Themenspecial
Lauf-Apps im Test

Die besten Running-Apps Lauf-Apps im Test

Wir haben die fünf beliebtesten Lauf-Apps aufwendig getestet. In unserem großen Special zeigen wir, was die einzelnen Running-Apps können und welche sich für wen eignet.

Die Frage “Laufen mit Smartphone – Ja oder Nein” ist sicher eine Frage des Geschmacks und des Anwendungsgebietes und lässt sich auch nach einem umfassenden Test nicht objektiv beantworten. Aber Dank immer besserer Technik und ständig weiterentwickelter Apps lässt sich definitiv sagen, dass Smartphones mit der entsprechenden App zuverlässige Lauf-, Fitness- und Trainings-Tracker sind. Sie können also sowohl eine Alternative zu teuren Laufuhren für Läufer sein, die kein zusätzliches Equipment kaufen oder mitführen wollen, als auch eine Ergänzung zu Uhren, die eventuell keine Trainingspläne unterstützen.

Alle Apps in unserem Test bieten bereits in den Gratis-Versionen die Aufzeichnung von Distanz, Geschwindigkeit, Pace, Dauer und zurückgelegter Höhenmeter. Zudem wird auf Basis der Angabe von Größe und Gewicht der Kalorienverbrauch ermittelt und während des Trainings ein Audio-Feedback zur Verfügung gestellt. Die Hauptunterschiede liegen in den zusätzlichen Features, den damit verbundenen kostenpflichtigen Premium-Angeboten und dem Datenschutz, den wir in diesem Test erstmalig separat bewertet haben (mehr dazu lesen Sie weiter unten). Auch in der Verfügbarkeit von Trainingsplänen und Datenzugriffen über Webportale unterscheiden sich die Anbieter.

Die Top 5 der Running-Apps im ausführlichen Einzeltest

Ausführliche Tests zu den fünf verbreitetsten und beliebtesten Lauf-Apps finden Sie am Ende dieses Specials oder Sie klicken gleich hier:

Wie haben wir getestet?

Wir haben bei allen 5 Apps sowohl die Android als auch die iOS Versionen getestet und eingesetzt. Um ein möglichst “echtes” Ergebnis zu erreichen, wurden im Rahmen eines Feldtests zusammen mit Johannes Widmann und seinem Team von passbrains im Zeitraum von drei Monaten zwischen April 2019 und Juni 2019 die Daten und Feedbacks von 10 Läuferinnen und Läufern gesammelt und ausgewertet. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hat dabei mindestens drei Läufe mit jeder der Apps aufgezeichnet und verglichen. Das nun vorliegende Ergebnis reflektiert ganz unterschiedliche und reale Nutzungen der Apps in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter dem Einsatz verschiedener iOS und Android Smartphones.

Welche Lauf-App ist für wen geeignet?

Wenn Sie nur Ihre Lauf,- und Fitnessdaten aufzeichnen wollen, können Sie jede der Apps verwenden, es gilt sich also ein paar Fragen zu stellen, um dem passenden Produkt näher zu kommen. Hier präsentieren wir eine Auswahl an Unterscheidungsmerkmalen. In den detaillierten Tests der einzelnen Apps finden Sie jeweils eine Tabelle, die alle Features, Wertungen und Kosten (für Zusatzfunktionen) im Einzelnen darlegt.

  • Bedienung
    Wer Wert auf Design und intuitive Bedienbarkeit legt und alles “Out of the Box” nutzen will, ohne individuelle Einstellungen vorzunehmen und im Zweifel auf Detailreichtum zu verzichten bereit ist, ist bei Nike Run Club gut aufgehoben. Auch Runtastic konnte in der intuitiven Bedienung für Einsteiger und Erstnutzer absolut überzeugen.

  • Multi-Tracking
    RunKeeper, Runtastic, Endomondo und Strava bieten die Möglichkeit auch andere Aktivitäten aufzuzeichnen. Endomondo deckt mit über 50 Aktivitäten von Aerobic bis Zirkeltraining eigentlich alles ab.

  • Motivation
    Communities bieten tatsächlich alle Apps. Einen speziellen Motivationsfokus bieten Strava und Nike Run Club. Bei Strava kann man sich durch andere Nutzer motivieren, anfeuern und herausfordern lassen – die Motivation kommt also von anderen Mitgliedern. Nike Run Club bietet viele Motivationsfunktionen bereits innerhalb der App – im dem Falle also ausgehend vom Hersteller, nicht von einer Community.

