Bei tolle Laufbedingungen ging am 15. und 16. Mai der Helsinki City Run 2026 über die Bühne. Rund 22.000 Laufbegeisterte aus 110 Nationen verwandelten die finnische Hauptstadt in ein wahres Lauffest und sorgten zugleich für ein Rekord-Wochenende. Während die Teilnehmenden auf den abwechslungsreichen Strecken ihr Bestes gaben, stand für alle am Ende das absolute Highlight an: der geschichtsträchtige und emotionale Zieleinlauf im legendären Olympiastadion. Vor den Starts griffen die Moderatoren zudem die Vorfreude auf den Eurovision Song Contest auf, der am Samstagabend stattfand und in ganz Finnland für zusätzliche Feststimmung sorgte. Am Freitagabend und Samstagvormittag herrschte noch gutes, angenehmes Laufwetter, bevor es am Samstagnachmittag pünktlich zum Start des Halbmarathons sonnig und warm wurde.
Die schönsten Bilder vom Helsinki City Run 2026 findet ihr oberhalb, inmitten sowie unterhalb dieses Artikels.
Das sportliche Spektakel erstreckte sich über zwei ereignisreiche Tage und bot für jede Alters- und Leistungsklasse die passende Distanz. Den Auftakt machten bereits am Freitagnachmittag die jüngsten Läuferinnen und Läufer beim Minimarathon, bevor am Freitagabend auf dem flachen, schnellen Kurs rund um die Bucht Töölönlahti beim Helsinki City 5 das Tempo verschärft wurde.
Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der Langstrecken. Die landschaftlich sehr schöne Route bot eine gelungene Mischung aus Stadt und Natur und führte die Läuferinnen und Läufer vorbei an der futuristischen Oodi-Bibliothek und tief hinein in das maritime Herz der Stadt, wo es an weiten Küstenabschnitten direkt am Wasser entlangging. Die abwechslungsreiche Strecke bot ein tolles Erlebnis, erwies sich jedoch als nicht ganz allerschnellstes Pflaster für eine reine Bestzeitenjagd. An den Hotspots herrschte jedoch richtig gute Stimmung, wobei deutsche Starter sich auch immer wieder über lautstarke Anfeuerungen auf Deutsch freuen durften. Das Event und die Stadt bewiesen einmal mehr, dass Helsinki ein hochattraktives Laufreiseziel ist, das skandinavisches Flair und Sport perfekt vereint.
Finnischer Doppelsieg auf der Marathondistanz
In der Königsdisziplin, dem Marathon, schenkten sich die Athleten auf den zwei zu absolvierenden Runden keinen Meter. Bei den Männern feierte Finnland einen umjubelten Heimsieg: Kari Heikura (Polvijärven Urheilijat) setzte sich in starken 2:21:06 Stunden durch. Mit gut einer Minute Rückstand folgte der Niederländer Maarten Van Zetten (AV Gouda, 2:22:12 Stunden), der lange gemeinsam mit Heikura an der Spitze des Feldes unterwegs war, auf dem Silberrang, während Oscar Holmström (HUS Sydän- ja keuhkokeskus, 2:27:23 Stunden) das Podium als Dritter komplettierte. Dahinter belegten der in Düsseldorf wohnhafte Japaner Tomoya Murakami (2:27:54 Stunden) und Simo Haavisto (Helsingin Juoksijat, 2:32:07 Stunden) die Plätze vier und fünf. Bester deutscher Starter wurde Jonas Müller von den Roadrunners Südbaden, der nur 20 Tage nach seiner Bestzeit beim London Marathon nach 2:34:07 Stunden als Sechster die Ziellinie überquerte.

Lange Zeit liefen Kari Heikura und Maarten Van Zetten gemeinsam. Am Ende setzte sich der Finne Heikura durch und gewann.
Auch in der Frauenkonkurrenz war die finnische Dominanz an der Spitze erdrückend. Petra Kilpeläinen stürmte in hochklassigen 2:46:34 Stunden souverän zum Gesamtsieg und distanzierte die Konkurrenz um mehr als 13 Minuten. Dahinter entwickelte sich ein packendes Duell um die weiteren Podestplätze, das Marjo Degerman (Liitävät lenkkarit) in 3:00:23 Stunden hauchdünn vor Kristel Rugemalia aus Espoo (3:00:35 Stunden) für sich entschied. Niina Monola (3:01:46 Stunden) landete auf dem vierten Rang, während sich die Schwedin Clara Nordquist (3:04:21 Stunden) den fünften Platz sicherte.

In 2:34:07 Stunden kam Jonas Müller als schnellster Deutscher auf Rang sechs.
Internationales Flair auch beim Halbmarathon
Gleichzeitig bildete der Helsinki City Halbmarathon das teilnehmerstärkste Feld des Wochenendes. Über die 21,1 Kilometer drückte Dmitrijs Serjogins (SK Bulta) aus Lettland dem Rennen seinen Stempel auf und siegte in schnellen 1:05:07 Stunden. Mit deutlichem Abstand folgten der Ukrainer Bogdan Semenovych (1:07:14 Stunden) sowie der Este Tiidrek Nurme (University of Tartu Academic Sports Club, 1:07:28 Stunden) auf den Plätzen zwei und drei. Bester Finne wurde Jussi Utriainen (Lahden Ahkera), der das Ziel nach 1:08:28 Stunden auf dem vierten Rang erreichte, dicht gefolgt von seinem Landsmann Julius Taskinen (LUM, 1:08:34 Stunden).

