Jacob Kiplimo photorun.net

Der Weltrekord-Hattrick

Die Halbmarathon-Jahresbilanz der Männer 2021 Der Weltrekord-Hattrick

Erneut fiel 2021 die globale Halbmarathon-Bestzeit der Männer. Auch die starke deutsche Entwicklung setzte sich fort.

Einen Weltrekord-„Hattrick“ gab es im Halbmarathon bei den Männern im vergangenen Jahr: Nach 2019 und 2020 fiel auch 2021 die globale Bestzeit über die genau 21,0975 km lange Strecke. Jacob Kiplimo (Uganda) verbesserte die Marke in Lissabon um eine Sekunde auf 57:31 Minuten. Während es in der Weltspitze einmal mehr eine Reihe von außergewöhnlich starken Ergebnissen gab, setzten die deutschen Topläufer ihre gute Entwicklung 2021 fort. Höhepunkt war dabei natürlich der deutsche Rekord von Amanal Petros, der in Valencia eine Zeit von 60:09 Minuten erreichte.

Spät im Jahr, Ende November, fiel der Halbmarathon-Weltrekord in Lissabon: Der amtierende Weltmeister über diese Distanz, Jacob Kiplimo, lief fast im Alleingang 57:31 Minuten und war damit exakt eine Sekunde schneller als der Kenianer Kibiwott Kandie 2020 in Valencia (57:32). Zuvor hatte 2019 Geoffrey Kamworor (Kenia) in Kopenhagen den neun Jahre alten Weltrekord von Zersenay Tadese (Eritrea/58:23) auf 58:01 verbessert.

Kamworor ist nur gute zwei Jahre später mit seiner damaligen Rekordzeit in der Liste der schnellsten je gelaufenen Zeiten auf Rang sechs abgerutscht - auch das zeigt die enorme Entwicklung, die es im Halbmarathon zurzeit gibt. Dies gilt auch für die Breite in der Spitze. Wie schon 2020 gab es auch 2021 eine Reihe von absoluten Weltklassezeiten. Zehn Läufer blieben 2021 unter 59:00 Minuten. Im Jahr zuvor waren es neun. Zeiten von unter einer Stunde - diese waren lange Zeit das Maß der Dinge - erzielten 2021 sogar 40 Athleten (2020 waren es 33). Die Kenianer bestimmen in der Jahresweltbestenliste das Geschehen. Von den schnellsten 20 Läufern kamen 2021 lediglich vier nicht aus Kenia, aber alle aus Afrika.

Was die Halbmarathon-Veranstaltungen und deren spitzensportliche Breite angeht, war Valencia auch 2021 allen anderen weit voraus. Von den schnellsten zehn Zeiten des vergangenen Jahres stammen sieben aus der spanischen Mittelmeerstadt. Und von den schnellsten 20 je gelaufenen Zeiten kommen nun schon 14 aus Valencia - und alle diese Ergebnisse wurden in Valencia nur in den Jahren 2020 und 2021 gelaufen. Es wird sicherlich das große Ziel der Spanier sein, den Weltrekord 2022 wieder zurück zu holen.

In Europa lagen die schnellsten drei Halbmarathonläufer des Jahres eng beieinander: Zeitgleich führen der Italiener Eyob Faniel und der Norweger Zerei Mezngi die Liste mit 60:07 Minuten an. Nur zwei Sekunden dahinter ist Amanal Petros (TV Wattenscheid) Dritter. Wie im Marathon (2:06:27 Stunden) lief der 26-Jährige auch im Halbmarathon einen deutschen Rekord. Mit 60:09 knackte Amanal Petros dabei die Uralt-Bestzeit von Carsten Eich, der 1993 in Berlin sogar einen Europarekord aufgestellt hatte (60:34).

Während Amanal Petros auch den Halbmarathon-Rekord in Valencia aufstellte, folgen hinter ihm in der deutschen Jahresbestenliste drei Athleten, die alle in Dresden trotz eiskalter Witterung persönliche Bestzeiten liefen und - ein Novum im deutschen Halbmarathonlauf - alle drei im selben Rennen unter 62:00 Minuten blieben: Richard Ringer (LC Rehlingen/61:33), Nils Voigt (TV Wattenscheid/61:35) und Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel/61:56).

