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361°

Neue Laufschuhmarke aus Fernost

Beyond Your Expectations - Was steckt hinter dem chinesischen Hersteller 361°? Was steckt hinter der Partnerschaft mit dem Laufanalysetool MotionMetrix?

361 - Neue Laufschuhmarke aus Fernost +
Foto: Norbert Wilhelmi

Kai Markus Xiong berichtet von seinem Lauf nach Shanghai, Jurian Elstgeest spricht über die Philosophie von 361° und Fredrik Gustavsson stellt sein MotionMetrix-Systems vor.

Die junge chinesische Sportartikelmarke 361° hat sich als Hauptsponsor der Olympischen Spiele 2016 in Rio ins Gespräch gebracht und wird gerade unter Läufern immer bekannter. Mit der Kernaussage „Beyond Your Expectations“ möchte 361° den gängigen Vorbehalten gegenüber einem chinesischen Hersteller entgegentreten. Ein hoher Anspruch bei Qualität und Technologie der Schuhmodelle schlagen sich auch beim Endverbraucherpreis nieder, der für 361°-Modelle wie Sensation oder Metrix etwa bei 135 Euro im mittleren Bereich liegt. Ein klassischer Schuh- und Sohlenaufbau mit hochwertigen Basismaterialien ermöglicht eine fein abgestimmte Fokussierung der Modelle auf Dynamik oder Komfort. Beim Laufschuhsymposium präsentierte Jurian Elstgeest für 361° und zeigte, auf welches Potential in der Marke steckt, die in China über 6000 eigene Geschäfte unterhält. Der dortige Runningmarkt ist allein mit über einer Million Marathonläufern in einer eigenen Dimension.

Eine zukunftsweisende Partnerschaft ist 361° mit MotionMetrix eingegangen, einem Laufanalyse-Tool, das bereits im medizinischen Bereich umfangreich genutzt wird und jetzt auch in einer Version für den Running-Fachhandel eingesetzt wird. Das besondere: Bei einer Laufbandanalyse mit MotionMetrix wird der gesamte Körper des Läufers erfasst - und das ohne das herkömmliche, aus der Medizintechnik bekannte Marker-System. Mit der MotionMetrix-Software wird der Läufer via Kamera dreidimensional erfasst und das Bewegungsbild auf dem Computerbildschirm dargestellt. Gekoppelt damit sind umfangreiche Analysemöglichkeiten - von Bodenkontaktzeit, Schrittlänge- und Frequenz bis hin zur Berechnung der Belastungskräfte in einzelnen Gelenken. So kann die Auswirkung unterschiedlicher Laufschuhe auf den Laufstil oder die Beinbelastung direkt miteinander verglichen werden. Denn das schnell arbeitende System benötigt im Idealfall nur 45 Sekunden, um den Bewegungsablauf zu erfassen. Der Kunde im Laufshop ziegt also lediglich die Laufschuhe an und kann damit direkt auf dem Laufband loslaufen. Firmengründer Dr. Fredrik Gustavsson, der einen wissenschaftlich-biomechanischen Background hat, demonstrierte beim Laufschuhsymposium exemplarisch die Werte, die ihm das System für den Vergleich von zwei 361°-Laufschuhmodellen lieferte - und welches Modell für sein Lauftraining ideal geeignet ist: So errechnete ihm das System für das Modell Spinject eine Laufeffizienz von 3,4. Mit dem Modell Meraki waren es 3,8. Zum Vergleich: Barfuß erzielte er auf dem Laufband einen Wert von 3,7. In der Regel reichen also 45 Sekunden, so betont Fredrik Gustavsson in seinem Vortrag, um einen vollständigen biomechanischen Report zu erhalten. Die in Echtzeit verarbeiteten und visuell leicht zu erfassenden Daten ermöglichen es nicht nur dem Händler, individuell zu beraten. Auch der Kunde sieht unmittelbar auf dem Bildschirm, wie sich ein veränderter Laufstil auf die Performance (Energy Return), auf Gelenkbelastungen (Joint Loading) oder den Bewegungspfad der Beine und Füße (Stride Variability) auswirkt. Der Abgleich mit verschiedenen Schuhmodellen soll so dem Kunden helfen zu verstehen, warum sich das eine oder andere Modell effektiver und oder komfortabler anfühlt.

Doch ganz allein auf die biomechanischen Ergebnisse scheint man sich bei 361° nicht verlassen zu wollen. Um im wahrsten Sinne des Wortes belastbare Infos über die Produkte zu bekommen, unterstützte die Marke Kai Markus Xiong bei seinem RunMySilkroad-Projekt: Er lief im letzten Jahr von Hamburg bis nach Shanghai, durchquerte acht Länder, lief durch Wüsten und über Gebirgspässe. Und auch wenn seine ursprüngliche Motivation war, eine kulturelle Brücke zu bauen, Menschen zu verbinden, Vorurteile abzubauen und vor allem junge Menschen zum Laufen zu motivieren, benötigte der fitte Hamburger dafür natürlich reichlich Laufequipment. Mehrere seiner eingesetzten Schuhe, die er bis zu 1000 Kilometer gelaufen war, demonstrierte Kai Markus auch beim Laufschuhsymposium.
Thilo Durach
Foto: iStockphoto.com / Vernon Wiley (oben)
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