Ingo Kutsche
Ironman Frankfurt 2021
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Ironman Frankfurt 2021: Patrik Nilsson Europameister

Ironman Frankfurt 2021 Patrik Nilsson siegt mit 2:39-Stunden-Marathon

Der Schwede Patrik Nilsson läuft sich beim Ironman Frankfurt nach 7:59:21 Stunden vor Kristian Hogenhaug und David McNamee zum Sieg.

Beim Ironman Frankfurt 2021 wurde erneut der Europameister über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen gesucht. Anders als in der Vergangenheit beschränkte sich dies am Sonntag, den 15. August auf die Männer. Einen Tag zuvor trugen die schnellsten Frauen des Kontinents ihren Titelkampf beim Ironman Finland aus. Hier dominierte die Hawaii-Vierte von 2019, Laura Philipp, das Geschehen mit einem herausragenden Marathon und letztlich über 20 Minuten Vorsprung. Weniger eindeutig ließ sich die Frage nach dem neuen Europameister in Frankfurt beantworten. 7:59:21 Stunden nach dem Start am Langener Waldsee fand der Schwede Patrik Nilsson die passende Antwort: Mit der Nummer eins in der Hand überquerte er die Ziellinie am Römerberg als Sieger. Der Norweger Kristian Hogenhaug (8:00:18 Stunden) und der Brite David McNamee (8:02:29 Stunden) belegten die Plätze zwei und drei.

Für runnersworld.de war der Fotograf Ingo Kutsche beim Ironman Frankfurt 2021 vor Ort. Seine schönsten Bilder vom Rennen finden Sie in der Bildergalerie ober- sowie unterhalb dieses Artikels.

Um 6:35 Uhr fiel für die Profi-Männer der Startschuss am Langener Waldsee. Ein Profi-Rennen der Frauen wurde 2021 in Frankfurt nicht ausgetragen, die Europameisterin wurde bereits am Vortag beim Ironman Finland gesucht. Gemeinsam hatten allerdings beide Rennen, dass jeweils viele hundert Agegroup-Athleten mit auf die Strecke gingen, auch wenn die üblichen Teilnehmerzahlen nicht ausgeschöpft wurden.

Große Gruppe kommt gemeinsam aus dem Langener Waldsee

Auch wenn am 15. August in Frankfurt nur ein statt ansonsten zwei Europameister gesucht wurde, versprach der Tag spannend zu werden. Viele hoch gehandelten Athleten gingen ins Rennen, ein eindeutiger Favorit war schwer auszumachen. Viele hatten berechtigte Ambitionen auf den Sieg, das Podest und die entsprechenden Hawaii-Slots. 49:35 Minuten nach dem Startschuss am Langener Waldsee stieg der Schwede Patrik Nilsson als Erster aus dem Wasser. Hinter ihm reihte sich allerdings eine insgesamt 15 Mann starke Führungsgruppe auf, die innerhalb von rund einer halben Minute aus dem See stieg und über den Strand Richtung Wechselzone rannte.

Flucht nach vorne von Pieter Heemeryck und anschließend Kristian Hogenhaug

Allerdings sollte die große Gruppe schon beim Start der zweiten Disziplin auseinander fallen. Mit dabei an der Spitze waren auch die beiden deutschen Hawaii-Aspiranten Franz Löschke und Maurice Clavel. Den ersten nennenswerten Akzent des Tages setzte der Belgier Pieter Heemeryck, der sich erfolgreich nach vorne lösen und zwischen sich und seine Konkurrenten mehrere Minuten legen konnte. Kurz nach der Streckenhälfte der Raddisziplin betrug Heemerycks Vorsprung schon vier Minuten. Nachdem sich die Verfolgergruppe nicht einig schien – Patrik Nilsson forderte seine Mitstreiter mehrfach zur Zusammenarbeit auf – war es Kristian Hogenhaug, der den Vorstoß wagte. Im letzten Drittel der Radstrecke demonstrierte der junge Norweger seine Stärke und fuhr allen davon. Nach einer Radzeit von 4:16:10 Stunden stieg Hogenhaug mit mehr als acht Minuten Vorsprung vom Rad.

Positionswechsel und Spannung über 42,195 Kilometer beim Ironman Franfurt 2021

Der krönende Abschluss eines heißen und an Spannung schwer zu überbietenden Rennens bot der Marathon über vier Runden am Mainufer. Besonders Patrik Nilsson und der Olympia-Elfte von Tokio, der Norweger und Ironman-Debütant Casper Stornes, machten von Beginn an am meisten Druck und Anstalten, die Lücke nach ganz vorne zulaufen zu wollen. Auch David McNamee und Pieter Heemeryck zeigten großen Drang nach vorne. Etwas konservativer und dennoch schnell genug gingen Franz Löschke und Maurice Clavel den abschließenden Marathon an.

Obwohl Hogenhaug keine ganz großen Schwächen zeigte, zeichnete sich ab, dass das in der Zwischenzeit entstandene Duo aus Nilsson und McNamee ihn einige Kilometer vor dem Ziel einholen sollten. Schließlich setzte sich der Schwede von seinem britischen Mitstreiter ab und ging rund fünf Kilometer vor dem Ziel an Hogenhaug vorbei und in Führung. Mit einem herausragenden Marathon von 2:39:40 Stunden dominierte Nilsson letztlich die Konkurrenz und ging mit erhobenen Startnummer sichtlich erschöpft über die Ziellinie. Hogenhaug wurde in 8:00:18 Stunden Zweiter vor dem ebenfalls stark laufenden McNamee, der nach 8:02:29 Stunden am Römerberg ins Ziel lief.

Franz Löschke verpasst Hawaii-Qualifikation als Fünfter um Sekunden

Auf dem letzten Kilometer nochmals richtig spannend wurde hinter dem Podium der Kampf um Platz vier – gleichzeitig Hawaii-Slot Nummer drei, da Hogenhaug seine Qualifikation bereits zuvor sicher hatte und nicht mehr um die begehrten Hawaii-Plätze kämpfen musste. Franz Löschke kam immer näher an Pieter Heemeryck heran und witterte auf den letzten Metern seine letzte Chance, doch noch jenseits der acht Stunden das verbliebene Ticket zu ziehen. Aber auch Heemeryck wusste bestens Bescheid, sodass beide an ihr Äußerstes gingen und sich die Positionen der beiden nach 8:07:11 sowie 8:07:32 Stunden letztlich nicht nochmal tauschen sollte. Damit verpasste Löschke die Qualifikation hauchdünn, während der Belgier diese erstmals erreichte. Ebenfalls lange im Kampf um den vierten Platz war Maurice Clavel, der auf den letzten Kilometern des Marathons extrem zu kämpfen hatte und immer wieder stehen blieben musste. Auch der Freiburger verpasste nach trotz alledem nicht unzufriedenstellender Rennleistung nach 8:09:41 Stunden als Sechster das Hawaii-Ticket. Nur wenig später beendete auch Paul Schuster sein Rennen nach 8:11:23 Stunden auf Platz sieben.

Im Ziel waren den Top-Athleten die Strapazen deutlich anzusehen. Zwar wurde der Ironman Frankfurt 2021 von Rekordhitze verschont, dennoch waren die Temperaturen hochsommerlich. Zudem forderte das enge Rennen mit all den Positionskämpfen bis zum letzten Kilometer vollen Einsatz bis zum Zielstrich, was den Athleten alles abverlangte.

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