Hellen Obiri beim Istanbul-Halbmarathon 2022 Spor Istanbul

Hellen Obiri gewinnt in Istanbul mit Topzeit

Istanbul-Halbmarathon 2022 Hellen Obiri gewinnt in Istanbul mit Topzeit

Kristina Hendel steigerte sich beim Istanbul-Halbmarathon um rund eine Minute. Hellen Obiri verpasste ihre Bestzeit, gewann aber.

Mit der zehntschnellsten je gelaufenen Zeit hat Hellen Obiri den N Kolay Istanbul-Halbmarathon gewonnen. Trotz windiger Bedingungen lief die kenianische Cross-Weltmeisterin am Bosporus nach 64:48 Minuten ins Ziel. Damit hatte die 32-Jährige einen Vorsprung von über eine Minute auf die Äthiopierinnen Tsehay Gemechu und Bekelech Gudeta, die 65:52 beziehungsweise 66:35 erreichten. In einem starken Rennen, in dem insgesamt elf Athletinnen Zeiten von unter 70 Minuten liefen, wurde Vicoty Chepngeno (Kenia) in 66:58 Vierte vor der Türkin Yasemin Can (67:57). Eine persönliche Bestzeit erreichte Kristina Hendel (LG Braunschweig), die nach 70:38 auf Rang 16 ins Ziel lief.

Gegenwind verhindert noch schnellere Zeiten

Bei den Männern dominierte der 24-jährige Kenianer Rodgers Kwemoi das Rennen. Der Trainingspartner von Superstar Eliud Kipchoge stellte mit 59:15 Minuten einen Streckenrekord auf. Die Kenianer Daniel Mateiko und Emmanuel Bor, der zunächst als Tempomacher fungierte, belegten die Ränge zwei und drei mit 60:05 beziehungsweise 60:20 Minuten.

Nach einer sehr schnellen Anfangsphase, in der das Tempo zeitweilig im Weltrekord-Bereich (57:31 Minuten) lag, wurden die Zwischenzeiten klar langsamer als aus dem Rücken- ein Gegenwind wurde. Nach 27:35 Minuten hatten Kwemoi, Mateiko und Bor die 10-km-Marke passiert. Bald danach setzte sich Rodgers Kwemoi an die Spitze und gab diese nicht mehr ab. „Der Wind als auch ein Problem mit meiner Oberschenkel-Muskulatur verhinderten eine schnellere Zeit unter 59 Minuten“, sagte der Sieger, der sich nun zunächst auf die 10.000-m-Strecke konzentrieren möchte und über diese Distanz auch einen WM-Start anstrebt. „Ich denke, ich werde erst nach Olympia 2024 mein Marathon-Debüt laufen.“

Auch Hellen Obiri lief im ersten Drittel des Rennens derart schnell, dass ihre Zwischenzeiten auf einen Weltrekord hinauszulaufen schienen. Diese Bestzeit von Letesenbet Gidey (Äthiopien) steht bei 62:52 Minuten und gilt derzeit als kaum zu unterbieten. Mit zunehmendem Gegenwind wurde dann auch die 5.000-m-Weltmeisterin langsamer. Nach einer 15-km-Zwischenzeit von 45:25 gerieten im letzten Teil sowohl der Streckenrekord (64:02) als auch ihre persönliche Bestzeit (64:22) noch außer Reichweite. „Ohne den Wind wäre ich deutlich schneller gelaufen, aber es war trotzdem ein gutes Rennen“, sagte Hellen Obiri, die nun einen WM-Start im Sommer über 5.000 m anstrebt. „Ich glaube, mein Marathon-Debüt werde ich erst 2023 laufen.“

Uliczka und Hendel beste Deutsche

Lange Zeit unterstützt von Tempomacher Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB), der am Ende als bester Deutscher auf Rang 23 in 70:20 ins Ziel lief, verbesserte sich Kristina Hendel (LG Braunschweig) von 71:34 Minuten auf 70:38. „Ich freue mich, dass ich meine Bestzeit um rund eine Minute unterbieten konnte. Auf den letzten drei Kilometern musste ich kämpfen“, sagte Kristina Hendel. „Ich bin zufrieden mit dem Rennen, zumal ich noch vor einer Woche eine Erkältung hatte.“ Nach ihrem überzeugenden Marathon-Debüt in Essen im vergangenen Oktober (2:27:31) will sie sich nun in Hamburg weiter steigern und strebt ein Ergebnis im Bereich von 2:25 Stunden an. „Ich hoffe, dass ich dann ab Juli für Deutschland starten darf und bei der EM laufen kann“, sagte Kristina Hendel. Dafür muss der internationale Leichtathletik-Verband World Athletics einem vom Deutschen Leichtathletik-Verband beantragten Nationenwechsel zustimmen. In der internationalen Leichtathletik gilt Kristina Hendel zurzeit noch als Kroatin.

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