Bei seinem Projekt 19/19 läuft Anthony Horyna 45 Marathons in 45 Tagen. Projekt 19/19

Projekt 19/19

Die ersten 5 Tage und Marathons sind geschafft

Anthony Horyna läuft von Konstanz nach Flensburg, 45 Marathons in 45 Tagen. Hier verrät er, wie die ersten 5 Tage liefen.

Die ersten 5 Tage. Die ersten 5 Läufe. 5 ganz unterschiedliche Tage. 5 ganz unterschiedliche Läufe. Mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen und Begegnungen. Aber der Reihe nach.

Am 28.07. soll das Projekt 19/19 in Konstanz starten. Der Plan: einmal „nonstop“ durch Deutschland laufen. 1900 Kilometer. 1 Marathon am Tag. 45 Tage hintereinander.

Am Vortag des Projektstarts lief ich 10 Kilometer im strömenden Regen, bei Blitz und Donner und der Sorge, ob das Wetter zum Start auch so daherkommen mag. Eine kurze Nacht. Eine etwas unruhige Nacht.

Tag 1 von 45 / Konstanz - Singen

Konstanz zur anvisierten Startzeit. Und es finden sich trotz der ungünstigen Wetterprognose doch ein paar Menschen ein. Neben Strava (toller Startbogen!!!) und 361° (die uns fotografisch die ersten beiden Etappen über begleiten) auch ein Filmteam um den ehemaligen deutschen Zehnkämpfer und Filmemacher Martin Szafranski (Doku Traumwärts mit Andreas Niedrig). Familie und Freunde. Und tatsächlich auch Mitläufer, die beschlossen haben, mich bei der ersten der 45 Etappen durch Deutschland zu begleiten. Nach einigen dann doch emotionalen Worten, warum das Ganze überhaupt stattfindet, geht es endlich und schließlich los. Monatelange Planung kumuliert in einem „OK, GO!“. Dann laufen wir durch Konstanz und raus aus Konstanz und in die Wälder. Durch den Regen. Durch die Sonne. In Anstiege und Abstiege. Und in Gespräche. Spannend und interessant, wer aus welchen Beweggründen läuft. Ganz unterschiedliche Typen. Ganz unterschiedliche Arten. Ob RedBull 400 oder der 12 Stunden Rundlauf um einen Sportplatz für einen guten Zweck. Ob auf Podiumskurs oder einfach für sich und mit eigener Philosophie. Der erste Tag zeigt, dass egal was und wie wir laufen, wir doch alle Läufer sind. In Erinnerung bleibt auf jeden Fall ein ganz toller Lauf mit tollen Menschen. Und das gute Gefühl, dass das, was wir hier vorhaben, Menschen erreicht.

Tag 2 von 45 / Singen - Riedöschingen

Bei seinem Projekt 19/19 läuft Anthony Horyna 45 Marathons in 45 Tagen.
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Lebensgefährtin Julia und Kumpel Marcus sind an Tag 2 an Anthonys Seite.

Heute in Begleitung von zwei am Berg erfahrenen Läufern. Till und Marcus. Auch der 361° Fotograf vom Vortag ist wieder mit dabei. Zeitig starten wir raus aus Singen um über diverse Berge und Gipfel und insgesamt 1500 Höhenmetern nach Riedöschingen zu kommen. Ich fühle mich trotz der Höhenmeter und des Marathons vom Vortag frisch. Körper und Kopf sind frei und klar. Und ich befinde mich in guter Gesellschaft. Wieder setzt ein, was schon am Tag 1 von 45 passierte. Nach wenigen Kilometern werden die Gespräche tiefer. Der Bewegungsablauf und die vorbeiziehende Landschaft scheinen den inhaltlichen Austausch sehr zu fördern. Die letzten 20 Kilometer laufe ich alleine, da beide Mitstreiter aus zeitlichen Gründen schon vorher aussteigen mussten. Schließlich komme ich begleitet von meiner Freundin (die mir ein paar Kilometer entgegenkam), in das Etappenziel von 2 von 45 eingelaufen und freue mich, dort von Jurian und Renz von 361°und auch von unserem Freund Robert (vom Vitaminberge Podcast) in Empfang genommen zu werden.

