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Köln-Marathon 2017 Hendrik Pfeiffer läuft deutsche Jahresbestzeit und schafft die EM-Norm

Hendrik Pfeiffer lief als Sieger des Köln-Marathons praktisch konkurrenzlos nach 2:13:42 Stunden ins Ziel und unterbot damit die Norm für die Europameisterschaften 2018 in Berlin um 18 Sekunden.

Hendrik Pfeiffer lief in Düsseldorf 2016 ein starkes Marathondebüt. Am Sonntag startet er in Köln. +
Foto: Köln-Marathon

Hendrik Pfeiffer

Hendrik Pfeiffer hat sich in Köln mit einem Sieg und der Norm für die Europameisterschaften 2018 über die Marathondistanz zurückgemeldet. Der 24-jährige Läufer des TV Wattenscheid lief praktisch konkurrenzlos 2:13:42 Stunden, unterbot den Richtwert für die EM in Berlin um 18 Sekunden und stellte eine deutsche Jahresbestzeit auf. Nach seinem starken Debüt in Düsseldorf 2016 mit 2:13:11 war es für Hendrik Pfeiffer nach einer langen Verletzungspause der zweite Marathon seiner Karriere. In einem Rennen ohne internationale Topathleten wurde Dominik Fabianowski (ASV Köln) in 2:19:36 Zweiter. Schnellste Frau war bei insgesamt guten aber etwas windigen Wetterbedingungen die Triathletin Rebecca Robisch (LAC Quelle Fürth), die in ihrem ersten Marathon nach 2:43:02 im Ziel war.

Den parallel zum Köln-Marathon veranstalteten Halbmarathon gewann Tobias Blum (LC Rehlingen) in 65:42 vor dem Türken Serkan Kaya (65:54) und Florian Röser (TV Konstanz/66:26). Einmal mehr zeigte Sabrina Mockenhaupt starke Konstanz. Die Läuferin des LT Haspa Marathon Hamburg war in 1:12:05 Stunden nicht zu schlagen. Sie wird sich nun langfristig auf einen Frühjahrs-Marathon vorbereiten. Eine Steigerung von zwei Minuten gelang der zweitplatzierten Laura Hottenrott (GSV Eintracht Baunatal), die nach 1:13:15 vor Lisa Heimann (LAZ Puma Rhein-Sieg/1:15:09) im Ziel war.

Insgesamt hatten für die Veranstaltung rund 25.000 Läufer gemeldet, darunter etwa 6.000 Marathonläufer.

Aktuelle Fotostrecke vom Köln-Marathon auf runnersworld.de!

Unser Fotograf Norbert Wilhelmi war beim Marathon durch die Domstadt vor Ort. Seine besten Foto-Impressionen finden Sie in der aktuellen Fotostrecke über und unter diesem Artikel. Dazu eine weitere Fotostrecke voll mit den Emotionen beim Zieleinlauf.

Die erwartete „One-Man-Show“

Das Rennen der Männer wurde wie erwartet zu eine „One-Man-Show“. Von Beginn an zog Hendrik Pfeiffer mit seinen drei Tempomachern davon. Während der 1.500-m-Läufer Marius Probst (TV Wattenscheid) seinen Vereinskameraden nicht lange unterstützen konnte, leisteten Patrick Kimeli (Kenia) und Mitku Seboka (Äthiopien/LAC Quelle Fürth) wie geplant bis zur 25- beziehungsweise 30-km-Marke Tempoarbeit.

Die Zwischenzeiten auf der ersten Hälfte - 31:08 für 10 km, 46:48 bei 15 km und 65:54 beim Halbmarathon - deuteten dabei sogar auf eine Endzeit von unter 2:12 Stunden hin. Doch dieses Tempo konnte das Trio in der Folge nicht halten. Bei 25 km (1:18:07) ging Kimeli aus dem Rennen und als Seboka dann nach 30 km (1:33:54) ausstieg, war Hendrik Pfeiffer auf sich alleine gestellt und wirkte bereits seit einigen Kilometern nicht mehr locker. Er war zu diesem Zeitpunkt zwar noch auf Kurs für eine Zielzeit zwischen 2:12:00 und 2:12:30, doch auf den letzten zwölf Kilometern wurde es schwer für Hendrik Pfeiffer. Er verlor Zeit, kämpfte sich aber bravourös durch. Die angepeilte persönliche Bestzeit verpasste er, doch das Hauptziel EM-Norm erreichte der 24-Jährige.

„Es war muskulär sehr schmerzhaft. Kurz nach Kilometer 25 wurde es schwer, bei Kilometer 28 war ich eigentlich mausetot. Es war als ob jemand den Stecker gezogen hatte. Wahrscheinlich war das Problem, dass wir in der Anfangsphase einige sehr schnelle Kilometer gelaufen sind, da es im Wind schwierig war, das richtige Tempo zu finden. Das rächte sich dann später. Ich wollte auf keinen Fall aussteigen, aber ich weiß nicht, wie ich das durchgebracht habe. Denn ich hatte auch einen Kilometer in 3:24 Minuten dabei“, sagte Hendrik Pfeiffer, der in Köln den bisher größten Sieg seiner noch jungen Karriere feierte.

„Ich hatte nicht gedacht, dass ich die EM-Norm noch schaffe, aber die große Unterstützung hat mich angetrieben.“ Hendrik Pfeiffer ist der erste deutsche Läufer, der in diesem Jahr eine Zeit von unter 2:15:00 Stunden erreichte, nachdem er bereits 2016 mit seiner Düsseldorfer Debützeit von 2:13:11 der schnellste nationale Marathonläufer war. Damals hatte er sensationell die Olympia-Norm unterboten, musste dann aber verletzungsbedingt auf den Start in Rio verzichten. „Die EM-Norm zu laufen war heute schwieriger als vor einem Jahr die Olympianorm zu unterbieten.“

Mit großem Abstand erreichte Dominik Fabianowski (ASV Köln) als Zweiter in 2:19:36 das Ziel nahe des Kölner Doms. Dritter wurde Christian Schreiner (LAZ Puma Rhein-Sieg) mit 2:28:24.

Ebenso wie Hendrik Pfeiffer lief auch Rebecca Robisch (LAC Quelle Fürth) zu einem Start-Ziel-Sieg. Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:18:54 Stunden wurde sie im Schlussteil deutlich langsamer. Mit 2:43:02 hatte Rebecca Robisch am Ende aber einen großen Vorsprung auf Anastasia Shishova (Russland/2:52:26) und Sigrid Bühler (LAZ Puma Rhein-Sieg/2:56:41).

Todesfall beim Halbmarathon

Am Sonntagnachmittag teilte der Kölner Veranstalter mit, dass ein Teilnehmer des Köln Marathons verstorben ist: "Nach den uns vorliegenden Informationen ist der Läufer während des Halbmarathons bei Kilometer 11 zusammengebrochen. Die dort eingeteilten Rettungssanitäter haben nach der Erstversorgung einen sofortigen Transport in ein Krankenhaus veranlasst, wo die Person dann leider verstorben ist."
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01.10.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Köln-Marathon 2018.

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