Norbert Wilhelmi
Laufszene Invitational Run Dresden 2020 (Halb-)Marathon
Laufszene Invitational Run Dresden 2020 (Halb-)Marathon
Laufszene Invitational Run Dresden 2020 (Halb-)Marathon
Laufszene Invitational Run Dresden 2020 (Halb-)Marathon 144 Bilder

Laufszene Invitational Run Dresden 2020 Landesrekorde und Bestzeiten im Großen Garten

Richard Ringer & Co. zeigten beim Elite-Rennen im Großen Garten Dresden erstklassige Leistungen. Auch schwedische Sportler überzeugten.

Mit dem Laufszene Invitational Run Dresden stand am zweiten November-Sonntag mitten im zweiten Corona-Lockdown Deutschlands ein Laufevent der besonderen Art an. Im Großen Garten, der grünen Lunge der sächsischen Landeshauptstadt, fand unter anderem rund um das Palais ein Elite-Rennen statt, das sich an besonders ambitionierte Läufer richtete. Dabei waren über alle drei angebotenen Distanzen großartige Leistungen zu sehen. Beim um 10:30 Uhr gestarteten Halbmarathon setzten sich Richard Ringer (LC Rehlingen) und Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) durch. Den exakt eine Minute später gestartete Marathon gewannen hingegen Jonas Müller (Roadrunners Südbaden) und Anja Kobs (Team Erdinger Alkoholfrei/TSV Alling). Den Sieg über die klassische 10-Kilometer-Distanz sicherten sich am Mittag der Schwede Jonas Glans (Malmö Allmänna Idrottsförening) und Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin).

Fotograf Norbert Wilhelmi war beim Laufszene Invitational Run Dresden vor Ort. Seine schönsten Bilder der drei Läufe finden Sie in den Bildergalerien oberhalb, unterhalb und inmitten dieses Artikels.

Lediglich für rund 80 Spitzenläufer organisierte die Laufszene Sachsen, die auch Veranstalter des Internationalen Citylauf Dresden ist, am 8. November den Laufszene Invitational Run Dresden. „Wir wollten den Top-Athleten eine Möglichkeit für schnelle Zeiten bieten. Manche brauchen so einen Härtetest im Hinblick auf den Elite-Valencia-Marathon in vier Wochen, manche benötigen vor allem aber eine Norm für Olympia oder ihren Kaderstatus“, erklärte André Egger vom Veranstaltungsteam. Auf einem 2,5 Kilometer langen Rundkurs sollte es daher ab 10:30 Uhr im schönen Großen Garten rund gehen. Bei etwas windigen Bedingungen und sehr guten, kühlen Temperaturen gingen um 10:30 Uhr etwa 40 Läufer auf die volle bzw. die halbe Marathondistanz.

Richard Ringer knapp vor Aaron Bienenfeld

Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach), Abootorabi Mohammadreza (Schweden) und Björn Koreman (Niederlande) führten das Feld der Halbmarathonläufer gemeinsam mit dem favorisierten Richard Ringer, der Anfang Dezember in Valencia erstmals die 42,195 Kilometer in Angriff nehmen wird, an. In einem spannenden Rennen fiel die Entscheidung erst auf der letzten 2,5-Kilometer-Runde, auf der Ringer die meisten Kraftreserven hatte. In 1:02:26 Stunden verpasste er seine persönliche Bestzeit von 1:02:10 Stunden, die er 2019 in Berlin aufgestellt hatte, lediglich um 16 Sekunden, schob sich aber gleichzeitig in der deutschen Jahresbestenliste auf den dritten Rang hinter Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) und Amanal Petros (TV Wattenscheid). Zweiter wurde am Ende Aaron Bienenfeld, der viel Tempoarbeit geleistet hatte und anders als Ringer in 1:02:32 Stunden eine neue Bestzeit bejubeln konnte. „Darauf lässt sich aufbauen“, so Bienenfeld nach dem Rennen. Rang drei sicherte sich Abootorabi Mohammadreza (1:02:39 Stunden) vor Björn Koreman (1:02:44 Stunden). „Wirklich cool, das war mein erster Wettkampf in diesem Jahr, und es hat sich super angefühlt. Ich bin mega happy“, so Ringer nach seinem Halbmarathon-Sieg.

Norbert Wilhelmi
Laufszene Invitational Run Dresden 2020: Halbmarathon-Siegerin Miriam Dattke

Dattke siegt, Lathi läuft schwedischen Rekord

Herausragende Leistungen waren auch bei den Damen zu sehen. Hier gewann am Ende Miriam Dattke von der LG Telis Finanz Regensburg in 1:09:42 Stunden, was für sie gleichzeitig ihre erste Zeit unter 1:10 Stunden bedeutete. Sie schob sich somit auf den zweiten Platz der nationalen Jahresbestenliste. Uneinholbar auf Platz eins thront weiterhin Melat Kejeta, die in Gdynia in 1:05:18 Stunden zu WM-Silber laufen konnte. Der Silber-Rang ging nach langer Führung an die Schwedin Sarah Lahti, die in 1:09:52 Stunden einen neuen schwedischen Rekord laufen konnte. Dritte wurde Nina Lauwaert aus Belgien (1:12:08 Stunden) vor Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg, 1:12:32 Stunden).

