Ruth Chepngetich gewinnt den Chicago-Marathon 2021. Bank of America Chicago-Marathon / Kevin Morris

Ruth Chepngetich gewinnt warmen Chicago-Marathon

Chicago-Marathon 2021 Ruth Chepngetich gewinnt warmen Chicago-Marathon

Beim Chicago-Marathon 2021 gingen 35.000 Läufer an den Start. Der Kenianer Seifu Tura lief am schnellsten.

Die Marathon-Weltmeisterin Ruth Chepngetich hat sich mit einem Sieg beim Chicago-Marathon zurückgemeldet. Die Kenianerin, die beim olympischen Marathon in Sapporo im Sommer ausgestiegen war und in London vor einem Jahr mit Rang drei hatte vorlieb nehmen müssen, triumphierte in 2:22:31 Stunden deutlich vor der US-Amerikanerin Emma Bates, die nach 2:24:20 im Ziel war. Dritte wurde Sarah Hall (USA) in 2:27:19. Bei den Männern verhinderte Seifu Tura einen US-Sieg in Chicago. Der Äthiopier gewann in 2:06:12 Stunden mit 23 Sekunden Vorsprung vor Galen Rupp (USA), der als Zweiter nach 2:06:35 im Ziel war. Dritter wurde Eric Kiptanui (Kenia) mit 2:06:51.

Das warme Wetter mit Temperaturen von über 20 Grad Celsius schon am Morgen sorgte dafür, dass die avisierten sehr schnellen Zeiten in der zweiten Hälfte des Rennens außer Reichweite gerieten. Zudem war das Elitefeld in diesem Jahr in Chicago deutlich schwächer besetzt als zuletzt, was zum Teil natürlich an der Corona-Pandemie lag.

Für den Chicago-Marathon, der zur World Marathon Majors-Serie gehört, hatten die Veranstalter angesichts der Pandemie die Meldezahl auf 35.000 Athleten reduziert. Alle Athleten mussten entweder einen Impfnachweis vorlegen oder einen negativen Corona-Test.

Chicago-Marathon 2021
Bank of America Chicago Marathon
Vor dem Start des Chicago-Marathon 2021.

Obwohl die Wettervorhersagen bereits hohe Temperaturen prognostiziert hatten und es schon morgens warm war in Chicago, setzte Ruth Chepngetich alles auf eine Karte: Die Kenianerin - mit einer Bestzeit von 2:17:08 Stunden aus Dubai 2019 die viertschnellste Läuferin aller Zeiten - lief vom Start weg so schnell, dass sie schon nach wenigen Kilometern alle Konkurrentinnen hinter sich gelassen hatte. An der 10-km-Marke hatte sie mit einer Zwischenzeit von 31:22 Minuten bereits einen Vorsprung von 27 Sekunden und lag auf Weltrekordkurs. Ihre Landsfrau Brigid Kosgei hatte vor zwei Jahren in Chicago die Bestzeit auf 2:14:04 Stunden verbessert. Ruth Chepngetich lief nun ein Tempo, das auf eine Zielzeit von 2:12:20 (!) hinauslief.

Dieses Tempo allerdings konnte auch Ruth Chepngetich nicht lange halten. Dennoch war sie an der Halbmarathonmarke mit einer Zeit von 67:32 Minuten immer noch auf Kurs für eine der schnellsten je gelaufenen Zeiten. Bei zunehmender Wärme gerieten absolute Weltklassezeiten dann jedoch mehr und mehr außer Reichweite. „Es war nicht einfach alleine an der Spitze. Aber ich habe immer alles gegeben und mich auf das Erreichen des Ziels konzentriert“, sagte Ruth Chepngetich, die mit 2:22:31 Stunden klar vor den US-Amerikanerinnen Emma Bates (2:24:20) und Sarah Hall (2:27:19) gewann. Bates hatte bei der Hälfte des Rennens noch auf Rang sechs gelegen und machte dann noch vier Ränge gut.

Auch die Männer mussten der Hitze im zweiten Teil des Rennens Tribut zollen. Nachdem eine sechsköpfige Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 62:29 Minuten erreicht hatte, wurde die 30-km-Marke von dieser Gruppe nach 1:30:06 Stunden erreicht. Aufgeschlossen hatte zwischenzeitlich Galen Rupp, der zuvor etwas zurückgelegen hatte. Mit dieser Zwischenzeit rutschte die prognostizierte Zielzeit von knapp unter 2:05 bereits auf über 2:06 Stunden. Drei Läufer waren dann bei 35 km noch ganz vorne dabei: Tura Seifu, Galen Rupp und Eric Kiptanui, die am Ende auch die ersten drei Ränge belegten. Seifu, der in Chicago vor zwei Jahren bereits Sechster war, zog dann das Tempo an. Nachdem Kiptanui zurückgefallen war, konnte auch Rupp auf den letzten Kilometern nicht mehr mit dem Äthiopier mithalten. Seifu Tura lief schließlich zum größten Sieg seiner Karriere.

Ergebnisse der Männer

1. Seifu Tura ETH 2:06:12

2. Galen Rupp USA 2:06:35

3. Eric Kiptanui KEN 2:06:51

4. Kengo Suzuki JPN 2:08:50

5. Shifera Tamru ETH 2:09:39

6. Colin Mickow USA 2:13:31

7. Nico Montanez USA 2:13:55

8. Reuben Kipyego KEN 2:14:24

9. Reed Fischer USA 2:14:41

10. Wilkerson Given USA 2:14:55

Ergebnisse der Frauen

1. Ruth Chepngetich KEN 2:22:31

2. Emma Bates USA 2:24:20

3. Sara Hall USA 2:27:19

4. Keira D’Amato USA 2:28:22

5. Vivian Kiplagat KEN 2:29:14

6. Maegan Krifchin USA 2:30:17

7. Carrie Verdon USA 2:31:51

8. Sarah Pagano USA 2:33:11

9. Meseret Belete ETH 2:33:14

10. Lindsay Flanagan USA 2:33:20

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