ÖLV / Alfred Nevsimal

Eva Wutti läuft österreichischen Marathon-Rekord

Österreichische Marathon-Meisterschaften 2020 Eva Wutti läuft österreichischen Marathon-Rekord

85 Sportler finishten bei dem Rennen in Wien, Wutti und Kosgei wurden österreichische Marathon-Meister.

Björn Koreman und Eva Wutti gewannen am Sonntag die offenen österreichischen Marathon-Meisterschaften in Wien. Während der Holländer mit einer persönlichen Bestzeit von 2:11:07 Stunden ins Ziel lief und die superschnelle Laufstrecke im Prater-Park nutzte, um die internationale Olympianorm von 2:11:30 zu unterbieten, stellte Eva Wutti mit 2:30:43 den österreichischen Rekord ein. Als Zweiter im Rennen der Männer lief Johannes Motschmann (SCC Events Pro-Team Berlin) mit 2:14:38 ein gutes Marathon-Debüt.

85 Marathonläufer finishen auf dem Prater

Während der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) alle Straßenlauf-Meisterschaften für 2020 ersatzlos ausfallen ließ, legte der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) wert darauf, die Marathon-Titelkämpfe stattfinden zu lassen - auch um den Athleten im Rennen um die Olympia-Startplätze eine Wettkampf-Möglichkeit zu bieten. In Zusammenarbeit mit dem Vienna City Marathon wurde das Rennen auf einer 7 km langen Rundstrecke dort organisiert, wo der Kenianer Eliud Kipchoge vor gut einem Jahr mit einer Zeit von 1:59:40,2 die Zwei-Stunden-Barriere im Marathon durchbrochen hatte. Während beim Kipchoge-Rennen die Rahmenbedingungen nicht rekordkonform waren, war dies am Sonntag natürlich anders. Trotz kalter Temperaturen von 3 Grad Celsius herrschten sehr gute Laufbedingungen. 85 Athleten erreichten bei dem Marathon, der mit einem entsprechenden Hygiene-Konzept umgesetzt wurde und vorher öffentlich nicht bekannt gemacht wurde, das Ziel.

Motschmann mit starkem Debüt

Die Spitzengruppe im Männerrennen lief ein Tempo, das auf die Olympianorm von 2:11:30 Stunden ausgerichtet war. Es war dabei nicht der Tag der österreichischen Favoriten Valentin Pfeil und Timon Theuer. Eigentlich wollten beide vor einer Woche in Valencia starten. Doch aufgrund eines überraschenden positiven Corona-Tests von Valentin Pfeil - er war nach einer Corona-Erkrankung vor über einem Monat vor der Anreise negativ getestet worden - konnten beide nicht starten. Theuer wurde nie positiv getestet, hatte aber Kontakt mit Pfeil. Beide waren zunächst in Valencia „gefangen“, konnten dann aber nach einem weiteren negativen Test wieder zurückreisen und am Sonntag an den Start gehen.

Allerdings lief es bei beiden nicht und sie gingen vorzeitig aus dem Rennen. Während Björn Koreman das Tempo durchhielt und mit 2:11:07 die Norm erreichte, lief Johannes Motschmann ein Stück hinter der Spitzengruppe lange Zeit im Bereich von etwas über 2:12 Stunden. Erst in der letzten 7-km-Runde wurde der 3.000-m-Hindernisspezialist langsamer. Doch mit 2:14:38 war der 26-Jährige nur wenig langsamer als Arne Gabius beim London-Marathon (Therapie Reha Bottwartal/2:14:25) und belegt in der deutschen Jahresbestenliste 2020 nun Platz sechs. Als Dritter folgte in Wien mit deutlichem Abstand der neue österreichische Meister Isaac Kosgei in 2:26:35.

Eva Wutti läuft Landesrekord

Eva Wutti sorgte für das Highlight des Tages. Mit 2:30:43 Stunden stellte sie den österreichischen Rekord von Andrea Mayr aus dem Jahr 2009 auf die Sekunde genau ein. „Die letzten Kilometer waren unglaublich hart. Ich habe schon relativ früh ab Kilometer 34 schwer zu kämpfen gehabt. Aber es zahlt sich aus, um jede Sekunde zu kämpfen. Ich habe gewusst, dass es um den Rekord geht und dass ich zwischendurch Zeit verloren habe. Ich bin einfach froh, dass ich mich über eine persönliche Bestzeit freuen kann. Das ist ein sehr schöner Abschluss in diesem chaotischen Jahr. Ich werde voraussichtlich im März noch einen Angriff auf das Olympialimit machen“, sagte Eva Wutti, die vor einer Woche in Valencia frühzeitig aufgegeben hatte, da sie nicht richtig ins Rennen kam. Die Olympianorm steht bei den Frauen bei 2:29:30 Stunden. Diese Zeit hatte auch die Argentinierin Daiana Ocampo in Wien als Ziel. Jedoch konnte auch sie das Tempo nicht halten. Als Zweite lief sie schließlich 2:31:33. Dritte wurde Victoria Schenk (Österreich) in 2:41:17.

„Es war uns ein Anliegen, für die österreichische Leichtathletik und die heimische Marathonszene in diesem schwierigen Jahr einen Beitrag zu leisten. Die Läuferinnen und Läufer haben es mit großartigen Leistungen gedankt. Wir sind sehr glücklich, dass es gelungen ist, gemeinsam mit dem ÖLV die Veranstaltung auf verantwortungsvolle Weise durchzuführen. Dieser Marathon ist eine Motivation für den gesamten Laufsport in Österreich, denn wir sind überzeugt, dass in Zeiten der Pandemie das Laufen für eine gesunde Gesellschaft ein Teil der Lösung ist“, sagte der Veranstalter des Vienna City Marathons, Wolfgang Konrad. Der Wien-Marathon findet 2021 am 12. September statt.

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