Hochklassig besetzter Boston-Marathon

Boston-Marathon
Hochklassig besetzter Boston-Marathon

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.04.2026
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Boston-Marathon 2025
Foto: Victah Sailer

Der Boston-Marathon ist traditionell einer der am stärksten besetzten Läufe des Jahres über die 42,195-km-Distanz. Bei der 130. Auflage des Klassikers sind am kommenden Montag zwar nicht die allerbesten Athleten der Welt am Start - was auch mit der zeitlichen Nähe zum London-Marathon zu tun hat -, aber die Breite in der Spitze ist immer wieder außergewöhnlich. Zehn Männer gehen mit Bestzeiten von unter 2:05:00 Stunden ins Rennen, fünf Frauen sind schon unter 2:19:00 gelaufen. In dieser Hinsicht übertrumpft Boston sogar London und es ist gut möglich, dass diese Breite in diesem Jahr bei keinem anderem Marathon mehr erreicht wird. Mit den Kenianern John Korir und Sharon Lokedi starten die beiden Titelverteidiger. Zwei deutsche Topläufer gehen am Montag auf der hügeligen Punkt-zu-Punkt-Strecke ins Rennen: Richard Ringer und Hendrik Pfeiffer.

Der 29-jährige John Korir stürmte vor eineinhalb Jahren in Chicago in die Weltspitze: Der Kenianer gewann damals in 2:02:43 Stunden und triumphierte dann vor zwölf Monaten in Boston mit 2:07:40. Bei seinem nächsten Rennen in Chicago kam Korir nicht ins Ziel, doch er meldete sich nur zwei Monate später zurück. In Valencia siegte er souverän mit einer Steigerung auf 2:02:24. Damit ist John Korir der achtschnellste Läufer aller Zeiten. In Boston geht er allerdings nicht als schnellster Läufer ins Rennen: Vor ihm auf der nach Bestzeiten sortierten Startliste steht Benson Kipruto, der 2024 den Tokio-Marathon in 2:02:16 gewann und dann Dritter bei den Olympischen Spielen in Paris wurde. Im vergangenen November siegte Benson Kipruto - die Nummer sechs auf der Alltime-Liste - beim New York-Marathon.

Richard Ringer (LC Rehlingen) und Hendrik Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) stehen auf der aktuellsten Startliste mit ihren persönlichen Rekorden von 2:05:46 beziehungsweise 2:06:45 auf den Positionen 12 und 16. Für beide ist es das Ziel, bei der Platzierung gegenüber der Meldeliste ein paar Ränge besser abzuschneiden. Auf der hügeligen und schwer zu laufenden Strecke des Klassikers geht es nicht um Zeiten - zumal diese aufgrund des abfallenden Punkt-zu-Punkt-Kurses sowieso nicht in die offiziellen Bestenlisten aufgenommen werden - sondern darum möglichst weit vorne ins Ziel zu laufen.

Da in Boston auch ohne Tempomacher gelaufen wird, ähnelt der Marathon einem Meisterschaftsrennen. Das könnte Richard Ringer entgegen kommen, denn bei den großen Titelkämpfen zeigte er immer wieder sehr starke Leistungen. Höhepunkt war dabei natürlich der Sieg bei den Europameisterschaften in München 2022. Es ist das erste Mal, dass Richard Ringer bei einem derartigen City-Marathon startet. „Ich bin sehr gut vorbereitet und war auch vier Wochen in Kenia. Dort konnte ich mich auch perfekt auf die hügelige Strecke vorbereiten. Wie eigentlich jedes Mal, wenn ich einen Marathon angehe, habe ich das das Gefühl, dass ich noch ein Stück besser geworden bin - daher bin ich optimistisch“, sagte Richard Ringer. „Mein Ziel ist es, eine Top-10-Platzierung zu erreichen und mich gut zu präsentieren. Ich schiele natürlich noch etwas weiter nach vorne, aber dafür muss am Tag X dann alles zusammenpassen.“

Auch Hendrik Pfeiffer reist optimistisch nach Boston: „Ich bin sehr guter Dinge. Ich konnte nach dem Berliner Halbmarathon im Training alles wie geplant umsetzen und habe auch ein paar neue Einheiten eingestreut“, sagte Hendrik Pfeiffer, der bei dem Rennen über die „halbe Distanz“ in Berlin Ende März mit 61:33 Minuten seine persönliche Bestzeit nur um fünf Sekunden verpasst hatte. „Meine Form ist ungefähr so wie vor dem Valencia-Marathon“, sagte Hendrik Pfeiffer, der bei dem spanischen Rennen im vergangenen Dezember seine Bestzeit von 2:06:45 gelaufen war. „Mein Ziel ist es, einen besseren Platz zu erreichen als meine Meldeposition. Das Feld ist natürlich herausfordernd und die Strecke ist schwierig - aber sie ist auch eine gute Simulation für den Kurs bei den Europameisterschaften im Sommer in Birmingham“, sagte Hendrik Pfeiffer, der in Boston vor drei Jahren schon einmal gelaufen ist und Platz 16 belegt hatte. „Ich freue mich auf Boston und möchte clever und taktisch gut laufen.“

Im Rennen der Frauen ist die Titelvertedigerin Sharon Lokedi die recht klare Favoritin. Die Kenianerin pulverisierte vor einem Jahr den Streckenrekord in Boston. Sie verbesserte die Marke um gut zweieinhalb Minuten auf 2:17:22. Ihre letzten beiden Rennen lief Sharon Lokedi in New York und belegte dabei jeweils Rang zwei. Schneller war bei beiden Läufen ihre Landsfrau Hellen Obiri. Sie startet jedoch nicht in Boston sondern läuft den London-Marathon.

Die Topläufer beim Boston-Marathon

Männer

Benson Kipruto KEN 2:02:16

John Korir KEN 2:02:24

Milkesa Mengesha ETH 2:03:17

Cybrian Kotut KEN 2:03:22

Abdi Nageeye NED 2:04:20

Lemi Berhanu ETH 2:04:33

Hailemaryam Kiros ETH 2:04:35

Alex Masai KEN 2:04:37

Alphonse Simbu TAN 2:04:38

Mohamed Esa ETH 2:04:39

Zouhair Talbi USA 2:05:45

Richard Ringer GER 2:05:46

Hendrik Pfeiffer GER 2:06:45

Nicholas Kipkorir KEN Debüt

Frauen

Sharon Lokedi KEN 2:17:22

Irine Cheptai KEN 2:17:51

Workenesh Edesa ETH 2:17:55

Loice Chemnung KEN 2:18:24

Bedatu Hirpa ETH 2:18:27

Emily Sisson USA 2:18:29

Mary Ngugi-Cooper KEN 2:19:26

Calli Hauger-Thackery GBR 2:21:24

Susanna Sullivan USA 2:21:56