  • Kosten
    Nike Run Club ist die einzige App im Test, die auch Trainingspläne und weitere Features komplett kostenfrei anbietet. Dafür muss man dann aber Nike Werbung in Kauf nehmen, inklusive eines persönlichen Nike Run Shop innerhalb der App.

  • Datenauswertung
    RunKeeper, Endomondo und Strava bieten Web-Logins, um Daten auszuwerten. RunKeeper zeigte sich hier als echtes Vielseitigkeitstalent was die Menge an Daten, Einstell,- und Auswertungsmöglichkeiten anbelangt.

  • Trainingsplanung
    Runtastic und Endomondo bieten die Möglichkeit an, innerhalb der App Trainingseinheiten (etwa Intervalltrainings) zu planen.

  • Werbefreiheit gegen Bezahlung
    Endomondo (29,90 Euro/Jahr) und Runtastic (49,90 Euro/Jahr) bieten Werbefreiheit in den Premium-Versionen.

Berücksichtigung des Datenschutzes

Neben der Zuverlässigkeit und der Benutzerfreundlichkeit haben wir uns gemeinsam mit Rechtsanwalt Christian Schmoll von der Datenschutzberatung dp.institute auch die Datenschutz-Aspekte der einzelnen Apps angeschaut. Schließlich wird eine Menge an personenbezogenen Daten gesammelt, anhand derer man ein äußerst präzises Profil des jeweiligen Nutzers erstellen kann. Und diese Profile können für die Wirtschaft sehr interessant sein. Einigermaßen unkritisch ist dabei vielleicht noch standortbezogene Werbung, die anhand Ihrer Laufstrecke angezeigt wird. Aber schon der Gedanke daran, wie Ihre Krankenkasse mit den Daten aus Ihrer Fitness-App individuelle Tarife anbieten könnte, zeigt das Potential des Datenmaterials. Bei Datenspeicherung im außereuropäischen Ausland, wo zum Teil wesentlich laxere Datenschutzregelungen gelten, sollte man sich ganz genau anschauen, was die Anbieter der Apps mit Ihren Daten vorhaben. Eine wesentliche Rolle bei unserer Beurteilung des Datenschutzes spielt daher, ob die Daten der Nutzer allgemein für Werbezwecke verwendet werden.Wie so oft gilt auch hier: Wenn es nichts kostet, sind meist Sie das Produkt. Wir haben uns auch angesehen, für wen die Daten standardmäßig sichtbar sind, ob Ihre Laufstrecke und Ihr Kalorienverbrauch also weltweit von jedermann bewundert werden können oder ob nur Ihre “Freunde” diese Daten sehen können. Bei vielen Apps sind die Standardeinstellungen für die Privatsphäre äußerst “offenherzig” und transparent und sämtliche Nutzer der jeweiligen App weltweit können sich das Profil des Nutzers und seine Trainingsaktivitäten ansehen. Das europäische Datenschutzrecht fordert “datenschutzfreundliche Voreinstellungen” - und dass eine solch mitteilungsfreudige Standardeinstellung dieser Anforderung einer datenschutzfreundlichen Voreinstellung gerecht wird, darf vehement bezweifelt werden.

Das europäische Datenschutzrecht fordert auch, dass die Anbieter der Fitness-Apps den Nutzer transparent und in “klarer und einfacher Sprache” darüber informieren sollen, welche Daten sie erheben und was sie damit vorhaben. Bei einem Blick in die Datenschutzerklärungen der einzelnen Fitness-Apps, kann von Transparenz und klarer und einfacher Sprache leider oft nicht die Rede sein. Den geneigten Leser erwarten dort juristische Textwüsten, bei denen oftmals eher verschleiert als erhellt wird, was genau mit den Daten der Nutzer geschieht.

Man merkt zwar deutlich, dass bei allen Fitness-Apps seit der Geltung des neuen Rechts im Bereich Datenschutz deutlich nachgebessert wurde, aber eine aus Sicht des Datenschützers rundum überzeugende App konnten wir dennoch nicht finden. Eine eindeutige Erläuterung in einfacher Sprache, was genau mit den Daten Ihres letzten Laufes geschieht, wäre bei allen Anbietern wünschenswert. Eine kurze Einschätzung zu jeder App finden Sie im jeweiligen Testbericht.

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