Eliud Kipchoge beim Berlin-Marathon 2018 Norbert Wilhelmi
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Berlin-Marathon 2018 Eliud Kipchoge pulverisiert den Weltrekord

Historisches gelang Eliud Kipchoge und Gladys Cherono beim 45. Berlin-Marathon. Cherono lief Streckenrekord, Kipchoge gar einen famosen Weltrekord.

Eliud Kipchoge krönte den 45. Berlin-Marathon mit einem famosen Weltrekord von 2:01:39 Stunden. Der 33-jährige Kenianer lief vom Start weg sein eigenes Tempo und führte durchweg. Im Ziel hatte er den alten Weltrekord seines Landsmannes Dennis Kimetto, der vor vier Jahren in Berlin 2:02:57 gelaufen war, um 1:18 Minuten verbessert. Es war bereits der elfte Weltrekord in der Geschichte des Berlin-Marathons. Dies ist die größte Steigerung des Männer-Weltrekordes im Marathon seit über 50 Jahren.

1967 - damals gab es noch keinen Berlin-Marathon und der heutige Race-Direktor Mark Milde kam erst sechs Jahre später auf die Welt - war Derek Clayton (Australien) in Fukuoka 2:09:36 gelaufen und hatte die damalige Bestmarke um knapp zweieinhalb Minuten unterboten.

Bei sehr guten Wetterbedingungen wurde der Kenianer Amos Kipruto am Sonntag Zweiter in 2:06:23. Als Dritter folgte sein Landsmann Wilson Kipsang mit 2:06:48. Rang vier belegte der Japaner Shogo Nakamura in 2:08:16.

Ein einmaliges Resultat gab es auch bei den Frauen. Etwas überraschend setzte sich Titelverteidigerin Gladys Cherono mit einem Streckenrekord von 2:18:11 Stunden durch und erzielte damit auch eine Jahresweltbestzeit. Cherono, die bereits zum dritten Mal in Berlin gewann, wurde zur viertschnellsten Läuferin aller Zeiten. Zum ersten Mal in der Geschichte des Marathonlaufes gab es drei Frauenzeiten unter 2:19 Stunden. Zweite wurde Ruti Aga in 2:18:34, Rang drei belegte die im Vorfeld favorisierte Tirunesh Dibaba (beide Äthiopien) mit 2:18:55.

Der schnellste Marathon aller Zeiten

Gemessen an den beiden Siegzeiten war es das schnellste Rennen über die 42,195 km aller Zeiten. Kipchoge und Cherono liefen zusammengerechnet 4:19:50 Stunden. Der bisher schnellste Marathon war in dieser Hinsicht London in diesem Frühjahr mit 4:22:48.

In Berlin waren keine deutschen Topläufer am Start. Als schnellster nationaler Läufer platzierte sich Valentin Harwardt (VfL Wolfsburg) auf Rang 26. Beste Frau war Anke Esser (Ostbevern) auf Platz 39. Sie war nach einem zu schnellen Beginn in der zweiten Hälfte eingebrochen und kam nach 2:48:53 ins Ziel am Brandenburger Tor.Der Berlin-Marathon registrierte eine Rekord-Anmeldezahl von 44.389 Läufern aus 133 Nationen.

Kipchoge endgültig der Beste aller Zeiten

Mit diesem Triumph in Berlin hat sich Eliud Kipchoge endgültig als bester Marathonläufer aller Zeiten etabliert. Mit seinen drei Tempomachern lag der Kenianer von Beginn an in Führung. Keiner der Konkurrenten konnte mit Kipchoge Schritt halten - und auch seine Tempomacherbekamen Schwierigkeiten. Als der Olympiasieger die Halbmarathonmarke in 61:06 Minuten passiert hatte, war nur noch ein ,Hase’ übrig. Josphat Boit hielt mit Mühe bis zur 25-km-Marke durch. Im Gegensatz zu den anderen Weltrekorden, die in Berlin zuletzt gelaufen wurden, musste Kipchoge nun 17 Kilometer alleine laufen.

