Was für ein historischer Sonntag in Castelló de la Plana! Bei strahlendem Sonnenschein und idealen Bedingungen fielen am 22. Februar gleich zwei Europarekorde. Das "World Athletics Label"-Event untermauerte mit über 4.000 Läufern seinen Ruf als eines der schnellsten Pflaster der Welt.
Die schönsten Bilder vom 10K Castelló findet ihr oberhalb, die schönsten Bilder vom Marató Castelló unterhalb dieses Artikels.
Die Erwartungen im Vorfeld waren gigantisch, doch die 16. Ausgabe des Marató Castelló und der begleitende 10K Castelló haben alle sportlichen Prognosen gesprengt. Während die flache Strecke nahe der spanischen Mittelmeerküste ohnehin für Bestzeiten bekannt ist, sorgte das diesjährige Elite-Feld für Ergebnisse, die weltweit für Schlagzeilen sorgen.
Sturz-Drama und Weltklasse-Zeiten
Der 10-Kilometer-Lauf entwickelte sich zu einem der schnellsten Rennen, die jemals auf europäischem Boden ausgetragen wurden – und das trotz eines Schreckmoments unmittelbar nach dem Startschuss. Während die absolute Spitze in den ersten zwei bis drei Reihen sauber wegkam, ereignete sich direkt dahinter im dicht gedrängten Feld ein folgenschwerer Massensturz. Für zahlreiche Läufer wurde die Rekordjagd jäh unterbrochen. Der Sturz kostete nicht nur wertvolle Sekunden, sondern sorgte auch für manch blutiges Knie und schmerzhafte Schürfwunden.
Dennoch ließ sich die Spitze nicht beirren. Für eine Sensation sorgte der erst 20-jährige Harbert Kibet aus Uganda, der bei seinem ersten 10-km-Straßenlauf in phänomenalen 26:39 Minuten zum Sieg stürmte. Damit setzte er nicht nur eine neue Jahresweltbestzeit, sondern lief die sechstbeste Zeit der ewigen Weltbestenliste. Direkt dahinter kam es in der europäischen Rekordliste gleich zu zwei Veränderungen an der Spitze. Der Franzose Yann Schrub sicherte sich in 26:43 Minuten den zweiten Platz und entriss damit dem Schweden Andreas Almgren den Europarekord. Almgren selbst bewies seine Extraklasse und stellte als Dritter in 26:45 Minuten seinen eigenen Landesrekord ein. Auch der Viertplatzierte Silas Senchura aus Kenia blieb in 26:58 Minuten noch unter der 27-Minuten-Marke.
Schottin Megan Keith stürmt an die europäische Spitze
Auch unter den schnellsten Frauen fielen die Rekorde wie Dominosteine. Die Kenianerin Caroline Gitonga feierte einen dominanten Start-Ziel-Sieg und verbesserte ihre persönliche Bestzeit um über eine Minute auf 29:34 Minuten – die zwölftschnellste Zeit der Geschichte. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Nelvin Jepkemoi (29:45 Minuten) und Chaltu Dida (29:50 Minuten).

Wieder einmal war der 10K Castelló herausragend besetzt.
Dahinter schrieb die aus den schottischen Highlands stammende und in Edinburgh studierende Megan Keith Sportgeschichte. Als Gesamtvierte verbesserte die 23-Jährige in 30:07 Minuten den Europarekord ihrer Landsfrau Eilish McColgan um eine Sekunde. Damit wurde der europäische Rekord bereits zum dritten Mal seit Jahresbeginn gebrochen. Eilish McColgan (30:36 Minuten) und Jana Van Lent (30:50 Minuten) belegten in diesem extrem schnellen Feld die Plätze sechs und acht.
Marathon-Triumph im grünen Herzen der Stadt
Über die volle Marathondistanz wurde der Kenianer Leonard Kipkgeno Bor seiner Favoritenrolle gerecht und überquerte nach 2:07:36 Stunden als Erster die Ziellinie im Parque Ribalta. Er verwies seine Landsmänner Vincent Kirui (2:13:30 Stunden) und Elvis Chebor Tabarach (2:14:15 Stunden) auf die weiteren Podestplätze.

Auch die Marathonläufer durften sich über besten Support freuen.
Bei den Frauen triumphierte die Äthiopierin Keleltu Kayamo Hariso in 2:31:41 Stunden. Den starken zweiten Platz sicherte sich Lucy Chepoghon Chelele in 2:33:57 Stunden. Meseret Tafa Gemechu konnte in 2:35:53 Stunden auf Rang drei laufen.
Ein Lauffest für 4.000 Läufer
Doch Castelló war an diesem Wochenende mehr als nur eine Art Rekordfabrik. Trotz des Sturz-Pechs beim 10K Castelló verwandelte die Organisation durch den Club d’Atletisme Running Castelló die Stadt in eine „Fiesta del Deporte“. Mit einer bemerkenswerten Frauenquote und Startern aus 46 Nationen zeigte das Event seine enorme integrative Kraft. Besonders stimmungsvoll war das Finish im Parque Ribalta. Auch auf der Strecke sorgten DJs und Perkussionisten an über 20 Punkten für Gänsehaut-Atmosphäre.





