Spannende Marathons in Boston & Co. warten

Marathonmonat April
Spannende Marathons in Boston & Co. warten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.04.2026
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Spannende Marathons in Boston & Co. warten
Foto: Victah Sailer

Der April ist der Monat der großen Marathon-Klassiker. Die Rennen in Rotterdam, Paris und Hannover waren bereits herausragend. Nun folgen Wien und Boston bevor London und Hamburg am letzten Wochenende des Monats stattfinden.

Wien am 19. April

Es spricht einiges dafür, dass die Frauen beim Vienna City Marathon für die Schlagzeilen sorgen könnten. Denn die favorisierten Äthiopierinnen Haftamnesh Tesfaye und Tigist Gezahagn wollen den Streckenrekord angreifen und dabei möglichst auch die erste Zeit unter 2:20:00 Stunden auf österreichischem Boden erzielen. Tesfaye ist die Schwester und Trainingspartnerin von Fotyen Tesfay, die vor kurzem in Barcelona ein sensationelles 2:10:51-Debüt gelaufen ist und dabei auf anhieb zur zweitschnellsten Läuferin aller Zeiten wurde. Mit Betty Chepkemoi ist zudem die Titelverteidigerin aus Kenia am Start. Bei den Männern geht Oqbe Kibrom, der mit einer Bestzeit von 2:05:37 die Startliste anführt, als Favorit an den Start. Als erster Läufer aus Eritrea könnte er das Männerrennen in Wien gewinnen. Gespannt blickt man in Österreich auf Aaron Grün. Völlig überraschend lief er vor einem Jahr in den USA als erster Österreicher unter 2:10:00 Stunden. Diesen Landesrekord bon 2:09:53 möchte Aaron Grün am 19. April weiter verbessern.

Streckenrekorde

2:05:08 Samwel Mailu (KEN) 2023

2:20:59 Vibian Chepkirui (KEN) 2022

Topathleten und Bestzeiten

Männer: Oqbe Kibrom (ERI) 2:05:37, Tafese Delegen (ETH) 2:06:11, Stanley Kurgat (KEN) 2:07:05, Albert Kangogo (KEN) 2:07:26, Aaron Gruen (AUT) 2:09:53, Andreas Vojta (AUT) 2:13:43 - weitere noch nicht bekannt.

Frauen: Haftamnesh Tesfaye (ETH) 2:20:13, Tigist Gezahagn (ETH) 2:21:14, Lindsay Flanagan (USA) 2:23:31, Betty Chepkemoi (KEN) 2:24:14, Faith Chepkoech (KEN) 2:26:22, Eva Wutti (AUT) 2:30:43 - weitere noch nicht bekannt.

VCM/Max Louis Köbele

Boston am 20. April

Dass die Titelverteidiger nach Boston zurückkehren, ist eine Tradition beim ältesten City-Marathonrennen der Welt. Auch bei der 130. Auflage sind die Vorjahressieger, die Kenianer John Korir und Sharon Lokedi, am Start. Korir siegte vor einem Jahr in 2:04:45 und erzielte damit die drittschnellste je in Boston gelaufene Zeit. Seine Bestzeit von 2:02:24 lief er im vergangenen Dezember als Sieger des Valencia-Marathons. Doch damit ist Korir in Boston nicht der schnellste Läufer auf der Startliste: Sein Landsmann Benson Kipruto führt die Liste mit einer persönlichen Bestzeit von 2:02:16 an. Der Boston-Marathon präsentiert traditionell auch ein sehr breites Elitefeld. Gleich zehn Athleten gehen mit Bestzeiten von unter 2:05:00 ins Rennen - das sind mehr als in London. Zwei deutsche Topläufer sind in Boston dabei: Während der Europameister von 2022, Richard Ringer (LC Rehlingen), erstmals bei dem Rennen startet, wird es für Hendrik Pfeiffer der zweite Boston-Start. Vor drei Jahren hatte er dort bereits einen guten 16. Platz belegt. Im Rennen der Frauen ist die Titelverteidigerin auch die schnellste Läuferin auf der Startliste: Sharon Lokedi triumphierte 2025 mit einer Streckenrekordzeit von 2:17:22 und verbesserte die alte Bestzeit gleich um gut zweieinhalb Minuten. Ebenso wie bei den Männern ist die Breite in der etwas weiteren Spitze so stark wie bei keinem anderen Rennen im April: Sieben Läuferinnen sind bereits unter 2:20:00 gelaufen und 16 gehen mit Bestzeiten von unter 2:23:00 an den Start.

