Das Beste kam zum Schluss - zumindest bezogen auf die schnellsten Marathonzeiten des Jahres bei den Frauen. Denn beim Valencia-Marathon im Dezember wurden die beiden Top-Zeiten gelaufen: Die Kenianerin Joyciline Jepkosgei setzte sich mit einem Streckenrekord von 2:14:00 Stunden an die Spitze der Jahresweltbestenliste und erzielte die viertschnellste je gelaufene Zeit. Sie gewann vor ihrer kenianischen Landsfrau Peres Jepchirchir, die mit 2:14:43 in der Alltime-Liste auf Platz sieben nach vorne rückte. Damit hatten die Kenianerinnen im letzten Augenblick noch die zuvor in der Jahresweltbestenliste vorne liegenden Äthiopierinnen überholt.
Schon bei den Weltmeisterschaften in Tokio im September hatte Äthiopiens derzeit stärkste Marathonläuferin, Tigst Assefa, ganz knapp das Nachsehen. In einem Spurt-Duell musste sich die frühere Weltrekordlerin gegen Peres Jepchirchir geschlagen geben. Assefa, die im Frühjahr den hochkarätigen London-Marathon gewonnen hatte, wurde wie schon 2024 bei Olympia in Paris Zweite.
Die Kenianerinnen stellen zwar mit Jepchirchir und Jepkosgei die Weltmeisterin und die Nummer eins der Jahresweltbestenliste, jedoch war es auch eine Kenianerin, die für einen der größten Doping-Skandale in der Geschichte des Langstreckenlaufes sorgte: Ruth Chepngetich, die 2024 in Chicago als erste Frau unter 2:10:00 Stunden gelaufen war, wurde wegen Dopings für drei Jahre gesperrt. Da man ihr bisher kein Doping im Zusammenhang mit ihrem Rennen beim Chicago-Marathon nachweisen konnte, bleibt der Weltrekord von 2:09:56 bestehen.
Während die Chepngetich-Rekordzeit 2024 das einzige Ergebnis unter 2:15:00 Stunden war, blieben im vergangenen Jahr drei Läuferinnen unter dieser Zeitbarriere. Neben Jepkosgei und Jepchirchir war dies noch die Äthiopierin Hawi Feysa, die sich in Chicago auf 2:14:57 steigerte. In der Breite der Spitze war allerdings das Olympia-Jahr 2024 stärker: Gleich ein Dutzend Athletinnen hatten damals Zeiten von unter 2:17:00 erzielt. 2025 erreichten sieben Frauen ein derartiges Resultat.
Schnellste Europäerin war 2025 die Olympiasiegerin Sifan Hassan, die in London als Dritte 2:19:00 lief. Im August gewann die Holländerin dann zwar den Sydney-Marathon in 2:18:22, jedoch ist die abfallende Strecke nicht Rekord-konform, so dass die dort gelaufenen Zeiten nicht in den offiziellen Bestenlisten auftauchen. Es ist ein Kuriosum, dass der Sydney-Marathon als neues Mitglied der World Marathon Majors (WMM) keine Strecke anbieten kann, die die Kriterien für die Bestenlisten erfüllt.
Einen großen Sprung machte im vergangenen Jahr Fabienne Königstein (MTG Mannheim). Die 33-Jährige, die seit Jahresbeginn für Hannover 96 startet, verbesserte sich in Berlin von 2:25:48 auf 2:22:17 und wurde damit zur drittschnellsten deutschen Marathonläuferin aller Zeiten. Vor ihr stehen in dieser Bestenliste nur noch Irina Mikitenko (2:19:19) und Melat Kejeta (2:21:47). Zum ersten Mal in ihrer Karriere war Fabienne Königstein die schnellste deutsche Marathonläuferin eines Jahres. In der europäischen Bestenliste 2025 belegte sie mit ihrer Berliner Zeit zudem einen starken vierten Platz hinter Sifan Hassan, Chloé Herbiet (Belgien/2:20:38) und Alisa Vainio (Finnland/2:20:48).
Einmal mehr überzeugte Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg). Die konstanteste deutsche Marathonläuferin der letzten Jahre lief zunächst in Hannover 2:24:22 und rannte dann in Berlin einen persönlichen Rekord von 2:23:16. Damit war sie die Nummer zwei in der deutschen Jahresbestenliste und belegte in Europa Rang acht im Jahr 2025. Aufgrund des sehr warmen Wetters beim Berlin-Marathon im September dürften Fabienne Königstein und Domenika Mayer bei besseren Bedingungen beide in der Lage sein, sich weiter zu steigern. Schon im April treffen sie in Hannover erneut über die 42,195 km aufeinander.
Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel) war mit 2:26:56 die Nummer drei in der deutschen Jahresbestenliste. Insgesamt ist die Breite in der Spitze bei den deutschen Frauen zurzeit aber nicht besonders stark. Dies liegt auch daran, dass eine Reihe von Athletinnen aus unterschiedlichen Gründen ausfielen. So machten zum Beispiel Melat Kejeta und Katharina Steinruck eine Babypause.
Die hochklassigsten deutschen Marathonrennen gehören auch bezüglich der Rennen der Frauen zur Weltelite. Dabei finden sich gleich drei deutsche Läufe unter den Top 10 der schnellsten City-Marathonläufe: Berlin steht hier an fünfter Stelle, Hamburg folgt auf Position acht und der Mainova Frankfurt-Marathon belegt Rang neun. Keine andere Nation hat drei Rennen unter den Top 10 in dieser Liste, in der der Durchschnitt der zehn schnellsten je bei einem Lauf erzielten Zeiten gewertet wird.
