Norbert Wilhelmi

Bestzeiten Marathons für eine neue Bestzeit

Die mittlere Finisherzeit der 20 größten Marathons in Deutschland weicht fast eine Stunde auseinander. Wir zeigen, wo es sich besonders schnell läuft.

Flache Strecken liefern in aller Regel schnellere Zeiten. Die äußeren Bedingungen spielen natürlich auch eine zentrale Rolle dabei. Bei großer Hitze rücken die angepeilten Ziele schnell in weite Ferne. Für unsere Vorstellung der schnellsten Marathons in Deutschland haben wir uns die mittlere Finisherzeit unter den 20 größten deutschen Marathons angeschaut. Um außergewöhnlich hohen Temperaturen oder sonstigen Erschwernissen den Spielraum einzugrenzen, beziehen wir uns hierbei auf ein Mittel der letzten fünf Jahre, also auf alle Ergebnisse zwischen 2014 und 2018.

Hierzu wurden die Mediane der männlichen und weiblichen Finisher pro Marathon gemittelt. Das einzige Manko dabei: der Median der Frauen wird genauso stark gewichtet, wie der der Männer, die je nach Marathon rund 80 Prozent der gesamten Finisher ausmachen. Dennoch soll unsere Übersicht einen guten Eindruck darüber vermitteln, wo es für den Durchschnittsläufer besonders schnell über die 42,195 Kilometer sein kann.

Berlin-Marathon nur auf Platz 17 der schnellsten mittleren Finisherzeiten

Unterhalb den zehn schnellsten Marathons in Deutschland finden Sie eine weitere Übersicht über die schnellsten Siegerzeiten. Auch hier wurde ein Mittelwert der männlichen und weiblichen Siegerzeit über die letzten fünf Jahre gebildet. Zwar liegt der Berlin-Marathon mit einer mittleren Finisherzeit von 4:13:03 Stunden nur auf Platz 17 unter den 20 größten Marathons, doch wo die absolut gesehen schnellsten Zeiten gelaufen werden, ist natürlich klar. Bereits elf Marathonweltrekorde wurde in Berlin gelaufen – zuletzt von Eliud Kipchoge in beeindruckenden 2:01:39 Stunden.

Platz 1: Dresden-Marathon

Nur zwei Marathons liegen in unserer Wertung unter einem Mittel von vier Stunden. Der Dresden-Marathon belegt mit 3:58:54 Stunden den ersten Platz. Die gemittelten Mediane der Geschlechter über die letzten fünf Jahre waren bei keinem anderen der 20 größten Marathons in Deutschland schneller.

Liemesrun 2016
Norbert Wilhelmi

Platz 2: Frankfurt-Marathon

Tomás Ortiz Fernandez

Den Frankfurt-Marathon hätten sicher auch einige Läufer ganz weit oben vermutet. Viele Marathonläufer kommen mit dem Ziel einer neuer persönlichen Bestleistung in die Mainmetropole. 42 Sekunden hinter Dresden bedeuten 3:59:36 Stunden den zweiten Platz.

Platz 3: Bonn-Marathon

Etwas über vier Stunden liegt der Bonn-Marathon. Für diesen bedeuten 4:01:36 Stunden den dritten Platz und somit den Sprung auf das Podest.

Heinz Schier

Platz 4: Freiburg-Marathon

Auf Platz vier springt der Freiburg-Marathon. Der über die Geschlechter gemittelte Durchschnitt zwischen 2014 und 2018 lag tief im Süden bei 4:02:16 Stunden. Gründe hierfür können – wie bei anderen Laufevents, die nicht nur die volle Distanz anbieten – sein, dass weniger erfahrene und ambitionierte Läufer eher Tendenzen zu den kürzeren Distanzen aufweisen und so nur die Allerfittesten über die 42,195 Kilometer starten, was in einer schnelleren mittleren Finisherzeit mündet.

Michael Ripberger

Platz 5: Einstein-Marathon Ulm

Platz 20 in Sachen Finisherzahl und Platz fünf in Sachen mittlerer Finisherzeit belegt der Einstein-Marathon Ulm. Mit 4:02:50 Stunden wurde dieser gewertet.

Tomás Ortiz Fernandez

Platz 6: Düsseldorf-Marathon

Auch Düsseldorf gilt nicht zu Unrecht – ähnlich wie Frankfurt – also heißes Pflaster für schnelle Zeiten. Das bewiesen auch die nationalen Titelkämpfe. Mit 4:03:12 Stunden liegt der Düsseldorf-Marathon auf dem sechsten Platz.

Norbert Wilhelmi

Platz 7: Marathon Bremen

4:04:40 Stunden beträgt das Mittel der männlichen und weiblichen Mediane der letzten fünf Jahre an der Weser.

Bremen Marathon 2017, 01.10.17
Thomas Sobczak
Bremen Marathon 2017, 01.10.17

Platz 8: Hannover-Marathon

Eine knappe langsamer wurde der Hannover-Marathon gerankt - Platz acht in 4:05:32 Stunden.

Norbert Wilhelmi

Platz 9: Baden-Marathon Karlsruhe

Nicht ganz so schnell wie bei seinem badischen Kollegen in Freiburg wurde beim Baden-Marathon in Karlsruhe im Durchschnitt gelaufen. Dennoch reichen 4:06:53 Stunden zum neunten Platz.

