Sawe etabliert sich als Nummer eins, Petros schnellster Europäer

Marathon-Bilanz 2025
Sawe etabliert sich als Nummer eins

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.01.2026
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Sabastian Sawe
Foto: Victah Sailer

Sabastian Sawe hat sich als nächster großer kenianischer Marathonläufer an der Weltspitze etabliert. Der 30-Jährige ist erst drei Rennen über die 42,195 km gelaufen. Doch sowohl 2024 als auch 2025 war er der schnellste Marathonläufer des Jahres weltweit, und er ist immer unter 2:02:30 Stunden gelaufen. Es ist durchaus möglich, dass Sabastian Sawe in diesem Jahr den Weltrekord brechen kann und damit zum Nachfolger des großen Eliud Kipchoge und des verstorbenen Kelvin Kiptum (beide Kenia) wird. Möglicherweise könnte er sogar als erster Marathonläufer in einem regulären Rennen die Zwei-Stunden-Marke unterbieten.

In Berlin hatte Sabastian Sawe im vergangenen September bei einem Weltrekord-Versuch Pech, weil das Wetter ungewöhnlich warm war und dadurch keine Rekorde zuließ. Trotzdem lief der Kenianer mit 2:02:16 Stunden noch die Jahresweltbestzeit und erzielte einen „Hitze-Weltrekord“ (nie zuvor gab es eine so schnelle Zeit bei derart hohen Temperaturen).

Während der Weltrekord von Kelvin Kiptum (2:00:35) auch 2025 unangetastet blieb, gab es wie schon 2024 etliche hochklassige Zeiten. Dabei war das Niveau praktisch identisch zum Vorjahr. 2025 wurden vier Zeiten unter 2:03:00 Stunden gestoppt (2024 waren es fünf), zehn Zeiten unter 2:04:00 (2025: 11) sowie 30 Zeiten unter 2:05:00 (2025: 29). Zwei der Ergebnisse unter 2:03:00 gehen auf das Konto von Sabastian Sawe. Jacob Kiplimo (Uganda) und John Korir (Kenia) sind die anderen beiden Läufer, die 2025 in derartige Zeitbereiche vordringen konnten.

Mit Amanal Petros hat Deutschland zum ersten Mal seit rund 35 Jahren wieder einen Weltklasseläufer im Männer-Marathon. Der 30-jährige Athlet von Hannover 96 verbesserte in Valencia den deutschen Rekord auf 2:04:03 und war damit 2025 sogar der schnellste Europäer. Damit gehört Amanal Petros noch nicht zur Weltspitze, aber er ist weiter dabei, den Abstand zu verkürzen. In der Liste der schnellsten Läufer der Welt des Jahres belegte er 2025 Platz zehn. Es war 35 Jahre her, dass sich zuletzt deutsche Marathonläufer unter den Top 10 platzieren konnten. 1990 belegten der damalige deutsche Rekordhalter Jörg Peter und der spätere Olympia-Dritte Stephan Freigang (1992) die Plätze vier und sieben in der Jahresweltbestenliste - damals freilich gab es so gut wie keine afrikanischen Topläufer im Marathon.

Mit seinem sensationellen zweiten Platz bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio hat Amanal Petros zudem einmal mehr bewiesen, dass er ein ausgezeichneter Meisterschafts-Läufer ist. In Deutschland war Amanal Petros 2025 eine Klasse für sich. Nur haarscharf musste er sich bei der WM dem zeitgleichen Sieger Alphonce Simbu (Tansania/2:09:48) geschlagen geben, während der Italiener Iliass Aouani in 2:09:53 Dritter wurde.

Mit einer Jahresbestzeit von 2:06:29 war der frühere deutsche Rekordhalter Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) dieses Mal die nationale Nummer zwei. Eine Steigerung auf 2:06:45 gelang Hendrik Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) in Valencia, so dass zum zweiten Mal nach 2024 drei deutsche Läufer Zeiten von unter 2:07:00 erzielten. Einmalig in der deutschen Marathon-Geschichte ist, dass gleich sieben Läufer Zeiten von unter 2:09:00 Stunden erzielten. Persönliche Bestzeiten erreichten von jenen sieben auch Filimon Abraham (LG Telis Finanz Regensburg) mit 2:08:11, Nils Voigt (TV Wattenscheid/2:08:22) und Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg/2:08:55).

Noch erfolgreicher als die deutschen Läufer sind weiterhin die deutschen Marathon-Veranstalter im internationalen Geschehen. Der Berlin-Marathon hat seine Position als schnellstes Rennen der Welt einmal mehr verteidigt. In dieser Liste, in der der Durchschnitt der zehn schnellsten je gelaufenen Zeiten bei einem Rennen gewertet wird, führt Berlin mit 2:02:28,1 Stunden. Valencia ist den Berlinern allerdings dicht auf den Fersen. Hamburg liegt inzwischen auf Rang zehn mit 2:04:46,0 und der Mainova Frankfurt-Marathon folgt auf Platz 15 mit 2:05:26,3.

