Gesa Krause gewinnt über 3000-Meter-Hindernis bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg 2018. iStockphoto

Gesa Krause mit DM-Titel-Doppelschlag

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften 2021 Gesa Krause mit DM-Titel-Doppelschlag

Über 3.000 Meter Hindernis und über 5.000 Meter lief Gesa Krause zum DM-Titel. Robert Farken unterbot die 1.500-Meter-Olympia-Norm.

Mohamed Mohumed und Gesa Krause haben bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig die Titel im Langstreckenrennen über 5.000 m gewonnen. Tags zuvor hatte Krause erwartungsgemäß bereits das 3.000-m-Hindernisrennen souverän für sich entschieden. Für die größte Überraschung in den Lauf-Wettbewerben sorgte währenddessen ein Mittelstreckler: Robert Farken gewann über 1.500 m mit einem Meisterschaftsrekord von 3:34,64 Minuten und unterbot damit sogar die Olympia-Norm.

Für eine Reihe von Läufern geht es im Juni weiterhin um die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Aufgrund eines neuen Qualifikationssystems, das der internationale Leichtathletik-Verband World Athletics eingeführt hat, und sehr anspruchsvoller Normen ist diese für die meisten nur über eine entsprechende Position in den undurchsichtigen Weltranglisten möglich. Hier fällt für viele die Entscheidung erst Ende des Monats.

Mohamed Mohumend verteidigt seinen Titel souverän

Nur zwei Tage nachdem er im spanischen Huelva eine persönliche Bestzeit von 13:21,21 Minuten gelaufen war, sicherte sich Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund) in Braunschweig mit einer souveränen Leistung den Titel in 13:30,78. Zweiter wurde Maximilian Thorwirth (SFD 75 Düsseldorf-Süd) in 13:48,22 vor Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg/13:53,53). Thorwirth hat aufgrund seiner aktuellen Weltranglisten-Position ebenso noch Chancen, sich für Tokio zu qualifizieren wie Sam Parsons (Eintracht Frankfurt), der jedoch in Braunschweig rund 500 Meter vor dem Ziel entkräftet aufgab.

Krause holte gleich zwei DM-Titel

In Abwesenheit von Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen) und Alina Reh (SCC Berlin) schnappte sich Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) am zweiten Tag der Titelkämpfe auch den Titel über 5.000 m. Hier setzte sie sich in 15:26,80 Minuten mit großem Vorsprung vor Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg/15:39,40) und Denise Krebs (Bayer Leverkusen/15:51,30) durch.

Nach einem guten Hindernis-Saisonauftakt in Doha Ende Mai, wo Gesa Krause 9:16,89 Minuten gelaufen war, war die WM-Dritte von 2019 am Sonnabend zu einem ungefährdeten Sieg in 9:31,36 gelaufen. In Abwesenheit der verletzten Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald) belegten Lea Meyer (VfL Löningen/9:41,02) und Sanaa Schretzmair (Bayer Leverkusen/10:01,62) die Ränge zwei und drei. „Ich habe mich sehr gut gefühlt“, sagte Gesa Krause, für die der Gewinn einer olympischen Medaille der Karrierehöhepunkt wäre. „Ich habe das als Härtetest genutzt, es war eine wichtige Etappe im Hinblick auf die Olympischen Spiele.“

Bebendorf verpasst die Olympia-Norm knapp, Farken unterbietet sie

Mit einer persönlichen Bestleistung gewann Karl Bebendorf (Dresdner SC) das 3.000-m-Hindernisrennen der Männer. Er steigerte sich auf 8:23,28 Minuten und verpasste dabei die Olympia-Norm von 8:22,00 nur knapp. Bebendorf gehört aber zu jenen Läufern, die auch über die Weltrangliste durchaus Chancen haben, in Tokio starten zu können. Die folgenden Läufer erzielten in Braunschweig in einem für Meisterschafts-Verhältnisse flotten Rennen ebenfalls persönliche Bestzeiten. Frederik Ruppert (SC Myhl) wurde in 8:25,27 Zweiter, Rang drei belegte Jens Mergenthaler (SV Winnenden/8:29,49).

DLV / Benjamin Heller
Robert Farken unterbot in Braunschweig die Olympia-Norm.

Robert Farken (SC DHfK Leipzig) stürmte über 1.500 m zu einer sehr starken neuen Bestzeit und zu einem Meisterschaftsrekord. Der 23-Jährige gewann das Rennen in 3:34,64 Minuten und blieb damit knapp unter der internationalen Norm für die Olympischen Spiele (3:35,00). Vor dieser Saison stand Farkens persönlicher Rekord noch bei 3:38,94. In Braunschweig brach er zudem den 44 Jahre alten Meisterschaftsrekord von Thomas Wessinghage (3:37,00 / 1977). Marius Probst (TV Wattenscheid/3:35,88) und Amos Bartelsmeyer (Eintracht Frankfurt/3:36,40) folgten auf den Plätzen zwei und drei.

Bei den Frauen setzte sich die klar favorisierte Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen) mit großem Vorsprung in 4:13,95 Minuten durch. Im Kampf um die Silbermedaille war Vera Coutellier (ASV Köln/4:17,93) ganz knapp vor Sara Benfares (LC Rehlingen/4:17,98) im Ziel.

Marvin Heinrich und Christina Hering siegen über 800 Meter

Im 800-m-Finale der Männer musste sich Marc Reuther (Bayer Leverkusen) nach zwei Meisterschafts-Siegen in Folge deutlich geschlagen geben. Er kam nur als Fünfter in 1:48,30 Minuten ins Ziel. Neuer Deutscher Meister ist Marvin Heinrich (Eintracht Frankfurt), der in 1:47,62 vor Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe/1:47,81) und Dennis Biederbick (Eintracht Frankfurt/1:47,84) gewann. Heinrich hatte vor kurzem mit einer Steigerung auf 1:45,66 überrascht.

Bei den Frauen war Christina Hering einmal mehr nicht zu schlagen. Sie hatte das deutlich beste Stehvermögen und gewann in 2:02,48 Minuten vor Katharina Trost (beide LG Stadtwerke München/2:02,92). Dritte wurde Tanja Spill (Bayer Uerdingen) in 2:03,38.

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