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New-York-Marathon 2012 Kritik nach später Absage des New-York-Marathons

Nach der späten Absage des New-York-Marathons 2012 wegen der verheerenden Hurrikan-Verwüstungen macht sich bei Spitzen- und Breitensportlern Kritik breit. Mary Keitany gewinnt WMM-Serie.

Sabrina Mockenhaupt war enttäuscht, zeigte aber Verständnis für die Absage. +
Foto: photorun.net

Sabrina Mockenhaupt war enttäuscht, zeigte aber Verständnis für die Absage.

Sabrina Mockenhaupt war enttäuscht, zeigte zugleich aber volles Verständnis für die Absage des 43. New-York-Marathons. Doch die Läuferin der LG Sieg, die am heutigen Sonntag ihren ersten Marathon im Ausland rennen wollte, verstand nicht, warum das Rennen erst am Freitag und nicht schon eher abgesagt wurde. Damit lag sie auf einer Linie mit vielen anderen Läufern – Spitzen- und Breitensportlern –, die nach New York gereist waren, nachdem es von Dienstag bis Donnerstag noch geheißen hatte, der Marathon würde stattfinden.

Am Montagabend war der Hurrikan „Sandy“ im Bereich New York auf die US-Ostküste gestoßen und hatte schwere Verwüstungen angerichtet. Man verglich die Situation mit dem Jahr 2001. Vor elf Jahren wurde der New-York-Marathon zu einem Symbol der Stärke und Willenskraft der Menschen dieser Metropole. Im November 2001, knapp zwei Monate nach den verheerenden Terroranschlägen, fand das Rennen statt. Nun sollte New York zeigen, dass man sich auch von einem vernichtenden Hurrikan nicht unterkriegen lässt – obwohl der zeitliche Abstand zur Katastrophe natürlich ein ganz anderer war. „2001 hat der Marathon die Stadt vereint, der Lauf brachte die Menschen zurück auf die Straßen. Es ging damals gar nicht um die Läufer, es ging um die Stadt. An diesem Tag waren nicht die Zuschauer für die Läufer da, sondern die Läufer waren für die Stadt da. Und dieser Marathon jetzt löst bereits ähnliche Gefühle aus“, hatte Mary Wittenberg, die Race-Direktorin des New-York-Marathons, am Mittwoch erklärt.

Einen Tag später erhielten die Veranstalter der New York Road Runners die vermeintlich definitive Zusage vom Bürgermeister der Metropole, Michael Rubens Bloomberg, dass das Rennen stattfinden würde. Der Bürgermeister argumentierte auch mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Marathons für die Stadt. Rund die Hälfte der Teilnehmer des größten Marathonrennens der Welt, bei dem vor einem Jahr 47.323 Läufer im Ziel registriert wurden, kommen aus dem Ausland. Viele tausend weitere reisen aus anderen Teilen der USA an.

Doch Mary Wittenberg und Michael Rubens Bloomberg haben die Lage und die Stimmung falsch eingeschätzt. Während sie für das Rennen planten, wurde das wahre Ausmaß der Katastrophe vor allem in Staten Island offensichtlich. Mindestens 19 Menschen starben dort, wo der Marathon gestartet werden sollte. „Wir ziehen hier Tote aus dem Wasser und der Bürgermeister ist besorgt um Marathonläufer und darum, wie die Stadt wieder zur Normalität zurückkehrt“, sagte Michael Grimm, der US-Abgeordnete für Staten Island, gegenüber CNN. Bürger und Politiker aus Staten Island reagierten entsetzt, als sie hörten, dass der Marathon stattfinden soll. Wie CNN berichtete, standen im Startbereich bereits Strom-Generatoren für das Rennen bereit – genau dort, wo in Staten Island vieles verwüstet war und man diese Geräte dringend für humanitäre Zwecke gebraucht hätte. Menschen, die obdachlos wurden, konnten zudem nicht in Hotels, da diese aufgrund der anreisenden Läufermassen ausgebucht waren.
Sabrina Mockenhaupt: „Es gibt Wichtigeres als von A nach B zu laufen“

Die Topathleten, deren Hotel in Manhattan in der Nähe des Central Parks liegt, bekamen direkt nichts von der Katastrophe mit. „Für mich war alles gut. Man hat in unserer Umgebung gar nichts von dem Sturm gemerkt. Hier klappte alles reibungslos. Allerdings waren wir natürlich nicht in den betroffenen Gebieten untergebracht“, erklärte Sabrina Mockenhaupt und fügte hinzu: „Die Stadt war voll mit Läufern, und der Marathon sollte ja eigentlich ein Signal der New Yorker sein: Wir sind da, wir lassen uns nicht unterkriegen. Bürgermeister Bloomberg hat ja gesagt, New York ist speziell und deswegen muss der Marathon stattfinden. Denn er gibt den Menschen Hoffnung und Mut.“

Auf die Frage, wie sie die Absage am Freitagnachmittag aufgenommen hat, erklärte Sabrina Mockenhaupt: „Natürlich war ich enttäuscht, denn ich bin ja angereist weil es hieß, der Marathon findet statt – aber die Absage ist nachvollziehbar. Es gibt ja jetzt weitaus wichtigere Dinge als von A nach B zu laufen. Allerdings hätte man früher absagen können, spätestens am Mittwoch. Dies hatte ich eigentlich erwartet. Aber als der Veranstalter am Dienstag anrief und sagte, das Rennen findet statt und wir sollen auf jeden Fall kommen, haben wir uns natürlich dafür entschieden.“

„Jeder einzelne Athlet muss jetzt das Richtige für sich entscheiden. Das Rennen nachzuholen, ist eine unrealistische Alternative“, sagte Sabrina Mockenhaupt. Kurzzeitig hatten die New Yorker Veranstalter überlegt, einen reinen Elite-Marathon mit den eingeladenen Topathleten zu veranstalten, der auf dem früheren Kurs des Rennens (vier Runden im Central Park) hätte stattfinden können. Doch diese Idee wurde schnell wieder verworfen.

„Ich denke, Sabrina wird in diesem Jahr keinen Marathon mehr laufen, sondern die Pause verkürzen und dann früh in das neue Jahr starten. Aber dies ist eine Entscheidung, die Trainer Carsten Eich zusammen mit Sabrina treffen wird“, sagte Manager Oliver Mintzlaff.
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Autor: race-news-service.com 04.11.2012

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