Michael Ripberger

Platz 10: München-Marathon

Auch der München-Marathon sichert sich mit 4:07:07 Stunden knapp hinter Karlsruhe noch den Sprung unter die Top Ten.

Koelnmarathon 2017
Norbert Wilhelmi

Nur um Sekunden die Top Ten verfehlt haben der 3-Länder-Marathon Bregenz und der Marathon Hamburg. Zwischen 4:08 Stunden und 4:13 Stunden bewegen sich die Marathons in Mainz, Münster, Köln, Dresden (Oberelbe-Marathon) und Berlin auf den Plätzen 13 bis 17. Dahinter geht der 18. Rang an den profilierten Marathon Deutsche Weinstraße mit 4:23:06 Stunden. Der Brocken-Marathon Wernigerode und der Rennsteiglauf bilden die Schlusslichter in Sachen schnellster mittlerer Finisherzeit mit rund 4:43 Stunden bzw. 4:48 Stunden. Die Gründe liegen hier natürlich vor allem im Streckenprofil.

Die schnellsten Siegerzeiten bei Marathons in Deutschland

Nur die aller wenigsten Marathons in Deutschland können Streckenrekorde aufweisen, die den Siegerzeiten der Frauen des Berlin-Marathons entsprechen. Keine Frage also, welcher Marathon an der absoluten Spitze für die schnellsten Zeiten sorgt. Auch dahinter setzten sich Frankfurt und Hamburg klar an die Plätze zwei und drei. Am unteren Ende der innerhalb der 20 größten Marathons in Deutschland liegen erneut aus Gründen des Höhenprofils der Rennsteiglauf und der Brocken-Marathon Wernigerode.

Stark beeinflusst wird dieses Ranking natürlich von den Starts internationaler Topläufer. Strecken wie in Köln gehören auch zu sehr schnellen Pflastern. Doch aufgrund von deutschen Siegern in den letzten Jahren haben die Zeiten ganz vorne deutlich das Nachsehen gegenüber Eliud Kipchoge, Gladys Cherono und Co.

Platz 1: Berlin-Marathon

Bei beeindruckenden 2:11:25 Stunden liegt über die letzten fünf Jahre hinweg der Durchschnitt aus männlicher und weiblicher Siegerzeit beim Berlin-Marathon. Das bedeutet etwa, dass der erste Mann im Schnitt nach 2:03:00 Stunden und die erste Frau im Schnitt nach 2:20:00 Stunden die Ziellinie überqueren. Sogar bei unter 2:10 Stunden lag das Mittel vom Weltrekord laufenden Eliud Kipchoge und der Streckenrekord laufenden Gladys Cherono 2018.

Platz 2: Frankfurt-Marathon

Gute drei Minuten dahinter sichert sich mit dem Frankfurt-Marathon auch der zweitgrößte deutsche Marathon von 2018 den zweiten Platz der schnellsten Siegerzeiten. In gemittelten 2:14:46 Stunden liefen in der Festhalle in den letzten Jahren die Sieger ins Ziel.

Platz 3: Marathon Hamburg

Eine gute mehr lassen sich die Schnellsten in der Hansestadt Hamburg die Zeit. Der Marathon Hamburg belegt mit 2:15:58 Stunden den dritten Platz.

Platz 4: Hannover-Marathon

Ein ebenfalls von ostafrikanischen Läufern geprägtes Rennen an der Spitze beschert dem Hannover-Marathon mit 2:20:21 Stunden den vierten Platz. Dennoch zeigt sich, dass die Klasse zu den Spitzenläufern in Berlin, Frankfurt und Hamburg mit denen in Hannover nicht vergleichen lässt.

Platz 5: Düsseldorf-Marathon

Nur 20 Sekunden dahinter sichert sich der Düsseldorf-Marathon mit 2:20:41 Stunden den fünften Platz. Oftmals gelingt in der Stadt am Rhein auch Europäern der Sprung auf das oberste Siegertreppchen.

Platz 6: Münster-Marathon

Mit Siegerzeiten der Männer meist zwischen 2:10 Stunden und 2:15 Stunden und bei den Frauen meist über 2:30 Stunden belegt der Münster-Marathon in 2:23:57 Stunden Platz sechs.

Platz 7: Köln-Marathon

Tobias Blum und Hendrik Pfeiffer sowie zwei Mal Rebecca Robisch heißen in der Domstadt in den letzten beiden Jahren die Sieger. Zwar liefen diese nicht ganz in die Regionen der früheren Zeiten der Geschichte des Köln-Marathons, doch bewiesen sich gerade Blum und Pfeiffer auf nationalem Niveau mit Top-Leistungen. Hier liegt der gemittelte Fünf-Jahres-Wert bei 2:25:15 Stunden, was Platz sieben bedeutet.

Platz 8: Gutenberg-Marathon Mainz

Weitere knapp vier Minuten länger benötigen in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt die Sieger. Mit 2:29:01 Stunden geht Platz acht an den Gutenberg-Marathon Mainz.

Platz 9: Dresden-Marathon

Über 2:30 Stunden liefen beim Dresden-Marathon in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt die männlichen und weiblichen Sieger. 2:30:38 Stunden bedeuten Platz neun.

Platz 10: Bonn-Marathon

Den zehnten Platz sicherte sich der Bonn-Marathon mit einer Zeit von glatten 2:31 Stunden.

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