Streckenrekorde

2:03:02 Geoffrey Mutai (KEN/2011)

2:17:22 Sharon Lokedi (KEN/2025)

Topathleten und Bestzeiten

Männer: Benson Kipruto (KEN) 2:02:16, John Korir (KEN) 2:02:24, Milkesa Mengesha (ETH) 2:03:17, Cybrian Kotut (KEN) 2:03:22, Abdi Nageeye (NED) 2:04:20, Lemi Berhanu (ETH) 2:04:33, Hailemaryam Kiros (ETH) 2:04:35, Alex Masai (KEN) 2:04:37, Alphonse Simbu (TAN) 2:04:38, Mohamed Esa (ETH) 2:04:39, Benard Biwott (KEN) 2:05:25, Kennedy Kimutai (KEN) 2:05:27, Zouhair Talbi (USA) 2:05:45, Richard Ringer (GER) 2:05:46, Sondre Moen (NOR) 2:05:48, Galen Rupp (USA) 2:06:07, Tebello Ramakongoana (LES) 2:06:18, Hendrik Pfeiffer (GER) 2:06:45, Rory Linkletter (CAN) 2:06:49, Nicholas Kipkorir (KEN) Debüt.

Frauen: Sharon Lokedi (KEN) 2:17:22, Irine Cheptai (KEN) 2:17:51, Workenesh Edesa (ETH) 2:17:55, Loice Chemnung (KEN) 2:18:24, Bedatu Hirpa (ETH) 2:18:27, Emily Sisson (USA) 2:18:29, Mary Ngugi-Cooper (KEN) 2:19:26, Calli Hauger-Thackery GBR 2:21:24, Fikrte Wereta (ETH) 2:21:32, Susanna Sullivan (USA) 2:21:56, Fiona O’Keeffe (USA) 2:22:10, Mao Uesugi (JPN) 2:22:11, Jess McClain (USA) 2:22:43

London am 26. April

Der in der Spitze aller Voraussicht nach bestbesetzte Marathonlauf des Jahres findet in London statt. Im Rennen der Männer treffen mit dem Kenianer Sabastian Sawe und Jacob Kiplimo (Uganda) die beiden derzeit schnellsten Marathonläufer der Welt aufeinander. Sawe hat alle seine bisherigen drei Rennen über die 42,195 km jeweils mit Jahresweltbestzeiten gewonnen und dabei vor einem Jahr in London auch Kiplimo hinter sich gelassen. Mit Tamirat Tola (Äthiopien) ist am 26. April auch der Olympiasieger am Start. Der frühere Halbmarathon-Weltrekordler Geoffrey Kamworor zeigte zuletzt starke Form und wird zu beachten sein. Dies gilt auch für den sensationellen WM-Zweiten Amanal Petros (Hannover 96), der im vergangenen Jahr in London bereits Achter war und versuchen möchte, seinen deutschen Rekord von 2:04:03 Stunden weiter zu verbessern. Der zweitschnellste Halbmarathonläufer aller Zeiten, Yomif Kejelcha (Äthiopien), ist einer von drei Debütanten, die eine starke Rolle spielen könnten. Auch nach der verletzungsbedingten Absage von Olympiasiegerin Sifan Hassan (Niederlande) ist das Frauen-Feld weiterhin exzellent besetzt. Hier könnte sich im Rennen um den Sieg ein spannender Vierkampf entwickeln: Als Titelverteidigerin führt die ehemalige Weltrekordlerin sowie Olympia- und WM-Zweite Tigst Assefa (Äthiopien/2:11:53) die Startliste an. Sie trifft auf die Kenianerinnen Joyciline Jepkosgei, die sich bei ihrem Sieg in Valencia im Dezember auf 2:14:00 verbesserte, Peres Jepchirchir, die Olympiasiegerin von 2021, und Hellen Obiri, die Olympia-Dritte von Paris 2024. Im Rennen ist außerdem die Sensations-WM-Dritte von Tokio 2025, Julia Paternain (Uruguay).