Tag 3 von 45 / Riedöschingen - Kappel

Heute ein ganz anderer Tag. Ein ganz anderer Lauf. Landschaftlich aufregend und unglaublich schön geht es durch die Wutachschlucht. Inhaltlich bin ich ganz bei mir. Denn heute ist die erste Etappe im Alleingang. Und das hat auch seine ganz eigenen Vorzüge und Reize. So habe ich Zeit über viele Dinge nachzudenken. Kontemplieren. Mir die vergangenen zwei Tage vor Auge zu führen. Mir das Projekt 19/19 durch den Kopf gehen zu lassen. Abzuwägen. Planen. Auszumalen. Vorzustellen. Und dann schon ist diese Etappe vorüber. Sehr kurzweilig und ganz bei mir. Im Jetzt. Doch gibt es kurz vor Ende des Laufs die schöne Überraschung, dass Martin (der Filmemacher von Etappe 1//45) beschlossen hat mich nochmals zu besuchen und die letzten Kilometer gemeinsame Sache zu machen. Ein großes Vergnügen und eine tolle menschliche Begegnung.

Tag 4 von 45 / Kappel - Titisee

Ein besonderer Tag. Denn mit Lisa und Chris sind zwei ganz besondere Menschen bei und mit mir heute. Mit Lisa bin ich unter anderem auch schon beim Nuts Palls 134 Kilometer Rennen vor einigen Jahren in Finnisch-Lappland gestartet. Chris wiederrum war einer der Ersten überhaupt, die von der Idee von Projekt 19/19 erfahren haben und sofort seine Unterstützung und Hilfe anbot. Hatte ich erwähnt, dass er der Creative und Mastermind hinter der Brand Willpower ist? Und was für ein Lauf das heute wird. Gleich zu Beginn verhaspeln wir uns, da ich für einen Umweg von knapp 8 Kilometern sorge. Aber für Lisa und Chris ist das einfach so. Und keiner hat ein Problem. Denn am Ende ist es einfach mehr Zeit, die wir miteinander verbringen können. Auch Martin gesellt sich an der Strecke wieder zu uns für einige Kilometer. Was mich sehr freut. Und wieder (und zwar bei allen) zeigt sich, dass Laufen ein unglaublich verbindendes Element bzw. eine Kraft besitzt. Irgendwann laufen nur noch Lisa und ich. Auch auf den Feldberg hoch. Durch die Wälder und Landschaften. Immer weiter, bis wir schließlich an das Etappenziel kommen – dort aber beschließen noch ein Stück weiter zu machen von der morgigen Etappe. Am Ende werden aus den geplanten 43 Kilometer 54 Kilometer. Und ja, das gilt als Ultradistanz.

Tag 5 von 45 / Titisee - Schönwald (Richtung Furtwangen)

Merkst du denn gar nichts von den Läufen bisher? Gute Frage. Also um ehrlich zu sein: nein! Selbst morgens nach dem Langdistanzlauf vom Vortag und den bisherigen Höhenmetern muss ich gestehen, dass es mir super geht. Kopf klar und fokussiert. Der Körper gibt auch positives Feedback. Daher – nein, bis dato habe ich weder körperliche noch mentale Ermüdungserscheinungen. Mit diesem Mindset starte ich in Tag 5//45 und verbringe diesen wieder alleine auf der Strecke. Und wieder ganz bei und mit mir. Und erstaunlicherweise ist auch dieser Lauf immens kurzweilig. Weite Landschaften und fluffige Waldtrails wechseln sich ab. Dabei gehen meine Gedanken immer wieder auch zu den Gesprächen und Begegnungen am „Wegesrand“, denn natürlich geht es hier nicht einzig darum, dass einer durch Deutschland läuft. Sondern, dass einer das macht, um auf Depressionen und auf die Organisation Freunde fürs Leben e.V. aufmerksam zu machen. Dabei zeigt sich in jedem Gespräch – sei es mit den Läufern, oder aber auch an den Campinggrounds mit Wildfremden – wie wichtig das Thema ist. Und wie wichtig es ist, darüber zu sprechen. Und mit diesen Gedanken laufe ich ins Etappenziel von Tag 5 von 45 ein.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mich begleitet

Ich werde versuchen immer mal wieder kleine Updates zum Projekt 19/19 Lauf durch Deutschland zu geben und zu teilen. Etwaig nicht so ausführlich wie die ersten fünf hier. Aber wir werden sehen. Ich hoffe einige von euch irgendwo auf der Strecke auch zu begegnen. Wo genau ich unterwegs bin, könnt ihr bei Strava sehen. Und bis dahin laufe ich einfach weiter!

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Sowohl über 25 als auch 11,6 Kilometer liefen die Siegerinnen neue Rekorde.

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