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Hochgefühl beim Marathon Runner's High nur beim Laufen?

Das "Runner's High", also starke Endorphinausschüttung, stellt sich vor allem bei gewohnten Bewegungen ein. Läufer erfahren es also eher beim Marathon als beim Radfahren.

"Bei meinen Marathonläufen hatte ich jedes Mal ein echtes Hochgefühl, wohl ein "Runner's High". Warum stellt sich das gleiche Hochgefühl nicht bei ähnlich anspruchsvollen Skilanglauf- oder Mountainbike-Touren ein?"

Toni L., Ischgl
Runner's High +
Foto: Norbert Wilhelmi

Hochgefühl im Laufschritt beim Thermen-Marathon in Bad Füssing 2014.


Martin Grüning +
Foto: Walter Fey

Je mehr unser Körper an eine Sportart gewöhnt ist, desto wahrscheinlicher ist es, ein emotionales Hochgefühl zu bekommen.

"Runner’s High“ ist der Fachbegriff für ein emotionales Hoch­gefühl, das mancher Läufer empfindet. Meist stellt es sich erst bei Läufen von über einer Stunde ein. Verursacht wird es durch die Ausschüttung von Endorphinen, einer Art ­körpereigener ­Drogen, die in einem Teil des Gehirns (dem ­Hypothalamus) ­produziert und über die Hirnanhangdrüse in den Blutkreislauf geleitet ­werden. Offenbar sind Bewegungsformen, an die der Körper ­gewöhnt ist, eher als andere Belastungen in der Lage, die Ausschüttung dieser stimmungsfördernden Hormone ­anzuregen.

In einem Feldversuch absolvierten gut trainierte ­Läufer und Radfahrer harte Trainingseinheiten, und zwar ­jeweils auf dem Laufband und auf dem Fahrradergometer. Die anschließend ­gemessenen Endorphinspiegel unterschieden sich dahingehend, dass alle Sportler in ihrer jeweiligen „Hausdisziplin“ bei gleicher Belastungsintensität deutlich höhere Werte produzierten.

So stieg bei den Läufern der Endorphinspiegel im Blut auf dem Laufband um beeindruckende 122,5 Prozent an, auf dem Fahrradergometer jedoch lediglich um 47,5 Prozent. ­Umgekehrt brachten es die Radrennfahrer auf „ihrem“ Gerät auf einen 113-prozentigen Anstieg gegenüber 71 Prozent ­Zuwachs auf dem Laufband. Für dieses Phänomen gibt es ­möglicherweise zwei Erklärungen.

Laut Trainingsfachmann Dr. Owen Anderson ist die bekanntermaßen belastungsab­hängige Endorphinausschüttung bei ungewohnten Bewegungs­abläufen geringer, da der Sportler zwar subjektiv das Gefühl hat, sich gleich stark zu belasten, die Intensität in Wirklichkeit aber geringer ist, als dies beim Einsatz der eigentlich für eine andere Disziplin trainierten Muskelgruppen der Fall wäre.
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Autor: Martin Grüning 24.03.2014
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