die VO2max, die die Uhr nach einigen Einheiten ermittelt hat, ziemlich nah an dem Wert aus der letzten Leistungsdiagnostik.

Uhr und Tester sind sich einig – das war eine erholsame Nacht.
Damit diese Auswertungen möglichst aussagekräftig sind, sind präzise Daten entscheidend. Deshalb empfiehlt es sich, beim Training einen Pulsgurt zu verwenden. Denn auch wenn der integrierte optische Herzfrequenzsensor meist zuverlässige Werte liefert, gibt es hin und wieder Aussetzer und Abweichungen, die die Bewertung einer Einheit deutlich beeinflussen können. Externe Pulsgurte lassen sich per Bluetooth koppeln. Wer Rad fährt oder Triathlon macht, sollte außerdem wissen: Es gibt keine Möglichkeit, einen Wattmesssensor oder einen Rollentrainer mit der Uhr zu verbinden.
Die allgemeinen Trackingfunktionen funktionieren einwandfrei und geben nachvollziehbare Rückmeldungen zu Bewegung, Schlaf und Herzfrequenzvariabilität (HRV). Leider wird die HRV nicht nach dem Aufwachen in der morgendlichen Übersicht angezeigt. Generell würde ich mir hier ein paar mehr Informationen wünschen.












