Der Marathon der Frauen Getty Images for World Athletics

Der WM-Marathon der Frauen: Chepngetich favorisiert

Leichtathletik-WM 2022 Der Marathon der Frauen

Ruth Chepngetich geht als Titelverteidigerin an den Start. Sechs weitere Läuferinnen weisen Bestzeiten von unter 2:20 Stunden auf.

Am Montag um 15:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit startet der Marathon der Frauen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2022 in Eugene. Wenige Tage vor dem Start des WM-Marathons der Frauen gibt es wieder eine große Favoritin: Titelverteidigerin Ruth Chepngetich aus Kenia. Nachdem erst vor kurzem bekannt wurde, dass die Olympiasiegerin Peres Jepchirchir in Eugene starten wollte, musste die Kenianerin nun ihre Startzusage wieder zurückziehen. Wie kenianische Medien berichten, erlitt die aktuelle Boston-Marathon-Siegerin eine Hüftverletzung im Training, die sie zum Startverzicht zwang. Dadurch kommt es nicht zum Duell zwischen der Olympiasiegerin und der Weltmeisterin. Und Ruth Chepngetich ist nun die Läuferin, die es zu schlagen gilt.

Ruth Chepngetich überzeugte 2022 bereits mit 2:17:18 Stunden in Nagoya

Die Kenianerin, die eine Bestzeit von 2:17:08 Stunden aufweist und damit die schnellste Läuferin im WM-Feld ist, bewies vor drei Jahren bei ihrem WM-Sieg in Doha, dass sie auch bei sehr hohen Temperaturen in der Lage ist, eine starke Leistung zu zeigen. Beim olympischen Marathon in Sapporo vor einem Jahr war sie durch eine vorherige Verletzung beeinträchtigt und beendete das Rennen vorzeitig. Danach meldete sich Ruth Chepngetich jedoch mit Siegen in Chicago und Nagoya zurück. Bei dem japanischen Rennen lief die 27-Jährige im März dabei mit 2:17:18 bis auf zehn Sekunden an ihre Bestzeit heran.

Sechs weitere Läuferinnen auf der WM-Startliste weisen Zeiten von unter 2:20 Stunden auf, drei von ihnen blieben sogar wie Ruth Chepngetich bereits unter 2:18. Die aus Kenia stammende Israelin Lonah Salpeter hat einen persönlichen Rekord von 2:17:45. Seit ein paar Jahren gehört sie zur internationalen Marathon-Spitze, doch eine Medaille bei einer interkontinentalen Meisterschaft konnte die 10.000-m-Europameisterin von Berlin 2018 noch nicht gewinnen. Mit einer Bestzeit von 2:17:57 geht Angela Tanui (Kenia) ins Rennen. Mit dieser Zeit hatte sie im vergangenen Jahr beim Amsterdam-Marathon triumphiert. Der persönliche Rekord von Ashete Bekere ist mit 2:17:58 nur eine Sekunde langsamer als der von Angela Tanui. Die Äthiopierin erreichte diese Zeit im März in Tokio, wo sie Platz zwei hinter Brigid Kosgei belegte. Die kenianische Marathon-Weltrekordlerin wird bei der WM nicht starten. Zu beachten ist in Eugene auch Gotytom Gebreslase. Die Äthiopierin hatte im vergangenen September ihren Debüt-Marathon in Berlin gewonnen und steigerte sich dann im Frühjahr in Tokio als Dritte auf 2:18:18.

US-Rekordlerin kurzfristig für Heim-WM nachnominiert

Judith Korir (Kenia/Bestzeit: 2:19:48) und die US-Rekordlerin Keira D’Amato (2:19:12) sind die weiteren Läuferinnen, die mit Bestzeiten von unter 2:20 Stunden an den Start gehen. Keira D’Amato war allerdings zunächst gar nicht für das WM-Rennen in Eugene vorgesehen. Erst vor zwei Wochen wurde sie nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Molly Seidel vom US-Verband noch nominiert - eine ideale Vorbereitung sieht anders aus.

Medaillenchancen hat sicherlich auch die Äthiopierin Ababel Yeshane, die sich in Boston im Frühjahr nur knapp Peres Jepchirchir geschlagen geben musste. Sie geht mit einer Bestzeit von 2:20:51 ins Rennen. Eine gute Rolle spielen können zudem Eunice Chumba (Bahrain/2:20:02) und die japanischen Läuferinnen, von denen Mao Ichiyama mit 2:20:29 den schnellsten persönlichen Rekord aufweist.

Laura Hottenrott muss ihren Start absagen

Pech hatte die einzige deutsche Läuferin, die für den WM-Marathon nominiert war: Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel) kann in der Folge einer Corona-Erkrankung nicht in Eugene starten. Alle anderen deutschen Top-Läuferinnen hatten dem EM-Marathon in München im August den Vorzug gegeben.

Insgesamt stehen auf der Marathon-Startliste von Eugene nicht einmal 50 Athletinnen. Das ist ein ungewöhnlich kleines Feld für ein solches Meisterschaftsrennen. Die geringe Zahl spiegelt aber wohl auch die schwindende Bedeutung eines WM-Marathons wider. Noch in Doha waren 2019 trotz der extremen Hitze rund 70 Athletinnen an den Start gegangen. Die großen City-Marathonrennen im Herbst sind für immer mehr Athleten attraktiver als eine WM.

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