Herausfordernd, spektakulär und stimmungsvoll, so präsentiert sich der KinzigCross Schwaibach seit seiner Erstaustragung 2019. Anfang Juli ging der Hindernislauf der besonderen Art nun in seine sechste Runde und begeisterte erneut mehrere hundert Läuferinnen und Läufer.
Die schönsten Bilder vom KinzigCross Schwaibach 2026 findet ihr oberhalb sowie unterhalb dieses Artikels.
Nachdem 2025 der Teilnehmerrekord pulverisiert wurde und über 700 Laufbegeisterte am Start waren, waren es dieses Mal 588 Starter. Diese hatten einmal mehr die Wahl zwischen dem fünf Kilometer langen Sloopy oder dem zehn Kilometer langen Heavy Cross. Über beide Distanzen konnte wahlweise mit und ohne Zeitnahme und Wettkampfwertung gestartet werden. Ergänzend wurden über die kurze Distanz von 1,5 Kilometer der FunRun, das FunDuo und die FunGroup ganz ohne Wettkampfcharakter angeboten.
Brucker und Zahn holen den nächsten Roadrunners-Doppelsieg
Bei warmem Sommerwetter und wie immer strahlendem Sonnenschein war die Stimmung schon vor dem ersten Start um 15:00 Uhr fröhlich und ausgelassen. Mit dem Start des Sloopy um 16:00 Uhr lag etwas Knistern in der Luft. 2025 hatte zum zweiten Mal Jonas Müller, Sohn von KinzigCross-Initiator Hubert Müller und gleichzeitig erfolgreichster Läufer der Geschichte des Silvesterlauf Schwaibach, dem anderen Laufevent des SSV Schwaibach, gewonnen. Da Müller am Tag nach dem KinzigCross beim Pitztaler Gletscher-Marathon erfolgreich zu seinem vierten Sieg in Folge lief, war es an Patrick Brucker und Daniel Zahn einen weiteren Sieg für die Roadrunners Südbaden einzufahren. Dies gelang, indem Brucker nach 2023 zum zweiten Mal zum Sloopy-Sieg laufen konnte. Dieses Mal gewann er in 25:53 Minuten vor seinem Teamkollege Daniel Zahn (26:01 Minuten), der letztes Jahr schon Zweiter wurde. Auf Rang drei kam Henrik Lüsebrink (Cantinaband, 26:39 Minuten). Gemeinsam mit Michael Schlecht, der in 27:44 Minuten Sechster wurde, gewannen Brucker und Zahn für die Roadrunners Südbaden zum wiederholten Male auch die Teamwertung. Bei den Frauen ging der Sieg an Marieke Aniol (Cantinaband, 31:49 Minuten). Komplettiert wurde das 5-Kilometer-Podest durch Katja Marciniszyn (VfR Willstätt, 32:37 Minuten) und Helene Schuler (Koehler Paper, 34:00 Minuten).

Patrick Brucker, Daniel Zahn und Michael Schlecht von den Roadrunners Südbaden gewannen in der Teamwertung mit deutlichem Vorsprung.
Merhawi Micael unschlagbar
Eine Stunde später gingen dann aufgeteilt auf mehrere Startwellen die Starter des Heavy Cross auf die Strecke. Für sie galt es gleich zwei herausfordernde Laufrunden, die stets mit dem Hindernis-Parcours auf dem Sportgelände des SSV Schwaibach endete, zu absolvieren. Mit Merhawi Micael (Roadrunners Südbaden) stand auch der Seriensieger der vergangenen drei Jahre an der Startlinie. Hochmotiviert ging der Topläufer die zehn Kilometer in beeindruckendem Tempo an. Wer dachte, dass dem Eritreer früher oder später die Luft ausgehen könnte, irrte sich. Vom ersten bis zum letzten Meter unterstrich Micael seine Ausnahmestellung, indem er mit Abstand am schnellsten lief und nahezu spielerisch die Hindernisse meisterte. So konnte es auch im vierten Jahr in Folge nur einen Sieger geben. Dieses Mal siegte Merhawi Micael mit deutlichem Vorsprung von 2:47 Minuten in 46:22 Minuten vor Joachim Fey (TV Ortenberg, 49:09 Minuten) und Nico Willmann (Vitalhaus Team Großweier, 49:10 Minuten), die hingegen nur eine Sekunde trennte.

Die Ukrainerin Svitlana Malysh konnte ihren Vorjahressieg wiederholen.
Auch bei den Frauen führte kein Weg an den Roadrunners Südbaden vorbei. Die ukrainische Marathonläuferin Svitlana Malysh, die schon 2025 den Heavy Cross für sich entschieden hatte, lief ihrer Konkurrenz leichtfüßig davon und schließlich mit einem Lächeln im Gesicht in 1:03:13 Stunden zur Titelverteidigung. Lediglich Teresa Armbruster (Koehler Paper) konnte in 1:05:21 Stunden ansatzweise mit Malysh mithalten. Mit deutlicherem Abstand kam nach 1:09:05 Stunden Sabrina Armbruster (Pfeil Sicherung GmbH) als Dritte ins Ziel.
Laufspaß könnte ein abruptes Ende finden
Neben regionale Laufgrößen waren beim 6. KinzigCross Schwaibach aber auch viele Hobbyläufer am Start, darunter auch der 73 Jahre alte Theo Bauer vom SC Önsbach, der dieses Mal der älteste Teilnehmer war. Auch Gengenbachs Bürgermeister Sven Müller ließ sich einen Start nicht nehmen, meisterte den Heavy Cross und genoss das exzellente Laufevent, das als eines von drei inzwischen weit über das Kinzigtal hinaus bekannte Event zur Bekanntheit Gengenbachs als Laufstadt beiträgt. Gemeinsam mit dem traditionsreichen Silvesterlauf Schwaibach, der erstmals 1998 über die Bühne ging, und dem für seine einmalige, extrem schnelle Strecke und die perfekte Organisation mit viel Liebe zum Detail bekannte Night Run Gengenbach bildet der KinzigCross ein Trio, das es so weit und breit kein zweites Mal gibt.

Beim FunRun gingen viele Teilnehmenden einmal mehr kreativ verkleidet an den Start.
Ob es diese Top-Events auch zukünftig noch geben wird, ist jedoch fraglich. Das Regierungspräsidium Freiburg plant eine Renaturierungsmaßnahme der Kinzig, die aus manchen Teilen der Bevölkerung begründet sehr kritisch gesehen wird. Unter anderem um die Strecken der drei Events zu schützen, wurde eine Online-Petition, die sich gegen die Umsetzung der geplanten Renaturierung ausspricht, eingerichtet. Diese kann hier unterstützt werden: Zur Petition!