Laufszene Invitational Run Dresden 2020: Die schönsten Bilder vom 10-km-Lauf

Laufszene Invitational Run Dresden 2020 10-km-Lauf
Laufszene Invitational Run Dresden 2020 10-km-Lauf Laufszene Invitational Run Dresden 2020 10-km-Lauf Laufszene Invitational Run Dresden 2020 10-km-Lauf Laufszene Invitational Run Dresden 2020 10-km-Lauf 74 Bilder

Jonas Müller im Alleingang zum Marathon-Sieg

Als die Halbmarathonläufer das Ziel erreicht hatten, gingen die Blicke noch mehr auf den gleichzeitig stattfindenden Marathon. Nach der kurzfristigen Absage von Ebrahim Abdulaziz rückte Jonas Müller bei seinem 20. Marathon in die Favoritenrolle. Dieser wurde Müller, der gerade im schottischen Edinburgh promoviert und für die Roadrunners Südbaden, die insgesamt mit vier Läufern am Start waren, läuft, vom ersten Meter an gerecht. Der Laufszene Invitational Run Dresden war für Jonas Müller 2020 bereits der achte Marathon, auf den er sich vorbereitet hatte. Nachdem die ersten sieben abgesagt wurden, sollte es dank dem großen Engagement der Laufszene Sachsen dieses Mal mit einem Marathonstart klappen. Nach 2:39:16 Stunden beim Loch Ness Marathon 2019 gewann der 26-Jährige nach 42,195 einsamen Kilometern mit deutlicher neuer Bestzeit von 2:32:15 Stunden. Dahinter lief Marco Benz (Skivereinigung Amberg) in 2:42:48 Stunden ebenfalls zu einer neuen persönlichen Bestzeit. Anfangs lief Benz gemeinsam mit dem 18 Jahre jüngeren Florian Walz (Roadrunners Südbaden), der dem hohen Anfangstempo auf der zweiten Hälfte etwas Tribut zollen musste, sich am Ende jedoch dennoch über seinen ersten Gesamtpodestplatz über die Marathondistanz freuen konnte.

Anja Kobs über 42,195 Kilometer siegreich

Bei den Damen duellierten sich Anja Kobs und Katrin Ochs (LG Filder). Während Ochs anfangs rund 50 Meter vor Kobs lief, übernahm diese nach rund einem Drittel der Renndistanz die Führung. Ochs folgte ihrer Konkurrentin in der Folge auf Schritt und Tritt, sorgte am Ende durch eine Unachtsamkeit jedoch für einen Sturz beider Läuferinnen. Während Kobs das Rennen beendet und in 2:59:52 Stunden für sich entscheiden konnte, musste Ochs nach 16 von 17 Runden mit Schmerzen enttäuscht aufgeben.

Norbert Wilhelmi
Laufszene Invitational Run Dresden 2020: Schneller Rundkurs in schöner Kulisse.

Simon Boch knapp geschlagen

Zum Abschluss des hochklassigen Lauftages wartete um 14:00 Uhr der ebenfalls hochklassige 10-Kilometer-Lauf, bei dem neben Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) auch zahlreiche weitere Top-Athleten am Start standen. Der Schnellste war Jonas Glans aus Schweden. In einem packenden Finish gewann Glans in 28:08 Minuten vor Simon Boch (28:10 Minuten) und seinem schwedischen Landsmann David Nilsson (28:12 Minuten). Boch verbesserte damit seine Bestmarke um fast eine halbe Minute. Ebenfalls noch unter 29 Minuten blieben auch die nächsten drei Finisher, nämlich Lahsene Bouchikhi aus Belgien (28:23 Minuten), Ilyas Osman (TV Waldstraße Wiesbaden, 28:44 Minuten) und Johannes Motschmann (SCC Berlin, 28:50 Minuten). Ebenfalls am Start war auch Lokalmatador Karl Bebendorf, der seine persönliche Bestzeit um über eine Minute auf 30:18 Minuten verbessern konnte. „Hat echt Spaß gemacht auf dieser Wahnsinnsstrecke in heimischer Umgebung“, so Bebendorf.

Auch Schöneborn läuft im Großen Garten Bestzeit

Während Jonas Glans schwedischer Rekord laufen konnte, verbesserte Deborah Schöneborn von der LG Nord Berlin ihre 10-Kilometer-Bestzeit auf 32:56 Minuten. Damit gewann sie mit exakt 30 Sekunden Vorsprung vor Maayouf Majida aus Marokko. Dritte wurde die 20-jährige Josina Papenfuß (SCC Berlin, 34:25 Minuten). „Auch wir müssen das Beste aus der Situation machen und nutzen, was wir kriegen können. Umso mehr wissen wir solche Veranstaltungen wie diese zu schätzen. Coole Strecke und sehr gut organisiert“, erklärte Deborah Schöneborn. „Ich kenne Dresden, und ich kenne die Laufszene. Deshalb habe ich mich kurzfristig entschlossen, hier an den Start zu gehen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.“

Positives Fazit der Laufszene Sachsen

„Wir freuen uns, dass wir den Top-Athleten diese Läufe ermöglichen konnten. Dass sogar zwei schwedische Landesrekorde herausgekommen sind, macht uns besonders stolz und ist das i-Tüpfelchen auf einen tollen Tag im Großen Garten. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bei allen Beteiligten bedanken, die uns dabei unterstützt haben“, zog André Egger ein durchweg positives Fazit.