Vier deutsche Läufer mit Zeiten unter 62:00 und vier weitere, die unter 63:00 blieben - auch das ist einmalig in der noch relativ jungen Geschichte des deutschen Halbmarathonlaufes. Die nationalen Topläufer konnten die gute Entwicklung aus dem Jahr 2020 - damals liefen sechs unter 63:00 Minuten - fortführen. Acht der schnellsten zehn deutschen Läufer des Jahres 2021 erzielten dabei auch persönliche Bestzeiten. Diese erfreuliche Entwicklung kann sich in den nächsten Jahren durchaus fortsetzen. Nach einer langen Zeit spielen deutsche Straßenläufer endlich auch im europäischen Ranking wieder eine gute Rolle. Hier sind fünf deutsche Athleten unter den Top 25 platziert.

Die internationalen Jahres-Bestenliste 2021

57:31 Jacob Kiplimo UGA Lissabon 21.11.

58:07 Abel Kipchumba KEN Valencia 24.10.

58:09 Rhonex Kipruto KEN Valencia 24.10.

58:26 Daniel Mataiko KEN Valencia 24.10.

58:28 Kennedy Kimutai KEN Valencia 24.10.

58:34 Philemon Kiplimo KEN Valencia 24.10.

58:40 Muktar Edris ETH Valencia 24.10.

58:43 Mathew Kimeli KEN Valencia 24.10.

58:48 Abel Kipchumba KEN Herzogenaurach 12.9.

58:57 Felix Kipkoech KEN Berlin 22.8.

59:02 Kelvin Kiptum KEN Valencia 24.10.

59:10 Amedework Walelegn ETH Kopenhagen 19.9.

59:12 Kenneth Renju KEN Kopenhagen 19.9.

59:16 Rodgers Kwemoi KEN Valencia 24.10.

59:19 Victor Kipchirchir KEN Padua 26.9.

Die deutsche Jahres-Bestenliste 2021

60:09 * Amanal Petros (TV Wattenscheid) Valencia 24.10.

61:33 * Richard Ringer (LC Rehlingen) Dresden 21.3.

61:35 * Nils Voigt (TV Wattenscheid) Dresden 21.3.

61:56 * Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel) Dresden 21.3.

62:05 * Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid) Dresden 21.3.

62:26 Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) Hamburg 17.10.

62:28 * Sebastian Hendel (LG Braunschweig) Hamburg 17.10.

62:42 * Johannes Motschmann (SCC Berlin) Valley Cottage/USA 25.9.

63:02 * Konstantin Wedel (LG Telis Finanz Regensburg) Hamburg 17.10.

63:03 Philipp Pflieger (LT Haspa Marathon Hamburg) Berlin 22.8.

* = persönliche Bestzeit

Die schnellsten je gelaufenen Zeiten

57:31 Jacob Kiplimo UGA Lissabon 2021

57:32 Kibiwott Kandie KEN Valencia 2020

57:37 Jacob Kiplimo UGA Valencia 2020

57:49 Rhonex Kipruto KEN Valencia 2020

57:59 Alexander Mutiso KEN Valencia 2020

58:01 Geoffrey Kamworor KEN Kopenhagen 2019

58:07 Abel Kipchumba KEN Valencia 2021

58:09 Rhonex Kipruto KEN Valencia 2021

58:11 Philemon Kiplimo KEN Valencia 2020

58:23 Zersenay Tadese ERI Lissabon 2010

58:26 Daniel Mataiko KEN Valencia 2021

58:28 Kennedy Kimutai KEN Valencia 2021

Die schnellsten Deutschen aller Zeiten

60:09 Amanal Petros (TV Wattenscheid) Valencia 2021

60:34 Carsten Eich (SC DHfK Leipzig) Berlin 1993

61:02 Kurt Stenzel (ASC Darmstadt) Grevenmacher/LUX 1988

61:14 Stephan Freigang (LC Cottbus) Berlin 1992

61:18 Michael Fietz (LG Ratio Münster) Kosice/CZE 1997

61:20 Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt) Den Haag 2018

61:33 Richard Ringer (LC Rehlingen) Dresden 2021

61:35 Nils Voigt (TV Wattenscheid) Dresden 2021

61:36 Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) Gdynia/POL 2020

61:50 Rainer Wachenbrunner (SC Berlin) Berlin 1992

61:53 Michael Scheytt (SKV Eglosheim) Ay (Bayern) 1987

61:56 Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel) Dresden 2021

Dieser Artikel kann Links zu Anbietern enthalten, von denen RUNNER'S WORLD eine Provision erhält. Diese Links sind mit folgendem Icon gekennzeichnet:
Zur Startseite
Laufevents News & Fotos Venloop 2022 Großartiges Lauffest in Venlo

Über 10.000 Läufer wurden unter Volksfest-Stimmung über die...