Streckenrekorde

2:01:25 Kelvin Kiptum (KEN) 2023

2:15:25 Paula Radcliffe (GBR) 2003

Topathleten und Bestzeiten

Männer: Sabastian Sawe (KEN) 2:02:05, Jacob Kiplimo (UGA) 2:02:23, Deresa Geleta (ETH) 2:02:38, Amos Kipruto (KEN) 2:03:13, Tamirat Tola (ETH) 2:03:39, Amanal Petros (GER) 2:04:03, Geoffrey Kamworor (KEN) 2:04:23, Joshua Cheptegei (UGA) 2:04:52, Shunya Kikuchi (JPN) 2:06:06, Emile Cairess (GBR) 2:06:46, Mahamed Mahamed (GBR) 2:07:05, Philip Sesemann (GBR) 2:07:10, Hassan Chahdi (FRA) 2:07:30, Adam Lipschitz (RSA) 2:08:54, Patrick Dever (GBR) 2:08:58, Yomif Kejelcha (ETH) Debüt, Hagos Gebrhiwet (ETH) Debüt, Isaia Lasoi (KEN) Debüt.

Frauen: Tigst Assefa (ETH) 2:11:53, Joyciline Jepkosgei (KEN) 2:14:00, Peres Jepchirchir (KEN) 2:14:43, Hellen Obiri (KEN) 2:17:41, Degitu Azimeraw (ETH) 2:17:58, Catherine Amanang’ole (KEN) 2:20:34, Balemelay Shumet (ETH) 2:21:59, Charlotte Purdue (GBR) 2:22:17, Laura Luengo (ESP) 2:22:31, Rose Harvey (GBR) 2:23:21, Abbie Donnelly (GBR) 2:24:11, Florencia Borelli (ARG) 2:24:18, Eilish McColgan (GBR) 2:24:25, Jessica Warner-Judd (GBR) 2:24:45, Julia Paternain (URU) 2:27:09.

Hamburg am 26. April

Zwei Athleten, die in Hamburg schon großen Erfolg hatten, kehren zurück: Der Kenianer Bernard Koech gewann das Rennen 2023 und 2024. Bei seinem ersten Sieg brach er mit 2:04:09 Stunden den Streckenrekord und stellte seine nach wie vor gültige persönliche Bestzeit ein. Stephen Kissa (Uganda) lief 2022 in Hamburg ein glänzendes Marathon-Debüt. Er wurde Zweiter und brach mit 2:04:48 auf Anhieb den Landesrekord von Uganda. Stark einzuschätzen ist auch Abdisa Tola (Äthiopien). Der Bruder des Marathon-Olympiasiegers von Paris 2024, Tamirat Tola, hat eine Bestzeit von 2:05:42. Er läuft ebenso erstmals den Hamburg-Marathon wie Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier). Wenn der zweitschnellste deutsche Marathonläufer aller Zeiten (2:04:56) in Topform ist, könnte er vorne mitlaufen. Mit Sebastian Hendel (SCC Berlin) startet ein weiterer deutscher Marathon-Topläufer in Hamburg. Aaron Bienenfeld (Düsseldorf Athletics) könnte ein starkes Debüt laufen. Bei den Frauen ist Tigist Ketema die große Favoritin, nachdem ihre äthiopische Landsfrau Degitu Azimeraw (PB: 2:17:58) nun offenbar nicht in Hamburg sondern in London startet. Ketema hat eine hochkarätige Bestzeit von 2:16:07 und könnte den Streckenrekord angreifen.

