Jahrelang verschwenden wir keinen Gedanken an etwas, das wir rund 20.000 Mal am Tag tun: Atmen ist das scheinbar Selbstverständlichste der Welt. Unser Körper tut es für uns, ohne dass wir drüber nachdenken müssen. 24/7/365, auch nachts – wir müssen keine Sorge haben, dass wir ersticken.
Die Luft geht, die Erkenntnis kommt
Bis uns eines Tages doch (plötzlich) die Luft wegbleibt: Kurzatmigkeit (Dyspnoe) kann diverse Ursachen haben. Denn die Fähigkeit des Atmens ist in Wahrheit gar nicht so ein Selbstläufer. Sondern vielmehr ein komplexes Zusammenspiel von
- mechanischer Muskelarbeit: Das Zwerchfell senkt sich ab, die Rippenmuskeln weiten den Brustkorb. So entsteht ein Unterdruck, der Luft in die Lunge saugt.
- einer zentralen Steuerung durch das Nervensystem: Das Gehirn regelt im Hirnstamm die Atemfrequenz automatisch über den CO₂-Gehalt im Blut,
- dem Gasaustausch in der Lunge: In den so genannten Alveolen, den Lungenbläschen, diffundiert Sauerstoff (O₂) ins Blut, während Kohlenstoffdioxid (CO₂) abgegeben wird, und
- dem Herzen, das für die Verteilung von Blut und Sauerstoff im Körper verantwortlich ist.
Was sind die Ursachen für Kurzatmigkeit?
Zunächst einmal ist ja die Frage: Was ist zu kurz(atmig)? Die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit, also die Kraft und Ausdauer von Herz, Lunge und Blutkreislauf, ist sehr individuell. Natürlich auch abhängig von Fitness oder Alter. Der Bezugspunkt bist du selbst: Wenn sich bei dir ein spürbarer Abfall bemerkbar macht, ist das ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Und ja, eine simple Treppe nicht mehr ohne Japsen hochgehen zu können, auch! Eine weitere Frage ist: Ist deine Atemnot akut? Das deutet auf eine ernste Erkrankung hin – gleich zum Arzt! In der Regel ist der Verlust der Atemkapazität allerdings bei den meisten eher schleichend.
Dein Lifestyle hat maßgeblichen Einfluss
Wenn du dir den Niedergang deiner Atemkapazität insgeheim erklären kannst (… seit Monaten zu viel Stress auf der Arbeit, seit einem halben Jahr kein Sport mehr, jeden zweiten Tag Tiefkühlpizza vorm Fernseher, schon länger nachts kein Durchschlafen mehr …), dann, ja dann ist es Zeit für Veränderung!
Dann solltest du dich um all die Dinge kümmern, die deine Gesundheit und Langlebigkeit fördern und die du offensichtlich hast schleifen lassen: ausreichend Bewegung, regelmäßige Ruhephasen zum Runterkommen vom Alltagsstress, natürliche und pflanzenbasierte Ernährung als Beispiele.
Insbesondere Bewegung ist Kernaspekt im Kampf gegen Kurzatmigkeit. Solltest du aber strukturelle Probleme zum Beispiel am Herzen haben (siehe die nächsten Absätze), dann bewege dich vorsichtig, ohne außer Atem zu kommen. Das wird dir dann aber auch der Arzt erklären.
Bei Anomalien ist es nie zu früh zum Check deiner Systeme
Wenn du dir den Leistungsabfall hingegen nicht erklären kannst, oder er eben akut ist, ist es Zeit für Checks beim Arzt. Die Ursache muss nicht dramatisch sein. Aber es macht allein schon unter Longevity-Gesichtspunkten gar keinen Sinn, mit einem kranken Herzen oder einer angeschlagenen Lunge wissentlich herumzulaufen.
Das Herz ist häufiger involviert
Deswegen wäre ein Ruhe- oder Belastungs-EKG bei Hausarzt oder Kardiologen angeraten. Letzterer kann auch ein Herzultraschall durchführen, das Aktivität des Herzmuskels, seine Klappenfunktion und die Druckverhältnisse in Kammern und Gefäßen beurteilen hilft. Sollte sich eine Schwäche deines Herzmuskels oder eine verminderte Durchblutung des Herzens als Grund für deine Kurzatmigkeit herausstellen, so ist das kein Grund zur Panik, aber eine ernste Sache! Für die meist eine spezielle medikamentöse Therapie nötig ist, in seltenen Fällen auch operative Maßnahmen. So weit muss es aber gar nicht immer kommen: Um das Herz zu unterstützen, kann es sich lohnen, Weißdorn als Ergänzung einzunehmen. Studien zum entsprechenden Extrakt „WS 1442“ (enthalten in pflanzlichen Arzneimitteln wie Crataegutt, das in Apotheken erhältlich ist) beschreiben eine gesteigerte Herzleistung, einen abgemilderten Bluthochdruck, und ein niedrigeres Risiko von Rhythmusstörungen.
Wenn die Lungenleistung nur noch eine Luftnummer ist
Nächster Kandidat ist die Lunge selbst – hier ist etwa eine Spirometrie, der grundlegende Funktionstest der Lunge, beim Hausarzt eine gute Idee. Die sorgfältige Diagnose von Auffälligkeiten im Bereich der Lunge ist wichtig, denn es gibt viele Ursachen für Kurzatmigkeit, etwa verengte Atemwege, Erkrankungen wie Asthma oder COPD. Die brauchen alle verschiedene Therapien, damit sie sich nicht in eine gefährliche Richtung entwickeln und auch deine Langlebigkeit beschneiden.
Vorsprung durch Atemtechnik: Das Zwerchfell darf wieder ran
Im besten Fall sind Herz und Lunge bei dir gesund. Dann rückt deine Atemtechnik in den Fokus. Viele vernachlässigen das Zwerchfell, den wichtigsten Atemmuskel, und atmen „hoch“ bzw. „flach“, mehr in die Brust statt in den Bauch. Auslöser können wieder „Lifestyle“-Dinge sein wie zu viel Stress, zu wenig Bewegung oder eine schlechte Körperhaltung. Unter Belastung werden die Symptome stärker, und es kann auch dazu kommen, dass sich die Zusammenstellung der Atemgase im Blut verändert. Dann werden die Körperzellen nur noch mangelhaft versorgt. Eine Entwicklung, die nicht nur auf Kosten der Leistungsfähigkeit geht, sondern absolut Longevity-relevant sind!
Abhilfe schaffen Atemübungen, und wenn nötig eine begleitende Therapie, um den Atem wieder zu rekonditionieren.





