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Essen-Marathon "Rund um den Baldeneysee" 2017 Elias Sansar läuft zum Hattrick

Der älteste Marathon Deutschlands fand schon zum 55. Mal statt. Als Favorit gestartet, setzte sich Elias Sansar nach 2015 und 2016 erneut als Sieger durch.

Essen-Marathon +
Foto: Wolfgang Steeg

Zwei Mal durften die Marathonläufer den Baldeneysee umrunden.

Grau und nass war das Wetter vorausgesagt beim 55. Essen-Marathon, der seit 1963 jedes Jahr stattfindet und sich somit ältester Marathon Deutschlands nennen kann. Pünktlich zum Startschuss um zehn Uhr stoppte der Regen und rund 1.500 Marathon- und Seerunden-Läufer konnten – erstmal im Trockenen – bei optimalen zwölf Grad auf die Strecke geschickt werden. Auch eine Marathon-Staffel aus vier Läufern wurde angeboten. 15 Minuten später losgeschickt, zählte diese im Ziel 136 Staffeln. Den Marathon zum dritten Mal infolge konnte der als Favorit gestartete Elias Sansar in alt bewährter Manier nach 2:24:14 Stunden gewinnen.

Für runnersworld.de war unser Fotograf Wolfgang Steeg beim Essen-Marathon „Rund um den Baldeneysee“ 2017 vor Ort. Seine schönsten Bilder vom ältesten Marathon Deutschlands finden Sie in der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels.

Schon jahrelang stellt sich beim traditionsreichen Essen-Marathon vor dem Startschuss immer die eine Frage: Daniel Schmidt oder Elias Sansar? Alleine in diesem Jahrzehnt gewann einer der beiden sechs der sieben Austragungen – nur unterbrochen durch einen Sieg von Florian Neuschwander. Jedes Mal waren beide auf dem Siegerpodest. Mit den Siegen von 2015 und 2016 im Rücken, ging auch am 8. Oktober 2017 Elias Sansar als favorisierter Läufer ins Rennen.

Zweite Hälfte zwei Minuten schneller – auch beim dritten Sieg infolge

Die Bilder glichen sich beim 55. Essen-Marathon den Vorjahren. Schon nach der Halbmarathon-Marke lag Elias Sansar in 1:13:12 Stunden knapp drei Minuten in Führung und ließ wie 2015 und 2016 eine rund zwei Minuten schnellere zweite Hälfte folgen. Schon nach 2:24:14 Stunden überquerte er als Sieger zum dritten Mal infolge die Ziellinie an der Regattabahn und wurde von einigen hundert Zuschauern bejubelt. Als es für ihn nach rund einem Viertel der Strecke erstmals wieder zu regnen begann, war auf der Holzbrücke über die Ruhr in Essen-Kupferdreh Vorsicht geboten. „Dort musste ich das Tempo deutlich reduzieren, um nicht auszurutschen“, so Sansar im Ziel. Seinen knappen Vorsprung nach hinten verteidigte Daniel Schmidt auf der zweiten Hälfte erfolgreich und konnte so in 2:33:38 Stunden immerhin den zweiten Platz absichern. Mit dem nasskalten Wetter mehr zu kämpfend, meinte er nach dem Rennen: „Ich wurde gar nicht mehr richtig warm. Die Oberschenkel wurden immer kälter, es lief nicht mehr richtig rund und schließlich musste ich Elias ziehen lassen”. Nur 15 Sekunden später erreichte Robert Kubisch (2:33:53 Stunden) das Ziel als Dritter. Über zehn Minuten sollte es dauern, bis die nächsten Läufer das Ziel erreichten.

