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Münster-Marathon 2017 Debütanten-Sieg unter blauem Himmel

Der Münster-Marathon 2017 zeichnete sich einmal mehr durch eine hervorragende Stimmung aus. Auch sportlich war etwa mit dem Überraschungs-Sieg des Debütanten Paul Maina einiges geboten.

Münster-Marathon 2017 +
Foto: Wolfgang Steeg, Claudia Steeg

Beim Zieleinlauf freuten sich die Läufer über die bezwungenen 42,195 Kilometer.

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Marathon

9.200 Läufer aus 33 verschiedenen Nationen hatten sich für den 16. Münster-Marathon vorangemeldet. Zwei Drittel davon nahmen den beliebten Staffel-Marathon, bestehend aus Vierer-Teams, unter die Sohlen. 2.400 Meldungen zählte die Königs-Distanz. Auch ein Kids-Marathon sowie ein Gesundheits-Lauf über 6,2 Kilometer und ein 10-km-Charity-Lauf fanden im Angebot des Münster-Marathons ihren Platz. Während sich der Favorit Duncan Koech (Kenia) mit Rang zwei begnügen musste, überraschte der Marathon-Debütant Paul Maina (Kenia) mit seinem Sieg in 2:11:22 Stunden. Auch die schnellste Frau kam mit Rose Jepchoge Maru aus Kenia. Sie benötigte 2:33:05 Stunden.

Für runnersworld.de war unser Fotograf Wolfgang Steeg beim Münster-Marathon 2017 vor Ort. Seine schönsten Bilder vom Lauf finden Sie in den Bildergalerien ober- und unterhalb sowie inmitten dieses Artikels.

Um neun Uhr begann der Tag für die meisten der Läufer. Zuerst fiel auf dem Schlossplatz der Startschuss für die Marathonläufer, 15 Minuten später wurde auch das große Feld der Staffelläufer auf die Strecke geschickt. Mit einem leicht welligen Charakter nicht topfeben, bietet sich die Münsteraner Strecke dennoch für flotte Zeiten an. Nur 19 Meter Höhendifferenz weisen der höchste und tiefste Punkt auf den 42,195 Kilometern auf. Auch die Streckenrekorde von 2:10:25 Stunden (Patrick Muriuki, 2010) und 2:29:12 Stunden (Eleni Gebrehiwot, 2013) beweisen das.

Favorit Duncan Koech von Debütant Paul Mutai geschlagen

Vor dem Rennen als Favorit gehandelt, reichten dem Kenianer Duncan Koech 2:12:06 Stunden nur zu Platz zwei. Sein Landsmann und Marathon-Novize Paul Mutai gewann in 2:11:22 Stunden. Nicht einmal eine Minute fehlte ihm zu einem neuen Streckenrekord. Doch die Bedingungen konnten kaum besser sein. Morgens noch unter zehn Grad, bot der strahlend blaue Himmel bei milden Temperaturen schnelle Verhältnisse. Lediglich etwas Wind bremste die Läufer teilweise ein wenig. Auch Platz drei und vier ging an zwei Kenianer. Joseph Kyengo Munywoki blieb nach 2:12:17 Stunden als Dritter nur eine knappe Minute hinter dem Sieger. Um rund fünf Minuten vom Rest des Feldes abgesetzt, kam Hosea Kipkemboi nach 2:12:55 Stunden als Vierter und letzter des Führungs-Quartetts ins Ziel.

Bei den Frauen kamen die Favoriten ebenso aus Kenia wie auch aus Japan. Doch am Ende waren es auch hier die ostafrikansichen Läuferinnen, die am schnellsten im Ziel waren. Rose Jepchoge Maru siegte in 2:33:05 Stunden vor ihrer Landsfrau Eunice Kioko (2:33:59). Dahinter reihten sich die beiden Japanerinnen Hisae Yoshimatsu (2:36:00) und Yoshiko Sakamoto (2:38:26) in die Siegerliste ein.

Christl Dörschel und Elias Sansar schnellste Deutsche beim Münster-Marathon 2017

Traditionell werden auch immer die ersten Deutschen beim Marathon in der gut 300.000 Einwohner fassenden Stadt geehrt. In einem favorisierten Kreis von mehreren Läufern setzte sich bei den Männern am Ende der Seriensieger Elias Sansar nach 2:25:25 Stunden auf Gesamt-Rang acht als schnellster Deutscher durch. Er konnte sich über eine Prämie von 2.000 Euro freuen. Nur knapp dahinter und als Neunter ins Ziel laufend, zeigte auch Maciek Miereczko mit 2:25:53 Stunden ein starkes Rennen. Während es bei den Männern um Sekunden ging, konnte sich Christl Dörschel als Sechste insgesamt mit 2:56:05 Stunden den Titel der ersten deutschen Frau mit großen Vorsprung sichern. Doch schon nach einem Viertel der Distanz durch kräftigen Gegenwind etwas aus dem Tritt gekommen, zeigte sie sich nicht ganz zufrieden mit ihrer Zeit. Siebte im Gesamt-Klassement und zweite Deutsche wurde Sandra Lehmkuhl mit 3:06:13 Stunden.

Steffen Auerswald sorgt mit seinem Zieleinlauf für den emotionalen Höhepunkt

Über 30 Marathons hatte der Warendorfer Steffen Auerswald schon absolviert. In Berlin 2013 war er seine Bestzeit von 2:42 Stunden gelaufen. Vor einem Jahr war er noch als Läufer aktiv. Doch am 21. Januar bekam er mit Ende 40 die Diagnose ALS. Die unheilbare Nervenkrankheit fesselte ihn schon bald an einen Rollstuhl. Dennoch wollte er ein letztes Mal die Marathon-Distanz in Angriff nehmen. In einem Spezial-Rollstuhl von Freunden des Lauftreffs der Warendorfer SU geschoben, wollte er auf die unheilbare Krankheit aufmerksam machen. Unter großem Beifall wurde Steffen Auerswald über die letzten 195 Meter auf der Zielgeraden auf dem Prinzipalmarkt förmlich ins Ziel getragen. Zum elften Mal infolge überschritt er damit die Ziellinie des Münster-Marathons.

Herausragende Organisation stößt auf viel Lob von allen Seiten

Die durchweg reibungslose Organisation – bis auf einen missglückten Startschuss – wurde von allen Seiten gelobt. Zahlreiche freiwillige Helfer und tausende Zuschauer machten den 16. Münster-Marathon zu einem ausgelassenen Lauffest. Sonnenschein und blauer Himmel sorgten vor allem in Zentrumsnähe für dichte Zuschauerreihen, die den Läufern ordentlich einheizten.
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Autor: Patrick Brucker 12.09.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Münster-Marathon 2018.

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