Hier bestellen: Oakley Meta Vanguard
In „James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“ trägt Pierce Brosnan eine Brille, mit der er Fotos machen und durch Kleidung sehen kann. Letzteres geht mit der Oakley Meta Vanguard zwar nicht – und doch erinnert sie ein wenig an ein Spionage-Tool. Nicht, weil man damit andere ausspioniert, sondern weil sie zahlreiche smarte KI-Funktionen bietet.
Design und Tragekomfort: Sitzt die Brille auch beim Sport stabil?
Bevor wir uns diesen Funktionen widmen, hier die eher nüchternen Fakten zur Hardware: Die Brille richtet sich explizit an Sportlerinnen und Sportler. Es gibt sie nur in einer Größe, die auf kleinen Köpfen etwas groß wirken kann, dank der stark gebogenen Bügel aber dennoch gut sitzt. Optisch erinnert sie stark an andere Performance-Modelle von Oakley. Auf den ersten Blick fällt kaum auf, dass sich über dem Nasenbügel eine Kameralinse befindet und die Bügel – inklusive Akku – etwas dicker ausfallen als bei klassischen Sportbrillen. Die Brille verfügt über drei Knöpfe und ein Touchpad in den Bügeln.

Auf den ersten Blick geht die Oakley Meta Vanguard als normale Sonnenbrille durch.
Mit nachgewogenen 66 Gramm wiegt die Brille etwa zwei- bis dreimal so viel wie eine normale Sportsonnenbrille. Auch bei höherem Tempo sitzt sie stabil und wackelt nicht störend. Man spürt sie zwar – im Gegensatz zu besonders leichten Modellen –, aber sie fällt nicht negativ auf. Die leicht verspiegelten Gläser, die auch in anderen Oakley-Modellen zum Einsatz kommen, schützen zuverlässig bei starker Sonneneinstrahlung und bieten auch bei wechselnden Lichtverhältnissen gute Sicht. Allerdings unterstützt die Oakley Meta Vanguard keine Gläser in Sehstärke.

Die Kamera sitzt über dem Nasenbügel.
Geliefert wird die Brille in einem Etui, das an der Unterseite über einen USB-C-Anschluss zum Laden verfügt. Für Einrichtung, Updates und das Installieren von Sprachpaketen wird die Meta AI App (iOS und Android) benötigt. Dort lassen sich auch sämtliche Einstellungen vornehmen.
Kameraqualität: Wie gut sind Fotos und Videos?
Die integrierte Kamera nimmt entweder auf Knopfdruck oder via Sprachbefehl (mehr dazu unten) Videos in „Full HD“ (1080p mit 30 oder 60 FPS) oder in „hochauflösend“ (3K mit 30 FPS) auf. Die maximale Videolänge beträgt fünf Minuten, im 3K-Modus maximal drei Minuten. Die Bildstabilisierung lässt sich nur im Full-HD-Modus in drei Stufen („niedrig“, „mittel“, „hoch“) einstellen. Fotos werden mit 12 Megapixeln aufgenommen. Gefilmt und fotografiert wird grundsätzlich im Ultraweitwinkel und im Hochformat – ideal für Social-Media-Inhalte etwa auf Instagram oder TikTok.

