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Kiplimo triumphiert in Ras Al Khaimah

RAK-Halbmarathon 2022 Kiplimo triumphiert in Ras Al Khaimah

Beim RAK-Halbmarathon startete Amanal Petros offensiv, konnte das Tempo jedoch nicht halten. Am Ende gewann Favorit Kiplimo.

Jacob Kiplimo triumphierte beim Ras Al Khaimah-Halbmarathon, verpasste allerdings seinen eigenen avisierten Weltrekord. Der Läufer aus Uganda gewann das Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten überlegen in 57:56 Minuten. Damit verfehlte er zwar seine im vergangenen Jahr in Lissabon aufgestellte globale Bestzeit um 25 Sekunden, lief aber die fünftschnellste je erzielte Zeit, einen Streckenrekord und eine Jahresweltbestzeit.

Nach einem schnellen Beginn und Zwischenzeiten, die zunächst auf eine Zeit von klar unter einer Stunde deuteten, brach Amanal Petros (TV Wattenscheid) im zweiten Teil des Rennens ein und musste sich schließlich in dem hochklassigen Feld mit 62:36 Minuten und Platz 18 zufrieden geben. Im Oktober hatte er in Valencia mit 60:09 den deutschen Rekord aufgestellt, den er in Ras Al Khaimah auf unter 60:00 Minuten drücken wollte.

Immerhin gab es noch ein Trostpflaster für Amanal Petros. Wenn die Zwischenzeiten offiziell gewertet werden können, hat er in Ras Al Khaimah drei persönliche Bestzeiten aufgestellt und sogar eine deutsche Bestzeit: 14:01 über 5 km, 28:18 über 10 km und 43:10 über 15 km waren seine Durchgangszeiten. Die 15-km-Zeit ist die beste aller Zeiten eines deutschen Läufers.

Amanal Petros wird nun ins Trainingslager nach Kenia zurückreisen und dann voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs weitere Straßenrennen laufen. Ein Marathonrennen ist in der ersten Jahreshälfte nicht geplant.

Eine Überraschung gab es bei den Frauen. Hier setzte sich die 20-jährige Debütantin Girmawit Gebrzihair mit einem hochklassigen Streckenrekord von 64:14 Minuten durch, der ebenfalls auch eine Jahresweltbestzeit ist. Die Äthiopierin verwies Hellen Obiri auf Rang zwei. Die Kenianerin war nach 64:22 im Ziel.

Im Rennen der Männer lief Jacob Kiplimo derart schnell, dass schon frühzeitig keiner der Konkurrenten mithalten konnte. Die 5-km-Marke erreichte er bereits nach 13:23 Minuten. Damit lag er deutlich unter seinem in Lissabon gelaufenen Weltrekord: Die prognostizierte Zielzeit an diesem Punkt in Ras Al Khaimah war 56:28 - also über eine Minute schneller als seine eigene Bestzeit von 57:31! Sein Tempomacher hielt angesichts dieser Geschwindigkeit nicht bis zur 10-km-Marke durch, die der Vize-Weltmeister im Halbmarathon nach 26:56 Minuten passierte. Damit lag er immer noch auf Kurs für eine Zeit von unter 57 Minuten. Die 15-km-Durchgangszeit von 40:44 - eine Weltbestzeit über diese Distanz, die kein anderer so schnell zuvor gelaufen war - deutete dann auf eine Endzeit von 57:17. Es wurde knapper bei der Jagd nach dem Weltrekord und bei Kilometer 17 lag er erstmals nicht mehr im Rekordbereich. In der Folge wurde Jacob Kiplimo deutlich langsamer und musste sicherlich dem zu schnellen Anfangstempo Tribut zollen. Noch vor vier Jahren wäre seine Durchgangszeit ein Weltrekord über die 10 km gewesen.

Am Ende siegte Jacob Kiplimo in 57:56 Minuten aber immer noch deutlich vor den Kenianern Rodgers Kwemoi (58:30) und Kenneth Kiprop (58:35). Gleich sieben Läufer erzielten Zeiten von unter 59:00 Minuten.

Ganz anders lief das Rennen der Frauen. Hier kämpfte lange Zeit eine Gruppe von Läuferinnen um den Sieg. Nachdem die am Ende drittplatzierte Kenianerin Sheila Chepkirui (64:36) rund 2,5 km vor dem Ziel zurückgefallen war, waren an der Spitze noch Girmawit Gebrzihair und Hellen Obiri. Überraschend konnte sich dann auf dem letzten Kilometer die äthiopische Newcomerin von der 5.000-m-Weltmeisterin Hellen Obiri lösen und gewann in 64:14 vor der Kenianerin, die nach 64:22 im Ziel war. Noch vor einem Jahr wären beide Zeiten schneller als der damalige Weltrekord gewesen. Nun sortierten sich Gebrzihair und Obiri in der Liste der schnellsten je gelaufenen Zeiten auf den Plätzen vier und fünf ein. Den Weltrekord von 62:52 lief die Äthiopierin Letesenbet Gidey im vergangenen Oktober in Valencia.

Einen bemerkenswerten britischen Rekord lief die Schottin Eilish McColgan. Die Tochter der früheren Weltklasseläuferin Liz McColgan belegte Rang sechs in 66:26 Minuten und unterbot damit die Zeit von Paula Radcliffe, die vor 21 Jahren 66:47 gelaufen war. Nicht ins Ziel kamen die frühere Halbmarathon-Weltrekordlerin Ababel Yeshaneh und die 1.500-m-Weltrekordlerin Genzebe Dibaba (beide Äthiopien).

Die Ergebnisse der Männer

1. Jacob Kiplimo UGA 57:56

2. Rodgers Kwemoi KEN 58:30

3. Kenneth Kiprop KEN 58:35

4. Seifu Tura ETH 58:36

5. Amdework Walelegn ETH 58:40

6. Daniel Mateiko KEN 58:45

7. Alexander Munyao KEN 58:48

8. Abel Kipchumba KEN 59:47

9. Alphonce Simbu TAN 60:03

10. Kennedy Kimutai KEN 60:10

Die Ergebnisse der Frauen

1. Girmawit Gebrzihair ETH 64:14

2. Hellen Obiri KEN 64:22

3. Sheila Chepkirui KEN 64:36

4. Judith Korir KEN 65:28

5. Bosena Mogesie ETH 65:46

6. Eilish McColgan GBR 66:26

7. Daisy Cherotich KEN 66:33

8. Eunice Chumba BRN 67:22

9. Pauline Esikon KEN 67:50

10. Jackline Sakilu TAN 75:38

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