Doch der Ausnahmeläufer wurde nach dem Ausscheiden des letzten Tempomachers nicht etwa langsamer sondern schneller! Die zweite Hälfte rannte er in sensationellen 60:33 Minuten. Zum Vergleich: der deutsche Halbmarathon-Rekord steht bei 60:34. „Es war mein Ziel, den Weltrekord deutlich zu unterbieten und ich war zuversichtlich vor dem Rennen. Ich bin 2:04 und 2:03 gelaufen und heute nun 2:01 - wer weiß, was die Zukunft bringt“, sagte Eliud Kipchoge, der in Berlin 2015 und 2017 den Weltrekord jeweils verpasst hatte, weil er Pech hatte. 2015 hatte er Schuhprobleme, im vergangenen Jahr stoppte ihn der Regen. Trotzdem gewann er beide Rennen und siegte somit heute zum dritten Mal in Berlin. „Ich will auf jeden Fall nach Berlin zurückkommen. Berlin ist für mich - für ewig“, erklärte Eliud Kipchoge, der nun elf seiner zwölf Marathonläufe gewonnen hat.

Dibaba zeigt sich enttäuscht

Im Rennen der Frauen lief Tirunesh Dibaba von Beginn an nicht so schnell wie geplant. Dadurch bildete sich eine größere Spitzengruppe, in der neben der Äthiopierin auch Gladys Cherono, Ruti Aga, Helen Tola (Äthiopien) und Edna Kiplagat (Kenia) liefen. Mehrmals hatte Tirunesh Dibaba - mit einer Bestzeit von 2:17:56 die Schnellste auf der Startliste - Probleme, ihre Getränkeflasche zu erhalten. Später hatte sie auch einen leichten Krampf. Nachdem Dibaba die Halbmarathonmarke in 69:03 Minuten passiert hatte und zu diesem Zeitpunkt einen Vorsprung von sieben Sekunden hatte, wurde sie kurz vor 25 km zunächst von Cherono und dann von Aga überholt. „Ich bin enttäuscht, ich dachte, ich würde schneller laufen können“, sagte Dibaba.

Alle drei - Cherono, Aga und Dibaba - rannten ein Tempo, das in Berlin bisher noch keine Frau gelaufen war. Und sie hielten bis ins Ziel durch, so dass es zu dem einmaligen Resultat mit drei Läuferinnen unter 2:19 Stunden kam. „Als ich angegriffen habe und Tirunesh überholte, war ich zuversichtlich, dass ich gewinnen würde“, sagte Gladys Cherono, die einen 13 Jahre alten Streckenrekord brach: 2005 hatte die Japanerin Mizuki Noguchi das Rennen in 2:19:12 gewonnen. Cherono schloss mit ihrem Sieg auf zu den Rekordsiegerinnen des Rennens: Renata Kokowska (Polen), die Berlinerin Uta Pippig, Aberu Kebede (Äthiopien) und die Kenianerin haben das Rennen jeweils dreimal gewonnen.

Ergebnisse, Männer:

  1. Eliud Kipchoge, KEN, 2:01:39 Stunden
  2. Amos Kipruto, KEN, 2:06:23 Stunden
  3. Wilson Kipsang, KEN, 2:06:48 Stunden
  4. Shogo Nakamura, JPN, 2:08:16 Stunden
  5. Zersenay Tadese, ERI, 2:08:46 Stunden
  6. Yuki Sato, JPN, 2:09:18 Stunden
  7. Okubay Tsegay, ERI, 2:09:56 Stunden
  8. Daisuke Uekado, JPN, 2:11:07 Stunden
  9. Wily Chanchanya, PER, 2:12:57 Stunden
  10. Bart Nunen, NED, 2:13:09 Stunden

Frauen:

  1. Gladys Cherono, KEN, 2:18:11 Stunden
  2. Ruti Aga, ETH, 2:18:34 Stunden
  3. Tirunesh Dibaba, ETH, 2:18:55 Stunden
  4. Edna Kiplagat, KEN, 2:21:18 Stunden
  5. Mizuki Matsuda, JPN, 2:22:23 Stunden
  6. Helen Tola, ETH, 2:22:48 Stunden
  7. Honami Maeda, JPN, 2:25:23 Stunden
  8. Carla Rocha, POR, 2:25:27 Stunden
  9. Miyuki Uehara, JPN, 2:25:46 Stunden
  10. Rei Ohara, JPN, 2:27:29 Stunden

Die Fotos: Berlin-Marathon 2018

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