Anke Lehmann gewinnt 55. Essen-Marathon „Rund um den Baldeneysee“ 2017

Deutlich enger gestaltete sich das Rennen bei den Frauen. Nach der Streckenhälfte noch zweieinhalb Minuten zurückliegend, wurde Anke Lehmann von ihrem persönlichen Tempomacher Bernd Diekmann zur Geduld geraten. Wie Sansar konnte auch die 47-jährige Lehmann auf der zweiten Hälfte Zeit gut machen und sich letztlich nach 3:06:07 Stunden als Siegerin hinter dem Zielstrich feiern lassen. Keine Minute später folgte Melina Buil, die den Essen-Marathon 2017 nach 3:07:00 Stunden beendete. Ebenfalls einen kleinen Rückstand konnte Ina Radix auf der zweiten Hälfte wettmachen und sich von Platz vier auf den dritten Rang nach vorne laufen. Für sie stoppte die Uhr nach 3:11:04 Stunden, knapp vor Kerstin Hotte (3:11:50 Stunden).
Essen-Marathon +
Foto: Wolfgang Steeg

Die Brücke über die Ruhr musste mit etwas Vorsicht überlaufen werden.

Dauerstarter Nikki Johnstone schnellster der 874 Finisher auf der Seerunde

Bei der zweiten Austragung der Seerunde über 17,4 Kilometer konnten sich die Veranstalter über einen deutlich wachsenden Zuspruch freuen. 874 Läufer erreichten das Ziel – 210 mehr als im vergangenen Jahr. Der Marathon verlor dagegen gut zehn Prozent. Aber immerhin 593 Läufer bewältigten die 42,195 Kilometer unter meist nasskalten Bedingungen. Nach seinem zweiten Platz bei der Premiere der Seerunde schaffte Dauerstarter Nikki Johnstone dieses Mal den Sieg. Eine Woche nach dem Köln-Marathon, wo er die halbe Distanz in 1:10:15 Stunden bewältigte, schaffte er die 17,4 Kilometer in annährend demselben Tempo und lief nach 58:53 Minuten als Erster über die Ziellinie. Ihm folgten Sebastian Risko (1:04:19 Stunden) und Stefan Sauer (1:05:51 Stunden). Ähnlich souverän gewann auch Leoni Leven nach 1:10:25 Stunden ihr Rennen. Zweite wurde Sabine Hempel in 1:16:14 Stunden. Der dritte Platz ging in 1:18:54 Stunden an Marlies Achenbach.

Staffel-Marathon und Feuerwehr-Meisterschaften mit schnellen Siegern

Auch die Staffel-Läufer zeigten gute Leistungen. Über 16 Minuten hatte sich das Team TLV Germania Überruhr am Ende abgesetzt. Schlussläufer Markus Beßling konnte nach 2:31:53 Stunden den Sieg für seine Kollegen Till Grommisch, Niklas Pospiech und Kevin Pilgrim in trockene Tücher wickeln. Die parallel zum Marathon ausgetragenen Feuerwehr-Meisterschaften gewann Robert Kubisch, der nach Sansar und Schmidt als drittschnellster Marathonläufer das Ziel erreichte. Die eigens für die Feuerwehren ausgetragene Halbmarathon-Distanz gewannen Florian Lang (1:12:59 Stunden) und Ute Wiedemann (1:46:36 Stunden).

Änderungen in der Organisation stießen beim Essen-Marathon 2017 auf viel Zuspruch

Auch nach 54 Jahren bleibt nicht alles beim Alten. Die zweite Austragung unter dem neuen Titelsponsor versprach einige, kleinere Änderungen, die auf viel Zuspruch seitens der Läufer und Zuschauer stießen. Erstmals wurde eine große Taschenabgabe eingerichtet, nachdem diese bisher an zwei verschiedenen Stellen untergebracht wurde. Auch der Zielbereich war für die Zuschauer von beiden Seiten erreichbar. Das Zelt für die Siegerehrungen wurde erweitert, auch wenn es insgesamt bei regnerischem Wetter an überdachten Bereichen fehlte. Dafür konnten sich sogar die Zuschauer über Freibier auf der Tribüne freuen. Diese waren zwar wie gewohnt nicht allzu zahlreich an die Strecke gekommen, doch immerhin sorgten gleich fünf Trommlergruppen entlang der Strecke für zusätzliche Unterstützung. Zusammenfassend wurde die gesamte Organisation beim 55. Essen-Marathon „Rund um den Baldeneysee“ 2017 unter der Leitung von Gerd Zachäus mit der Hilfe zahlreicher freundlicher Helfer und Ordner von allen Seiten gelobt.
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Autor: Patrick Brucker 08.10.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Essen-Marathon "Rund um den Baldeneysee" 2018.

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