Baden-Marathon Karlsruhe 2019

Mit Hoffnung ins Jahr 2021

GRR-Umfrage Mit Hoffnung ins Jahr 2021

In schwierigen Zeiten kämpfen Veranstalter um das Fortbestehen ihrer Läufe. 2021 wird auf Besserung gehofft.

Mit einer interessanten Umfrage, die Ende 2020 von German Road Races (GRR) durchgeführt wurde, sorgte die Vereinigung von zahlreichen großen, deutschsprachigen Laufveranstaltungen für spannende Einblicke. Dabei wurde deutlich, dass rund jedes fünfte Event 2020 durch ein virtuelles Event ersetzt wurde. Die Teilnehmerzahlen der virtuellen Läufe betrugen jedoch nur rund 25 Prozent der üblichen real stattfindenden Veranstaltungen. Zudem wurde deutlich, dass die Mehrheit der befragten Veranstalter keine Hilfe bei einer staatlichen oder kommunalen Stelle beantragt hat. Die Gründe hierfür sind verschieden. Welche dies sind und welche weiteren interessanten Erkenntnisse die Umfrage brachte, lesen Sie im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Diverse Gründe für Veranstaltungsabsagen

80 Prozent der Events der befragten Veranstalter mussten 2020 abgesagt werden. 18 Prozent aller Läufe wurden durch virtuelle Laufangebote ersetzt, sodass zumindest rund ein Viertel der üblichen Teilnehmer startete. An einem realen Rennen nahmen gut 24.000 Läufer teil, davon 14.500 bei GRR-Veranstaltungen. In Summe ging 2020 nur ein Fünftel der Teilnehmer von 2019 an einem realen oder virtuellen Lauf an den Start. Lediglich drei Prozent schnürten ihre Laufschuhe bei realen Läufen. Dies kann in erster Linie mit den Hygienebestimmungen der Länder und Kommunen begründet werden. Eine besondere Einschränkung stellte die Teilnehmer-Limitierung dar, eine weitere die Ausweitung des Startprozederes in kleinere Wellen bzw. Startblöcke. Hieraus folgte unter anderem ein erhöhter Bedarf an Helfereinsatz. Die Absage ihrer Veranstaltung begründeten die Veranstaltungsteams mit dem Verbot von Großveranstaltungen, nicht umsetzbaren Hygiene- und Abstandsauflagen, einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung von Sportlern und Helfern sowie mit der fehlenden Wirtschaftlichkeit einer angepassten Veranstaltung.

Nur wenige Veranstalter stellen Antrag auf finanzielle Hilfe

Im Rahmen der Umfrage gaben darüber hinaus zwei Drittel der befragten Veranstalter an, keine Hilfe bei einer staatlichen oder kommunalen Stelle beantragt zu haben. Meist wurde dies damit begründet, dass keines der angebotenen Hilfsprogramme „passend“ war. 91 Prozent der Anträge wurden positiv beschieden. Zu den angefragten Unterstützungen zählten vor allem das Kurzarbeitergeld, die Soforthilfe für Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige, die BMWI-Überbrückungshilfen und die Hilfen der jeweiligen Landessportbünden. Die meisten Veranstalter schätzten, dass die vorhandenen bzw. beantragten finanziellen Mittel zumindest für die ersten sechs Monate der Vorbereitung der Veranstaltung ausreichen. Jeder zehnte Veranstalter gab hingegen an, dass die finanziellen Mittel bereits nach rund drei Monaten aufgebraucht seien. Erschwerend hinzu kommt, dass bereits gezahlte Startgebühren für die für das Jahr 2020 geplante Veranstaltung zwar glücklicherweise aufgrund zahlreicher Startplatzübertragungen auf 2021 einbehalten werden konnten, diese Einnahmen nun aber 2021 fehlen werden. Die Mehrheit der Veranstalter rechnet mit deutlichen wirtschaftlichen Auswirkungen.

Fast alle Veranstalter haben Hoffnung

Die Bereitschaft unter den Veranstaltern, mit dem bisherigen oder einem veränderten Konzept 2021 an den Start zu gehen, ist groß. Bei 92 Prozent der Veranstalter besteht das „Prinzip Hoffnung“. Falls eine reale Version eines Events nicht möglich sein sollte, sehen auch viele Veranstalter einen virtuellen Lauf oder einen Wechsel der Veranstaltungsform als Option an. Damit die Veranstaltungen stattfinden können, müssen jedoch auch Sponsorengelder gesichert sein. 65 Prozent dieser Unterstützung haben die Sponsoren der Veranstaltungen, deren Veranstalter an der Umfrage teilnahmen, bereits zugesagt. 2020 erhielten über die Hälfte alle Veranstalter aufgrund des Ausfalls des jeweiligen Laufs bzw. der Reduzierung des Umfangs des Events keine oder nur geringe Unterstützung von Seiten der Sponsoren. Nur jeder fünfte Veranstalter konnte sich über die Auszahlung der Sponsorengelder freuen.

Über 200 Veranstalter äußerten sich

Die Umfrageergebnisse der Umfrage „Wie steht es um den Laufsport in der Pandemie? Wie greift die staatliche Hilfe bei den Laufveranstaltern?“ beruhen auf den Meinungen von elf Prozent der knapp 2.000 angeschriebenen Veranstalter, die 2019 insgesamt 486 Events veranstalteten, an denen ca. 764.000 Sportler teilnahmen. Für 63 Prozent der Veranstalter stellen die veranstaltenden Events die Haupteinnahmequelle dar.

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