Streckenrekorde

2:03:46 Amos Kipruto (KEN) 2025

2:17:23 Yalemzerf Yehualaw (ETH) 2022

Topathleten und Bestzeiten

Männer: Bernard Koech (KEN) 2:04:09, Stephen Kissa (UGA) 2:04:48, Samuel Fitwi (GER) 2:04:56, Abdisa Tola (ETH) 2:05:42, Sebastian Hendel (GER) 2:07:33, Aaron Bienenfeld (GER) Debüt - weitere noch nicht bekannt.

Frauen: Tigist Ketema (ETH) 2:16:07, Sichala Kumeshi (ETH) 2:19:53 - weitere noch nicht bekannt.

Die schnellsten Zeiten aller Zeiten

Männer

2:00:35 Kelvin Kiptum KEN Chicago 8.10.2023

2:01:09 Eliud Kipchoge KEN Berlin 25.9.2022

2:01:25 Kelvin Kiptum KEN London 23.4.2023

2:01:39 Eliud Kipchoge KEN Berlin 16.9.2018

2:01:41 Kenenisa Bekele ETH Berlin 29.9.2019

2:01:48 Sisay Lemma ETH Valencia 3.12.2023

2:01:53 Kelvin Kiptum KEN Valencia 4.12.2022

2:02:05 Sabastian Sawe KEN Valencia 1.12.2024

2:02:16 Benson Kipruto KEN Tokio 3.3.2024

2:02:16 Sabastian Sawe KEN Berlin 21.9.2025

2:02:23 Jacob Kiplimo UGA Chicago 12.10.2025

2:02:24 John Korir KEN Valencia 7.12.2025

2:02:27 Sabastian Sawe KEN London 27.4.2025

2:02:37 Eliud Kipchoge KEN London 28.4.2019

2:02:38 Derese Geleta ETH Valencia 1.12.2024

Frauen

2:09:56 Ruth Chepngetich KEN Chicago 13.10.2024

2:10:51 Fotyen Tesfay ETH Barcelona 15.3.2026

2:11:53 Tigst Assefa ETH Berlin 24.9.2023

2:13:44 Sifan Hassan NED Chicago 8.10.2023

2:14:00 Joyciline Jepkosgei KEN Valencia 7.12.2025

2:14:04 Brigid Kosgei KEN Chicago 13.10.2019

2:14:18 Ruth Chepngetich KEN Chicago 9.10.2022

2:14:29 Brigid Kosgei KEN Tokio 1.3.2026

2:14:43 Peres Jepchirchir KEN Valencia 7.12.2025

2:14:57 Hawi Feysa ETH Chicago 12.10.2025

2:14:58 Amane Shankule ETH Valencia 4.12.2022

2:15:25 Paula Radcliffe GBR London 13.4.2003

2:15:37 Tigst Assefa ETH Berlin 25.9.2022

2:15:37 Ruth Chepngetich KEN Chicago 8.10.2023

2:15:50 Tigst Assefa ETH London 27.4.2025

Die schnellsten Marathonläufe bezüglich der addierten Siegzeiten von Männern und Frauen

4:12:40 Chicago 2024 John Korir 2:02:44 + Ruth Chepngetich 2:09:56

4:14:19 Chicago 2023 Kelvin Kiptum 2:00:35 + Sifan Hassan 2:13:44

4:14:35 Berlin 2023 Eliud Kipchoge 2:02:42 + Tigst Assefa 2:11:53

4:15:47 Barcelona 2026 Abel Chelangat 2:04:56 + Fotyen Tesfay 2:10:51

4:16:24 Valencia 2025 John Korir 2:02:24 + Joyciline Jepkosgei 2:14:00

4:16:46 Berlin 2022 Eliud Kipchoge 2:01:09 + Tigst Assefa 2:15:37

4:16:51 Valencia 2022 Kelvin Kiptum 2:01:53 + Amana Shankule 2:14:58

4:17:20 Chicago 2025 Jacob Kiplimo 2:02:23 + Hawi Feysa 2:14:57

4:17:39 Valencia 2023 Sisay Lemma 2:01:48 + Worknesh Degefa 2:15:51

4:18:06 Tokio 2026 Tadese Takele 2:03:37 + Brigid Kosgei 2:14:29