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London-Marathon 2019 Verbaler Schlagabtausch zwischen Farah und Gebrselassie

Völlig überraschend machte Mo Farah einen Streit mit Haile Gebrselassie öffentlich, indem er von einem Diebstahl während seines Trainingslagers in Addis Abeba erzählte.

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Foto: Virgin Money London Marathon

"Boxen" für die Fotografen: Eliud Kipchoge gegen Mo Farah, hieß das Duell im Vorfeld des London-Marathons. Der Brite suchte sich dann jedoch mit Haile Gebrselassie einen ganz anderen Gegner.

In den sportlichen Duellen zwischen Haile Gebrselassie und Mo Farah steht es 1:1. Und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Der äthiopische und der britische Superstar sind in ihren Karrieren nur zweimal gegeneinander gelaufen, weil Farah zehn Jahre jünger ist und noch Bahnrennen lief, während der nicht mehr aktive Gebrselassie sich im letzten Teil seiner Karriere auf den Straßenlauf konzentrierte. 2003 gewann Haile Gebrselassie in London ein 5.000-m-Rennen während Farah Neunter wurde, zehn Jahre später war Farah beim Great North Run in Newcastle vor dem Äthiopier im Ziel - gewonnen hat damals allerdings Kenenisa Bekele.

Jetzt gibt es allerdings ein anderes Aufeinandertreffen der beiden Lauf-Giganten: Völlig überraschend eröffnete Mo Farah am vergangenen Mittwoch am Ende einer Pressekonferenz im Vorfeld des London-Marathons dieses „Duell“, indem er ungefragt von einem Diebstahl während seines Trainingslagers in Addis Abeba erzählte. Dieser passierte in einem Hotel, das Haile Gebrselassie gehörte, und Farah zeigte sich öffentlich enttäuscht über den früheren Marathon-Weltrekordler.

Damit hatte Mo Farah eine Medien-Lawine losgetreten, die nicht nur ihn selbst überrollte sondern auch den London-Marathon. Haile Gebrselassie meldete sich zu Wort und verteidigte seine Position. Nicht die außergewöhnlichen Starterfelder und Athleten des London-Marathons standen in den Medien vor dem Rennen im Mittelpunkt sondern der verbale Schlagabtausch zwischen Farah und Gebrselassie. Der Marathon-Europarekordler wollte beim London-Marathon eigentlich den Weltrekordler und Olympiasieger Eliud Kipchoge herausfordern. Der Kenianer gewann das Rennen am Sonntag in glänzenden 2:02:37 Stunden. Mo Farah hatte als Fünfter in 2:05:39 einen Rückstand von über einem Kilometer. Der Londoner hätte Kipchoge unter keinen Umständen schlagen können, doch er hat sicherlich einige Energie verloren bei dem außer-sportlichen Duell mit Haile Gebrselassie, auch wenn er das bestreitet. Niemand versteht, wie Farah auf die Idee kommen konnte, von sich aus diesen Streit bei einer Pressekonferenz des London-Marathons zu eröffnen - vier Tage vor seinem wichtigsten Rennen des Jahres. Es war ein bisschen wie vor einem Boxkampf, wobei der eigentliche Gegner von Farah ja Kipchoge war und nicht Gebrselassie. Britische und internationale Medien berichteten in der Folge ausführlich über den Zwist.

Was war passiert? Während eines mehrmonatigen Höhentrainingslagers wohnte Mo Farah in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba in einem Hotel, das Haile Gebrselassie gehört. Dort wurden ihm bei einem Diebstahl aus seinem Zimmer eine Uhr, zwei Mobiltelefone und umgerechnet knapp 3.000 Euro gestohlen. Polizeiliche Ermittlungen hatten keinen Erfolg. Mo Farah beschwerte sich nun vor der internationalen Presse in London, dass ihn Haile Gebrselassie nicht genügend unterstützt und auf etliche Kontaktversuche nicht reagiert habe.

Die Vorwürfe ließ Haile Gebrselassie nicht lange auf sich sitzen. Er fühlte sich von Mo Farah erpresst, nachdem der Brite ihm zuvor per SMS angekündigt hatte, dass er den Fall in London öffentlich machen wird. Der frühere Serien-Weltrekordler, der sich in Äthiopien seit langem als erfolgreicher Geschäftsmann etabliert hat und Mo Farahs Anschuldigungen als geschäftsschädigend wertet, konterte mit einer Reihe von Details. Rein rechtlich könne sein Hotel für den Diebstahl nicht verantwortlich gemacht werden, dennoch habe man Mo Farah angeboten, seine Hotelrechnung zu reduzieren. Dieses Angebot habe das Hotel aber zurückgezogen, nachdem Farah bei seiner vorzeitigen Abreise eine Rechnung von umgerechnet rund 3.000 Euro nicht bezahlt habe.

Haile Gebrselassie sprach auch von Vorfällen im Hotel, bei denen sich Mo Farah fragwürdig verhalten haben soll. Darunter war eine Rangelei im Fitness-Bereich des Hotels. Hier habe er dafür gesorgt, dass es keine weiteren Ermittlungen gegen Mo Farah gebe. Für noch mehr Brisanz sorgte Gebrselassie, weil er glaubt den Ursprung des Streites zu kennen: Er bringt Mo Farah in Verbindung mit dem umstrittenen Trainer Jama Aden, der seit längerer Zeit die zentrale Figur einer großen Ermittlung im Zusammenhang mit Doping ist. Farah, so erklärte Gebrselassie, sei verärgert gewesen, weil dem Trainer in dem Hotel der Zutritt verwehrt worden ist.

Mo Farah und auch sein Trainer Gary Lough dementierten die Darstellung von Haile Gebrselassie umgehend. Das unschöne Duell wird nun wohl auf Anwaltsebene fortgesetzt.
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Autor: race-news-service.com 29.04.2019

Hier finden Sie weitere Informationen zum London-Marathon 2019.

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