Die besten Zeiten aller Zeiten

2:00:35 Kelvin Kiptum KEN Chicago 8.10.2023

2:01:09 Eliud Kipchoge KEN Berlin 25.9.2022

2:01:25 Kelvin Kiptum (2) KEN London 23.4.2023

2:01:39 Eliud Kipchoge (2) KEN Berlin 16.9.2018

2:01:41 Kenenisa Bekele ETH Berlin 29.9.2019

2:01:48 Sisay Lemma ETH Valencia 3.12.2023

2:01:53 Kelvin Kiptum (3) KEN Valencia 4.12.2022

2:02:05 Sabastian Sawe KEN Valencia 1.12.2024

2:02:16 Benson Kipruto KEN Tokio 3.3.2024

2:02:16 Sabastian Sawe (2) KEN Berlin 21.9.2025

2:02:23 Jacob Kiplimo UGA Chicago 12.10.2025

2:02:24 John Korir KEN Valencia 7.12.2025

2:02:27 Sabastian Sawe (3) KEN London 27.4.2025

2:02:37 Eliud Kipchoge (3) KEN London 28.4.2019

2:02:38 Derese Geleta ETH Valencia 1.12.2024

2:02:40 Eliud Kipchoge (4) KEN Tokio 6.3.2022

2:02:42 Eliud Kipchoge (5) KEN Berlin 24.9.2023

2:02:44 John Korir (2) KEN Chicago 13.10.2024

2:02:48 Birhanu Legese ETH Berlin 29.9.2019

2:02:55 Mosinet Geremew ETH London 28.4.2019

Die schnellsten Zeiten 2025

2:02:16 Sabastian Sawe KEN Berlin 21.9.

2:02:23 Jacob Kiplimo UGA Chicago 12.10.

2:02:24 John Korir KEN Valencia 7.12.

2:02:27 Sabastian Sawe (2) KEN London 27.4.

2:03:23 Tadese Takele ETH Tokio 2.3.

2:03:30 Geofry Kipchumba KEN Amsterdam 19.10.

2:03:37 Jacob Kiplimo (2) UGA London 27.4.

2:03:46 Amos Kipruto KEN Hamburg 27.4.

2:03:51 Deresa Geleta ETH Tokio 2.3.

2:03:54 Amos Kipruto (2) KEN Chicago 12.10.

2:04:00 Vincent Ngetich KEN Tokio 2.3.

2:04:01 Philemon Kiplimo KEN Hamburg 27.4.

2:04:03 Amanal Petros GER Valencia 7.12.

2:04:13 Tesfaye Deriba ETH Barcelona 16.3.

2:04:18 Tsegaye Getachew ETH Amsterdam 19.10.

Die schnellsten Deutschen aller Zeiten

2:04:03 Amanal Petros (Hannover) Valencia 7.12.2025

2:04:56 Samuel Fitwi (Trier) Valencia 1.12.2024

2:05:46 Richard Ringer (Rehlingen) Valencia 1.12.2024

2:06:45 Hendrik Pfeiffer (Düsseldorf) Valencia 7.12.2025

2:07:33 Sebastian Hendel (Braunschweig) Berlin 29.9.2024

2:08:11 Filimon Abraham (Regensburg) Sevilla 23.2.2025

2:08:22 Nils Voigt (TV Wattenscheid) Amsterdam 19.10.2025

2:08:24 Haftom Welday (Hamburg) Valencia 3.12.2023

2:08:33 Arne Gabius (Stuttgart) Frankfurt 25.10.2015

2:08:47 Jörg Peter (Dresden) Tokio 14.2.1988

2:08:55 Simon Boch (Regensburg) Valencia 7.12.2025

2:09:03 Michael Heilmann (Berlin) Hiroshima 14.4.1985

2:09:23 Christoph Herle (Waldkraiburg) London 21.4.1985

2:09:45 Stephan Freigang (Cottbus) Berlin 30.9.1990

2:09:55 Waldemar Cierpinski (Halle) Montreal 31.7.1976

Die schnellsten Deutschen 2025

2:04:03 Amanal Petros Hannover 96 Valencia 7.12.

2:06:29 Samuel Fitwi Silvesterlauf Trier Hannover 6.4.

2:06:45 Hendrik Pfeiffer Düsseldorf Athletics Valencia 7.12.

2:07:23 Richard Ringer LC Rehlingen Hamburg 27.4.

2:08:11 Filimon Abraham LG Telis Finanz Regensburg Sevilla 23.2.

2:08:22 Nils Voigt TV Wattenscheid Amsterdam 19.10.

2:08:55 Simon Boch LG Telis Finanz Regensburg Valencia 7.12.

2:10:40 Johannes Motschmann Marathon Team / SCC Berlin Berlin 21.9.

2:11:06 Haftom Welday TB Hamburg Eilbeck Hannover 6.4.

2:11:19 Tom Thurley Potsdamer Laufclub Frankfurt 26.10.

Die schnellsten City-Marathonläufe

  1. BERLIN 2:02:28,1
  2. VALENCIA 2:02:36,9
  3. LONDON 2:03:07,5
  4. CHICAGO 2:03:25,5
  5. TOKIO 2:03:28,5
  6. DUBAI 2:04:02,5
  7. AMSTERDAM 2:04:09,7
  8. ROTTERDAM 2:04:12,7
  9. SEVILLA 2:04:44,6
  10. HAMBURG 2:04:46,0

Gewertet wird der Durchschnitt der schnellsten zehn jemals bei einem Rennen erzielten Zeiten.