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Rotterdam-Marathon Tiki Gelana läuft in Rotterdam unter 2:19

Tiki Gelana sorgte beim Rotterdam-Marathon mit ihrer Zeit von 2:18:58 Stunden für einen Paukenschlag. Bei den Männern siegte Yemane Adhane in 2:04:48 Stunden.

Das gab es lange nicht beim Rotterdam-Marathon: Die Frauen-Siegerin sorgte für den Paukenschlag auf der schnellen Strecke durch die holländische Hafenstadt. Tiki Gelana überraschte mit einer famosen Siegzeit von 2:18:58 Stunden. Damit hat sich die Äthiopierin in der Liste der schnellsten je gelaufenen Zeiten auf Rang sieben einsortiert. Die 24-Jährige ist zudem nur eine von vier Athletinnen, die jemals unter 2:19 Stunden liefen. Die anderen drei sind die Britin Paula Radcliffe (2:15:25/Weltrekord), die Russin Liliya Shobukhova, die im vergangenen Oktober in Chicago in 2:18:20 gewann, und die Kenianerin Catherine Ndereba (2:18:47).
Auch bei den Männern gab es in Rotterdam einen äthiopischen Sieger mit einer hochklassigen Zeit: Yemane Adhane gewann in einem packenden Spurt mit 2:04:48 Stunden. Eine Sekunde später folgte sein Landsmann Getu Feleke, und Dritter wurde der eigentliche Favorit Moses Mosop (Kenia) mit 2:05:02. Die Zeit von Yemane Adhane ist die elftbeste aller Zeiten und die zweitschnellste des Jahres. Die Jahresweltbestenliste wird zurzeit von Ayele Abshero (Äthiopien) angeführt, der in Dubai 2:04:23 gelaufen war.

Mit ihrer Siegzeit, mit der sie auch den nicht einmal drei Monate alten äthiopischen Rekord von Aselefech Mergia (2:19:31 in Dubai im Januar) gebrochen hat, dürfte Tiki Gelana im Rennen um einen der drei Olympia-Startplätze nun sehr gute Karten haben. Auch in der Jahresweltbestenliste hat sie in Rotterdam Aselefech Mergia von Position eins verdrängt. Tiki Gelana, die sich im vergangenen Oktober als Siegerin des Amsterdam-Marathons auf 2:22:08 verbessert hatte, brach schließlich auch noch einen prestigeträchtigen Streckenrekord: 1998 war Tegla Loroupe in Rotterdam 2:21:47 Stunden gelaufen und hatte damit den Weltrekord gebrochen. Es ist der einzige Frauen-Weltrekord, der je in Rotterdam gelaufen wurde. Und es war das letzte Mal, dass dort, wo die Frauenfelder längst nicht so stark besetzt sind, der Männer-Sieger in den Schatten gestellt wurde.

Tiki Gelana lief auf der schnellen Strecke von Beginn an gegen die Uhr. Die Konkurrentinnen sahen die Äthiopierin nur von hinten und bald überhaupt nicht mehr. Mit einem Rückstand von fast fünf Minuten kam Valeria Straneo schließlich in 2:23:43 Stunden ins Ziel. Das war für die Italienerin jedoch immer noch eine Topzeit und vor allem ein nationaler Rekord. Sie verbesserte die Landesbestzeit, die Maura Viceconte vor zwölf Jahren in Wien mit 2:23:47 aufgestellt hatte, um vier Sekunden. Dritte wurde die Äthiopierin Merima Hasen in 2:25:47. Auch die viertplatzierte Miranda Boonstra (Niederlande) blieb mit 2:27:32 noch unter 2:30 Stunden.

Richtig im Schatten von Tiki Gelana stand Yemane Adhane mit seiner Leistung am Sonntag allerdings nicht. Denn der 27-Jährige hat nach einer weiteren starken Verbesserung sicherlich gute Karten im Rennen um die Olympia-Tickets. Erst im Januar war er in Dubai als Zehnter 2:06:29 gelaufen. Allerdings wäre London dann bereits sein dritter Marathon binnen sieben Monaten.

Nach einer weltrekordverdächtigen Halbmarathon-Zwischenzeit von 61:38 Minuten hatten sich Yemane Adhane und Getu Feleke vor der 25-km-Marke (1:13:00) von ihren kenianischen Konkurrenten um Moses Mosop und Sammy Kitwara abgesetzt. Nachdem dann der Tempomacher aus dem Rennen ging, wurden sie etwas langsamer. Doch die Kenianer kamen nicht mehr an die überraschend starken Äthiopier heran, die am Ende nur eine Sekunde voneinander trennte. Den Streckenrekord, den Duncan Kibet und James Kwambai (beide Kenia) mit 2:04:27 halten, verpassten sie jedoch um gut 20 Sekunden. Hinter dem drittplatzierten Moses Mosop, der nun keine Chancen auf eine Olympia-Nominierung mehr haben dürfte, belegten dessen Landsleute Stephen Kibet (2:08:05) und Stephen Chemlany (2:10:07) die nächsten Plätze. Sechster und bester Europäer wurde der Holländer Koen Raymaekers mit 2:10:35.

Robert Krebs läuft gutes Debüt

Ein viel versprechendes Marathondebüt lief in Rotterdam der Berliner Robert Krebs. Der erst 22-jährige Läufer des SCC Berlin erreichte in 2:16:38 Stunden Platz 20. Damit hat er zwar keine Chance auf einen olympischen Startplatz, er setzte jedoch ein erstes nationales Maß mit einer deutschen Jahresbestzeit.
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Autor: race-news-service.com 15.04.2012

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