Ein mit der Oakley Meta Vanguard aufgenommenes Foto.
Die Bild- und Videoqualität ist solide und erinnert an die eines guten Smartphones. Wie bei einer Actioncam gleicht die integrierte, dreistufige Stabilisierung Bewegungen zuverlässig aus, wie das folgende Beispielvideo zeigt.
Der interne Speicher von 32 Gigabyte reicht laut Hersteller für über 500 Fotos und mehr als 100 Videos mit jeweils 30 Sekunden Länge. Die Übertragung erfolgt über die App via WLAN-Verbindung zwischen Brille und Smartphone und funktioniert schnell und unkompliziert.
Sprachsteuerung und KI: Wie nützlich sind die Funktionen im Alltag?
Die Steuerung ist auch per Sprachbefehl möglich. Von „Hey Meta, mach ein Foto“ bis „Hey Meta, ruf XY an“ sind viele Funktionen abgedeckt – vorausgesetzt, das Smartphone mit Internetverbindung ist in der Nähe.
Auch KI-Funktionen sind integriert. Fragt man etwa „Hey Meta, was sehe ich gerade?“, liefert die Brille eine Beschreibung der Umgebung. Diese fällt allerdings eher nüchtern aus, etwa: „Ich sehe eine Person mit Bob-Haarschnitt und bunter Jacke in einem Raum, der wie ein Büro aussieht.“ Für sehbeeinträchtigte Menschen könnte das in bestimmten Situationen hilfreich sein – auch wenn sich die Frage stellt, ob eine Sonnenbrille hier die naheliegendste Lösung ist.
Zusätzlich bietet die Brille eine Übersetzungsfunktion. Dafür müssen zunächst die entsprechenden Sprachpakete (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch) in der App heruntergeladen werden. Die Übersetzung lässt sich per App, Knopfdruck oder Sprachbefehl starten. Aufgrund einer Verzögerung von ein bis zwei Sekunden eignet sich die Funktion jedoch nicht für kontinuierliche Inhalte wie Filme. In Gesprächen funktioniert sie besser, wirkt aber – zumindest im Test von Englisch auf Deutsch – teilweise ungenau und etwas holprig. Zudem wiederholt die Brille gelegentlich den zuletzt übersetzten Satz mehrfach.
Überzeugt sind wir von den KI-Fähigkeiten nicht. Wirklich relevante Fragen, etwa der Weg zum nächsten Bäcker oder der beste Park zum Laufen in der Nähe, werden nicht beantwortet. Letztlich bleibt es bei der Sprachsteuerung.
Musik und Akkulaufzeit: Wie lange hält die Brille im Einsatz durch?
In den Bügeln integrierte Lautsprecher ermöglichen neben Telefonie und Sprachfeedback auch das Hören von Musik und Podcasts. Die Klangqualität ist akzeptabel, bleibt aber flach und wenig druckvoll. Vor allem an lauten Straßen und bei starkem Wind, ist der Hörgenuss doch eingeschränkt – man versteht zwar noch was, aber gut klingt es nicht. Anders als bei In-Ear- oder Knochenschall-Kopfhörern sind die Lautsprecher zudem auch für Umstehende hörbar.

Im Bügel sind Knöpfe und Lautsprecher untergebracht.
Die Akkulaufzeit ist einer der größten Kritikpunkte im Test. Wer Musik hört und ab und an ein Video aufnimmt, kommt maximal drei Stunden hin. Laut Hersteller sind bis zu sechs Stunden Audiowiedergabe möglich, was sich im Praxiseinsatz jedoch nicht vollständig bestätigen ließ. Und ein weiterer Kritikpunkt der Oakley Meta Vanguard: Ab einem Akkustand von 15 Prozent, der auch akustisch angekündigt wird, nimmt die Brille keine Fotos und Videos mehr auf – Musik und die KI-Funktionen funktionieren jedoch weiterhin, bis der Akku leer ist.
Garmin-Integration: Trainingsdaten direkt in der Brille nutzen
Die Oakley Meta Vanguard kann Trainingsdaten von kompatiblen Garmin-Uhren einbinden und sinnvoll erweitern – ein Feature, das sie deutlich von klassischen Smart Glasses abhebt. Konkret bedeutet das: Werte wie Pace, Distanz, Puls und Zeit werden übernommen, können während des Trainings per Sprachausgabe angesagt werden und lassen sich anschließend sogar direkt in Videos integrieren. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen Training und Content. In der Praxis sieht das so aus: Du läufst eine Einheit mit deiner Garmin-Uhr, bekommst Zwischenstände angesagt und kannst später im Video genau nachvollziehen, wie schnell du unterwegs warst. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Brille keine Sportuhr ersetzt. Sie nutzt die erfassten Daten deiner Garmin lediglich und erweitert sie um Audio-Feedback und visuelle Darstellung.