Trotz der am Samstagnachmittag warmen Bedingungen waren beim Halbmarathon herausragende Leistungen zu sehen.
Bei den Frauen gab es dagegen einen umjubelten finnischen Heimsieg zu feiern. Alisa Vainio (LUM) dominierte das Feld von der Spitze weg und krönte ihre Leistung in erstklassigen 1:09:39 Stunden. Auf Rang zwei lief die Ukrainerin Nataliia Semenovych, die nach 1:18:06 Stunden das Ziel im Olympiastadion erreichte. Das Gesamtpodium komplettierte Suvi Miettinen (Helsingin Kisa-Veikot) in 1:19:17 Stunden auf dem dritten Platz, während Jaana Strandvall (Vaasan Toverit, 1:20:25 Stunden) und Jaana Rasanen (Pyhäselän Urheilijat, 1:20:58 Stunden) die Plätze vier und fünf belegten.
Der Einlauf ins geschichtsträchtige Stadionoval gestaltete sich nicht nur für alle Teilnehmenden des Halbmarathons extrem stimmungsvoll. Auf den letzten rund 150 Metern im Stadion wurden die Läuferinnen und Läufer von den Fans auf der gut besetzten Haupttribüne direkt an der Ziellinie begeistert empfangen.
Putkinen und Suni stürmen zum Auftaktsieg über 5 Kilometer
Bereits am Freitagabend wurde auf der 5-Kilometer-Strecke des Helsinki City 5 hohes Tempo gegangen. Bei den Männern triumphierte Niko Putkinen (Lahden Ahkera) in beeindruckenden 14:40 Minuten. Dahinter entwickelte sich ein enger Kampf um die weiteren Podestplätze, den sich Tiidrek Nurme (University of Tartu Academic Sports Club), der am darauffolgenden Tag auch über die Halbmarathondistanz unter den Top 3 landen konnte, in 14:54 Minuten knapp vor Konsta Saksola (Lappeenrannan Urheilu-Miehet, 14:59 Minuten) sicherte. Die Plätze vier und fünf gingen derweil an Walte Hautala (Lahden Ahkera, 15:58 Minuten) und Juho Latvala (Auto-Huiput, 16:08 Minuten).

Niko Putkinen siegte über die fünf Kilometer in 14:40 Minuten.
In der Frauenkonkurrenz dominierte Aino Suni (Turun Urheiluliitto) das Geschehen und finishte nach schnellen 16:34 Minuten als Tagesschnellste. Die Estin Helen Bell (Sparta) sicherte sich in 16:52 Minuten den zweiten Platz, gefolgt von Julia Lahnajärvi (Turun Urheiluliitto), die das Podest nach 16:57 Minuten komplettierte. Ella Sorvisto (LNM, 17:16 Minuten) und Alisa Virtanen aus Tampere (17:21 Minuten) erliefen sich die Ränge vier und fünf.
Extreme Ausdauerprüfung beim Helsinki City Double
Für eine ganz besondere Leistung sorgten die Mutigen, die sich der Double-Herausforderung aus vollem Marathon und direkt anschließendem Halbmarathon stellten. In der Frauenwertung bewies Vilma Sydänlammi (Happosrkus/Pyhän Vauhtiweikot) das größte Stehvermögen und sicherte sich in einer herausragenden Gesamtzeit von 5:00:49 Stunden den ersten Platz auf dem Podium. Jaana Salonen (FMR) folgte in 5:04:42 Stunden auf dem Silberrang, während Helmi Köykkä aus Oulu in 5:13:53 Stunden Dritter wurde. Stark präsentierte sich zudem Gundi Weckenmann von den Kauffrauen, die als beste deutsche Starterin nach 5:32:52 Stunden auf dem achten Rang finishte.
In der Double-Wertung der Männer triumphierte der Finne Henri Ansio (Finnish Marathon Runners/Downtown 65) in einer erstklassigen Gesamtzeit von 4:07:06 Stunden. Auf dem Silberplatz folgte mit knapp zwei Minuten Rückstand der Spanier Ruben Martinez Fuente (Running Aguilar, 4:09:46 Stunden), während sich sein Landsmann Marc Gispert Giron (Club Atletic Transperfect TMB) nach 4:16:59 Stunden den dritten Rang auf dem Podium sicherte.
Bruno's Physique Club siegt beim Marathonviesti
Zusätzliche Dynamik brachten die Marathon-Staffeln beim Helsinki City Marathonviesti auf die Strecke. Sie sorgten für echten Teamgeist. Den Tagessieg holte sich das Quartett von Bruno's Physique Club (Johannes Brunila, Sami Maamela, Jesse Lindberg, Tuure Haapanen) in einer starken Gesamtzeit von 2:26:10 Stunden. Den zweiten Platz auf dem Podium sicherte sich die Staffel von Radanvarren Organisaatio 1 (Juho Lehtoviita, Tuukka Rintala, Aapo Kinnunen, Juha Manninen) nach 2:28:27 Stunden, gefolgt von UDD Sports (Juho Latvala, Veli Koivu, Ossi Peltoniemi, Lauri Miettinen), die in 2:29:13 Stunden Dritte wurden.

Für alle Teamplayer bot die Marathonstaffel den richtigen Wettbewerb.
Blick richtet sich auf das nächste Laufjahr
Nach einem rundum gelungenen Wochenende, das Läufer und Fans gleichermaßen in seinen Bann zog, ziehen die Veranstalter vom finnischen Leichtathletikverband eine rundum positive Bilanz. Die perfekte Organisation, das einmalige maritime Panorama und die ausgelassene Stimmung im voll besetzten Olympiastadion bestätigen den Stellenwert der Veranstaltung als eines der bedeutendsten Lauf-Events in Nordeuropa. Nun richtet sich der Fokus bereits auf den 7. und 8. Mai 2027, wenn der Helsinki City Run in seine nächste Runde gehen wird.