Die besten Zeiten aller Zeiten
2:09:56 Ruth Chepngetich KEN Chicago 13.10.2024
2:11:53 Tigst Assefa ETH Berlin 24.9.2023
2:13:44 Sifan Hassan NED Chicago 8.10.2023
2:14:00 Joyciline Jepkosgei KEN Valencia 7.12.2025
2:14:04 Brigid Kosgei KEN Chicago 13.10.2019
2:14:18 Ruth Chepngetich (2) Chicago 9.10.2022
2:14:43 Peres Jepchirchir KEN Valencia 7.12.2025
2:14:57 Hawi Feysa ETH Chicago 12.10.2025
2:14:58 Amane Shankule ETH Valencia 4.12.2022
2:15:25 Paula Radcliffe GBR London 13.4.2003
2:15:37 Tigst Assefa (2) ETH Berlin 25.9.2022
2:15:37 Ruth Chepngetich (3) KEN Chicago 8.10.2023
2:15:50 Tigst Assefa (3) ETH London 27.4.2025
2:15:51 Worknesh Degefa ETH Valencia 3.12.2023
2:15:55 Sutume Kebede ETH Tokio 3.3.2024
2:16:02 Brigid Kosgei (2) KEN Tokio 6.3.2022
2:16:07 Tigist Ketema ETH Dubai 7.1.2024
2:16:14 Rosemary Wanjiru KEN Tokio 3.3.2024
2:16:16 Peres Jepchirchir (2) KEN London 21.4.2024
2:16:22 Almaz Ayana ETH Valencia 3.12.2023
Die schnellsten Zeiten 2025
2:14:00 Joyciline Jepkosgei KEN Valencia 7.12.
2:14:43 Peres Jepchirchir KEN Valencia 7.12.
2:14:57 Hawi Feysa ETH Chicago 12.10.
2:15:50 Tigst Assefa ETH London 27.4.
2:16:31 Sutume Kebede ETH Tokio 2.3.
2:16:36 Brigid Kosgei KEN Shanghai 30.11.
2:16:56 Winfridah Moseti KEN Tokio 2.3.
2:17:00 Hawi Feysa ETH Tokio 2.3.
2:17:18 Megertu Alemu ETH Chicago 12.10.
2:17:37 Anyalem Desta ETH Amsterdam 19.10.
2:17:55 Workenesh Edesa ETH Hamburg 27.4.
2:17:56 Bertukan Welde ETH Amsterdam 19.10.
2:18:03 Magdalena Shauri TAN Chicago 12.10.
2:18:24 Voice Chemnung KEN Chicago 12.10.
2:18:26 Brigid Kosgei KEN Hamburg 27.4.
Die schnellsten Deutschen aller Zeiten
2:19:19 Irina Mikitenko (Wattenscheid) Berlin 28.9.2008
2:21:47 Melat Kejeta (Kassel) Dubai 7.1.2024
2:22:17 Fabienne Königstein (Mannheim) Berlin 21.9.2025
2:23:16 Domenika Mayer (Regensburg) Berlin 21.9.2025
2:24:32 Laura Hottenrott (Kassel) Valencia 3.12.2023
2:24:35 Katrin Dörre-Heinig (Leipzig) Hamburg 25.4.1999
2:24:54 Deborah Schöneborn (Berlin) Houston 14.1.2024
2:24:56 Katharina Steinruck (Frankfurt) Osaka 14.2.2023
2:25:37 Uta Pippig (Berlin) Berlin 26.9.1995
2:25:42 Fate Tola (Braunschweig) Frankfurt 30.10.2016
2:26:01 Luminita Zaituc (Braunschweig) Frankfurt 28.10.2001
2:26:13 Sonja Oberem (Leverkusen) Hamburg 22.4.2001
2:26:21 Sabrina Mockenhaupt (Köln) Berlin 26.9.2010
2:26:44 Anna Hahner (Gengenbach) Berlin 28.9.2014
2:26:50 Miriam Dattke (Regensburg) Sevilla 20.2.2022
Die schnellsten Deutschen 2025
2:22:17 Fabienne Königstein MTG Mannheim Berlin 21.9.
2:23:16 Domenika Mayer LG Telis Finanz Regensburg Berlin 21.9.
2:26:56 Laura Hottenrott PSV Grün-Weiß Kassel Düsseldorf 27.4.
2:28:11 Miriam Dattke LG Telis Finanz Regensburg Düsseldorf 27.4.
2:29:30 Deborah Schöneborn Marathon Team / SCC Berlin Hannover 6.4.
2:29:43 Nina Voelckel Laufteam Kassel Hannover 6.4.
2:30:31 Melina Wolf LG Region Karlsruhe Berlin 21.9.
2:33:25 Jana Soethout Berlin Track Club Kopenhagen 11.5.
2:34:39 Katharina Saathoff Braunschweiger Laufclub Frankfurt 26.10.
2:34:48 Kristina Hendel Marathon Team / SCC Berlin Malaga 14.12.
Die schnellsten City-Marathonläufe
- CHICAGO 2:15:08,9
- VALENCIA 2:16:12,1
- LONDON 2:16:40,4
- TOKIO 2:16:46,7
- BERLIN 2:17:13,8
- DUBAI 2:18:23,2
- AMSTERDAM 2:18:26,3
- HAMBURG 2:19:16,6
- FRANKFURT 2:19:46,4
- BOSTON 2:19:50,5
Gewertet wird der Durchschnitt der schnellsten zehn jemals bei einem Rennen erzielten Zeiten.












